Die Eltern von Aurelia haben das Nabelschnurblut ihrer Tochter sicher aufbewahren lassen.Ein befreundeter Mediziner erzählte Aurelias Familie von der Möglichkeit der Nabelschnurbluteinlagerung. Als die Kleine dann zur Welt kam, entschied sich die Familie dafür, das Blut ihrer Tochter einlagern zu lassen. Aurelias Vater berichtet im Interview über die Hintergründe.

Wie sind Sie auf die Möglichkeit aufmerksam geworden, Nabelschnurblut einlagern zu lassen?

Vor etwa fünf Jahren hörten wir das erste Mal etwas von dieser Möglichkeit, als uns ein befreundeter Arzt von der Nabelschnurbluteinlagerung und dem Nutzen der Stammzellen erzählte. Ein anderer Freund hatte das Nabelschnurblutes seines Kindes selbst auch einlagern lassen. Als meine Frau dann schwanger wurde, hatten wir das Thema noch im Hinterkopf und haben uns dann noch mal informiert.

Aus welchem Grund genau haben Sie sich dann auch für die Einlagerung des Nabelschnurblutes entschieden?

Ja, das kann man jetzt sicherlich als Universalantwort geltend machen, aber für uns ist die Kleine eben das Wichtigste und die Einlagerung ihres Nabelschnurblutes ist für uns eine Art Versicherung. Schwere Krankheitsfälle hat es zwar in unserer Familie noch nicht gegeben, aber wir wollen eben auf Nummer sicher gehen. Sicherlich sind noch nicht so viele Anwendungsmöglichkeiten erforscht, aber in vielen Fällen wurden bereits Erfolge erzielt. Wenn man bedenkt, dass sich das Wissen auf der Welt alle fünf Jahre verdoppelt, dann kann ich mir auch vorstellen, dass es vielleicht in zwanzig, dreißig oder auch vierzig Jahren tausende neue Möglichkeiten gibt. Wir hatten einfach das Gefühl, dass wir es bereuen würden, wenn wir es nicht machen.

Wie verlief dann die Entnahme des Nabelschnurblutes in der Geburtsklinik?

Das war alles völlig unspektakulär. In der Klinik hatte man schon alles für die Entnahme vorbereitet und als es dann soweit war, habe ich es eigentlich nur nebenbei registriert, da in diesem Augenblick drumherum so viel passiert ist.

Wie hat Ihr Umfeld darauf reagiert, dass Sie das Nabelschnurblut Ihrer Tochter einlagern lassen möchten?

Aus unserem Freundes- und Familienkreis gab es eigentlich nur positive Reaktionen. Die Meisten fanden das gut. Es gibt halt die zwei Gegenargumente. Das eine Argument hörten wir im Geburtsvorbereitungskurs. Nämlich, dass man in etwas investiert, von dem man nicht wirklich wissen kann, ob es jemals zu etwas Nutze sein wird. Aber das war uns jetzt nicht so wichtig, da wir, wie gesagt, davon ausgehen, dass sich das Wissen noch vermehren wird. Das zweite ist natürlich der Preis von 2.000 Euro – das muss jeder für sich selbst abwägen, ob er das investieren möchte.

Inwieweit sind Sie mit den Anwendungsmöglichkeiten der Stammzellen aus dem Nabelschnurblut vertraut und welche Fortschritte erhoffen Sie sich zukünftig noch?

Ich bin kein Mediziner, aber ich lese immer sehr aufmerksam die Infobroschüre und bin über die wichtigsten Anwendungsfelder informiert. Was ich speziell verfolge, sind die Möglichkeiten der Vermehrung des Nabelschnurblutes. Hier erhoffe ich mir, dass die Forschung bald in der Lage sein wird, das Nabelschnurblut insoweit zu vervielfältigen, dass man es für mehrere Anwendungen nutzen kann. Wenn man in der Lage ist, eine Probe zu verzwanzigfachen, würden wir wahrscheinlich auch etwas davon spenden.

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