01.09.2009
Eine weitere Erfolgsgeschichte des Nabelschnurblutes ist nun aus der Hanyang Universitätsklinik in Seoul zu berichten. Erstmals ist es einem Mediziner gelungen, mit Stammzellen aus Nabelschnurblut nicht nur die Symptome der äußerst seltenen Erbkrankheit zu beheben, sondern auch das betroffene Gen zu korrigieren. Der koreanische Forscher Young-Ho Lee nahm diesen Eingriff bei zwei jungen Patienten vor, bei denen das Wiskott-Aldrich-Syndrom kurz nach der Geburt festgestellt wurde. Da es sich hierbei um X-chromosomal rezessiv vererbte Erkrankung handelt, wurde hierbei Nabelschnurblut eines nicht mit den beiden Patienten verwandten Spenders eingesetzt. Obwohl eines beziehungsweise sogar zwei der sechs HLA-Gewebemerkmale nicht übereinstimmten, sind durch die Transplantation keine Abstoßungsreaktionen hervorgerufenen worden. Zurückzuführen ist dieser Umstand darauf, dass Nabelschnurblut äußerst verträglich ist.
Die Besonderheit dieser Krankheit liegt darin, dass von ihr fast ausschließlich nur männliche Patienten betroffen sind. Bei männlichen Lebendgeborenen beträgt die Wahrscheinlichkeit, vom Wiskott-Aldrich-Syndrom betroffen zu sein etwa 1:100.000 bis 1:250.000. Hervorgerufen wird die Krankheit durch eine Mutation des als Wiskott-Aldrich-Syndrom-Gen bezeichneten Gens. Eine der Folge ist nun, dass die Aktinbildung eingeschränkt ist. Dadurch wird die Bildung der Thrombozyten eingeschränkt. Das bedeutet mit anderen Worten, dass nicht genügend Blutplättchen gebildet werden. Dies äußert sich bei dem Patienten beispielsweise in einer Störung des Immunsystems und der Blutgerinnung. Daneben leiden die jungen Patienten zudem an Hautausschlägen, wiederkehrenden Infektionen oder hämolytischer Anämi. Die Beeinträchtigung ist dabei so schwerwiegend, dass die Lebenserwartung im höchsten Fall zehn Jahre beträgt.
Behandlungsmethoden für das Wiskott-Aldrich-Syndrom gibt es bisher zwei grundsätzlich verschiedene. Zum einen werden die Symptome antibiotisch behandelt. Bei ersten Anzeichen von Infektionen werden bei den betroffenen Patienten Antibiotika wie Penicillin V oder Cotrimoxazol eingesetzt. Diese Behandlungsmethode reagiert allerdings nur auf die Symptome und kann die Ursache der Krankheit nicht beheben. Dies wird mit der kausalen Therapie versucht. Durch die Stammzelltherapie, wie sie bei den beiden jungen Patienten in der Hanyang Universitätsklinik angewendet wurde, soll das Immunsystem wieder funktionstüchtig hergestellt werden. Dass dies gelingen kann, hat nun der koreanische Forscher Young-Ho Lee bewiesen.
Bildquelle: www.sxc.hu
Tags: Anwendung, Heilung, Nabelschnurblut, Wiskot-Aldrich-Syndrom
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