Einen Etappensieg in der Behandlung eines frühkindlichen Hirnschadens mit Nabelschnurblut konnten Bochumer Ärzte jetzt verzeichnen. Im Januar übertrug dort Prof. Dr. Arne Jensen einem Zweijährigen seine eigenen Stammzellen (wir berichteten) – nun hat sich sein Zustand erstmals gebessert. Der Kleine hatte im Herbst 2008 bei einer Operation ein Herzversagen und in der Folge einen Hirnschaden erlitten, woraufhin er ins Wachkoma fiel. Daraus resultierten wiederkehrende spastische Anfälle in Form von Krämpfen in seinen Armen und Beinen. Die Übertragung der Zellen aus dem Nabelschnurblut war für die Eltern die einzige Chance auf eine Heilung. Fast ein Vierteljahr später gehen nun die ersten Erfolgsmeldungen durch die Medien. Doch lassen wir den behandelnden Arzt selbst zu Wort kommen: ”Das Kind kommuniziert wieder mit seiner Umwelt, reagiert völlig angemessen auf Zuwendungen seiner Eltern und lacht wieder. Für die Eltern ist es eine Erlösung”, sagte Prof. Jensen dem Internetportal ”Der Westen”. Noch muss sich zwar erst herausstellen, ob die Erfolge von Dauer sind. Jedoch nähren die Neuigkeiten die Hoffnung für die weitere Therapie des kleinen Jungen – und auch andere Kinder dürfen hoffen. Denn diese Art der Behandlung mit dem Blut aus der Nabelschnur bietet für viele kleine Patienten neue Chancen: ”Derzeit erleiden jedes Jahr rund 1000 Kinder in Deutschland bereits vor oder während der Geburt sowie durch Unfälle beziehungsweise Krankheiten einen Hirnschaden. Bislang gab es keine Therapie, die eine Behandlung der Erkrankungsursache ermöglichte. Die Infusion der eigenen Nabelschnurblut-Stammzellen des Patienten verspricht hier erstmals echte Behandlungserfolge”, sagte Prof. Jensen im Gespräch mit der Nabelschnurblutbank VITA 34. Der Ärztliche Leiter und Gründer der privaten Institution, Dr. Eberhard Lampeter, appellierte an die Eltern betroffener Kinder, sich unverzüglich bei der Bank zu melden, die ihr Nabelschnurblut einlagert: ”Gerade bei Schädigungen des Gehirns ist es sehr wichtig, dass rasch gehandelt wird.”
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Anja und Elmar Im Brahm haben das Nabelschnurblut ihrer kleinen Töchter Helena und Tabea bei deren Geburt aufbewahren lassen. Im Interview erzählt Anja Im Brahm, wie sie zu dieser Entscheidung gelangten. Außerdem erklärt die junge Mutter, weshalb jeder die Möglichkeit nutzen sollte, mit dem Blut aus der Nabelschnur für die Gesundheit seiner Kinder vorzusorgen.
Wie haben Sie zum ersten Mal von der Möglichkeit erfahren, das Nabelschnurblut Ihrer Kinder einzulagern? Und auf welchen Wegen haben Sie sich dann weiter über das Thema schlau gemacht?
Erstmals darauf aufmerksam geworden bin ich, als ich schwanger war. Da habe ich Prospekte gesehen, die bei meiner Frauenärztin auslagen. Nachdem mein Mann und ich mehr erfahren wollten, haben wir weiteres Infomaterial von einer privaten Nabelschnurblutbank angefordert. Dieses hat uns relativ schnell davon überzeugt, das Nabelschnurblut unseres Kindes einlagern zu lassen. Als dann unsere zweite Tochter kam, fiel die Entscheidung nicht mehr schwer. Denn wenn wir es bei einem Kind tun, dann auch beim anderen – so viel stand für uns von vornherein fest. weiterlesen »
Erneut hofft in den USA eine Familie auf das Heilungspotenzial von Nabelschnurblut. Denn der vierjährige Dylan Cain aus dem Bundesstaat Oregon wartet auf eine Übertragung seines eigenen Blutes, die in rund einem Monat stattfinden soll. Dylan erlitt bei der Geburt einen Hirnschaden und kann nicht ohne fremde Hilfe laufen. Außerdem ist der kleine Junge fast vollständig blind und beherrscht kaum ein Dutzend Wörter. Nun erwarten die Eltern, dass sich sein Zustand mit Hilfe der Stammzellen aus dem Nabelschnurblut deutlich verbessern wird. Der Eingriff wird von der Klinik der Duke University in North Carolina durchgeführt, die schon viel Erfahrung mit ähnlichen Fällen gesammelt hat. Zuversichtlich stimmt die Familie die Tatsache, dass das Blut aus der Nabelschnur bereits bei anderen Kindern mit Hirnschäden dazu beigetragen hat, dass sie ihren Körper besser kontrollieren können. Auch die Sehkraft wurde in mehreren Fällen deutlich stärker.
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