23.03.2010
Eine Gruppe von US-amerikanischen Medizinern unter der Leitung von Dr. Kathleen Collins hat jetzt entdeckt, dass HI-Viren in der Lage sind, im Knochenmark eine medikamentöse Behandlung unversehrt zu überstehen. Die bisher gültige Ansicht, Knochenmark könne nicht vom AIDS-Erreger angegriffen werden, ist damit entkräftet, wie die Zeitschrift “bild der wissenschaft” berichtete.
Die Ärztin Dr. Kathleen Collins und ihre Mitarbeiter von der Universität Michigan erkannten bei der Überprüfung von Knochenmark von HIV-Patienten, dass sich die Erreger nach dem Abbruch einer virenbekämpfenden Behandlung abermals vermehrten. Die Zellen im Knochenmark gelten in der Medizin somit als latent infizierte Zellen. Diese sind besonders langlebig und vermehren sich mit zeitlicher Verzögerung. Deshalb können sich Erreger wie das HI-Virus verstecken und aufgrund ihrer Unauffindbarkeit eine medikamentöse Behandlung überstehen.
Die neugewonnenen Forschungserkenntnisse begrenzen die unproblematische Anwendung von Knochenmark als Ursprung von Stammzellen. Die Gewinnung von Stammzellen aus Nabelschnurblut erscheint dabei natürlich vorteilhafter. Das Baby einer HIV-positiven Mutter ist aufgrund der virenhemmenden Eigenschaft der mütterlichen Plazenta nicht ebenfalls HIV-positiv. weiterlesen »
Für Patienten kommt die Suche nach einem passenden Stammzellspender oft nur schleppend voran. Um die Wartezeit zu verkürzen, bietet sich konserviertes und damit schnell verfügbares Nabelschnurblut an. Denn eine neue Studie zeigt: Der Einsatz des kostbaren Blutes bietet ähnlich gute Erfolgschancen und ein vergleichbar geringes Rückfallrisiko wie eine nicht vollständig passende Knochenmarkspende. Denn wenn kein Spender mit hundertprozentig übereinstimmenden Gewebemerkmalen gefunden wird, muss man leichte Abweichungen in Kauf nehmen. In diesem Fall hat Nabelschnurblut die Nase vorn, da seine Übertragung ein deutlich geringeres Risiko einer Abwehrreaktion mit sich bringt. Deshalb dürfte künftig wesentlich häufiger mit dem wertvollen Blut gearbeitet werden.


