Bei der Geburt ihres dritten Kindes entschied sich Familie Werner aus Laufach für die Einlagerung des Nabelschnurblutes. Rückblickend wünschen sie sich, sie hätten bei ihren ersten beiden Kindern – heute sechs und acht Jahre alt – genau so gehandelt.
Warum haben Sie sich dazu entschieden, das Blut aus der Nabelschnur Ihres Kindes einzulagern?
Wir haben drei Kinder: Eva, Johannes und unsere Jüngste Marlen. Anfangs dachten wir, die Einlagerung von Nabelschnurblut hat etwas mit Genmanipulation zu tun. Daher kam das bei den ersten beiden Kindern für uns nicht in Frage. Mittlerweile haben wir uns besser über die Möglichkeiten von Stammzellen aus Nabelschnurblut informiert und uns bei unserer jüngsten Tochter für die Einlagerung entschieden.
Wie kam es zu diesem Meinungswandel?
Während der dritten Schwangerschaft habe ich mir nähere Informationen zur Einlagerung von Stammzellen aus Nabelschnurblut bei meiner Gynäkologin eingeholt. Sie kannte sich gut mit dem Thema aus und hat uns verschiedene Broschüren privater Nabelschnurblutbanken mitgegeben. Gemeinsam haben wir uns für eine entschieden, die uns seriös erschien und uns die meisten Informationen geliefert hat. Wir haben es bereut, dass wir das Blut aus der Nabelschnur unserer ersten beiden Kinder nicht eingelagert haben, nur weil uns damals die nötigen Informationen fehlten. Wir hörten immer von Stammzellen und dachten sofort an Gentechnik. Dadurch waren wir eher negativ zur Einlagerung von Nabelschnurblut eingestellt. So geht es auch vielen anderen Menschen, denn bei dem Begriff Stammzelle werden oftmals falsche Assoziationen geweckt.
Hatten Sie bei der Geburt Ihrer ersten Tochter vor acht Jahren schon etwas über Einlagerung gehört?
Ja. Wir hatten auch damals Anzeigen für private Nabelschnurblutbanken in Zeitschriften gesehen, uns aber nicht näher darüber informiert. Seitdem hörten wir immer mehr darüber: Unter anderem auch, dass einige Prominente die Stammzellen ihrer Kinder aufbewahrt hatten. Wir waren bei der Geburt unserer dritten Tochter davon überzeugt, dass es nichts Verwerfliches sein kann und haben uns somit für die Einlagerung entschieden. Denn Stammzellen sind einfach neutrale Zellen, die vielseitig eingesetzt werden können.
Demnach ist Ihnen die Entscheidung für die Einlagerung nicht schwer gefallen?
Nein. Beim dritten Kind waren wir uns sicher, dass es richtig ist, das Nabelschnurblut einzulagern. Es ist eine zusätzliche finanzielle Belastung, aber auf jeden Fall eine Sache, die sich lohnt – wie uns auch meine Gynäkologin bestätigt hat. Wir sind froh, diese Sicherheit zu haben, obwohl wir hoffen, dass wir die Stammzellen nie benötigen werden.
Wie lief das ganze ab?
Nachdem wir beschlossen hatten, das Nabelschnurblut einzulagern, wurden uns Fragebögen zugeschickt, die meine Gynäkologin und die Hebamme ausfüllen mussten. Danach haben wir das Entnahmeset erhalten und während der Geburt in der Klinik wussten alle ganz genau Bescheid, was zu tun ist.
Wie ging es nach der Geburt weiter?
Die Geburt unserer Tochter verlief komplikationslos. Ein paar Wochen später wurden wir von einer Mitarbeiterin der Nabelschnurblutbank angerufen, die uns erklärt hat, dass nicht genug Blut aus der Nabelschnur entnommen werden konnte. Das bedeutet, dass die Stammzellen in einem Krankheitsfall nur bis zu einem gewissen Körpergewicht eingesetzt werden können. Ich fand es positiv, dass die Mitarbeiterin persönlich mit uns gesprochen hat. Sie hat uns erklärt, dass die geringe Anzahl der Stammzellen kein großes Problem ist, denn die Forschung setzt im Moment alles daran, dass sie vermehrt werden können. Wichtig ist nur, dass die Zellen aufbewahrt werden. Daraufhin haben wir uns entschieden, das Nabelschnurblut – trotz der geringen Menge – aufzubewahren.
Was würden Sie Müttern empfehlen, die überlegen, das Blut aus der Nabelschnur einlagern zu lassen?
Ich empfehle jeder werdenden Mutter, das Blut ihres Kindes aufzuheben. Es bietet einfach eine Sicherheit für die Zukunft. Sicherlich ist es eine Menge Geld, aber wir würden es immer wieder machen. Wenn wir es nachholen könnten, würden wir das Nabelschnurblut meiner anderen beiden Kinder ebenfalls einlagern lassen.
Können Sie sich vorstellen, das Nabelschnurblut ihres Kindes auch anderen Patienten zur Verfügung zu stellen?
Ich würde das Blut innerhalb meiner Familie verwenden. Zum einen für meine anderen beiden Kinder und zum anderen für mich oder meinen Mann. Die Stammzellen können auch bei Verwandten ersten Grades helfen, die einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erleiden. Menschen, die aus finanziellen Gründen das Blut aus der Nabelschnur ihrer Kinder nicht bei einer privaten Nabelschnurblutbank einlagern lassen, sollten es spenden.
Welches Fazit ziehen Sie aus Ihren Erfahrungen mit der Einlagerung von Nabelschnurblut?
Die Erfahrungen, die wir gemacht haben, sind sehr positiv. Von der privaten Nabelschnurblutbank wurden wir sehr gut betreut und haben viele Information erhalten. Ich empfehle die Einlagerung allen Eltern. Ich finde, es wird für so viele unnötige Sachen Geld ausgegeben: Manche sollten vielleicht aufhören zu rauchen oder weniger Essen gehen. Im Vergleich dazu sind Stammzellen unbezahlbar.
Tags: Einlagerung, Nabelschnurblut, Stammzellen
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