kind-regenbogen-140Aus einer Studie der Universität Belfast geht hervor, dass die Anzahl der Kinder, die in den kommenden Jahren an Diabetes Typ 1 erkranken werden, drastisch zunehmen wird. Die Forscher haben hierfür mehr als 29.000 Patientenakten aus 17 Ländern Europas ausgewertet. Die Rückschlüsse, die die Wissenschaftler daraus ziehen, sind besorgniserregend. Wenn der von ihnen festgestellte Trend bestehen bleibt, werden 2020 fast doppelt so viele Menschen neu an diesem Typ erkranken. Während 2005 etwa 15.000 neue Patienten hinzukamen, prognostiziert die Studie für 2020 einen Anstieg auf 24.400. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen tritt Diabetes Typ 1 auf, das deshalb auch ”jugendliches Diabetes” genannt wird. Es handelt sich dabei um eine Autoimmunkrankheit, bei der die körpereigenen Immunzellen die Betazellen der Bauchspeicheldrüsen angreifen und diese zerstören. Die Betazellen sind jedoch verantwortlich für die Produktion des körpereigenen Insulin. Dieses Hormon wiederum sorgt dafür, dass der Blutzuckerspiegel gesenkt wird. Wenn der Großteil der Betazellen nun zerstört ist, reicht das körpereigene Insulin nicht mehr aus und der Blutzucker steigt sehr schnell. Die Folgen können unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenversagen oder Erblinden sein.

Die bisherige Behandlungsmethode ist gerade für Kinder sehr schwerwiegend. Dem Körper müssen Insulinpräparate gespritzt werden. Daneben muss mehrmals am Tag der Blutzucker gemessen und die in der Nahrung enthaltenen Kohlenhydrate exakt berechnet werden. Die regenerative Medizin forscht daher intensiv nach neuen Therapieansätzen. Ein hohes Potenzial wird dabei den Stammzellen aus dem Nabelschnurblut zugesprochen. Bereits jetzt wird die Stammzelltherapie erfolgreich eingesetzt. Studien aus den USA belegen, dass zum einen nach dieser Behandlungsmethode eine geringere Menge an Insulin benötigt wird. Zum anderen bestätigten die Studien geringere Langzeitfolgen für den Patienten.

Noch fehlen abschließende Erkenntnisse, zu den genauen Gründen für die Erkrankung an Diabetes Typ 1. Die Belfaster Wissenschaftler gehen davon aus, dass veränderten Umwelteinflüsse aber auch der moderne Lebenswandel der Menschen die Erkrankung verursachen könnten. Die Forschung wird in den kommenden Jahren neue Erkenntnisse in puncto Diabetes Typ 1 liefern. Und Nabelschnurblut wird künftig eine wichtige Rolle für die Behandlung spielen.

Bildquelle: www.sxc.hu

 

Kommentar schreiben