14. Juli 2009

schwangerschaft-s-d-syndrom2Wie wichtig es ist, das Nabelschnurblut bei der Geburt seines Kindes entnehmen und einlagern zu lassen, wird anhand eines Beispiels aus Israel deutlich. Es geht um einen Jungen, der an einer schweren und seltenen Erbkrankheit leidet – dem Shwachman-Diamond-Syndrom. Folgen dieser Krankheit sind neben einer verkürzten Lebenserwartung, ein höheres Risiko, an Leukämie zu erkranken sowie Minderwuchs und eine schwache Bauspeicheldrüse. Zur Behandlung der Krankheit kam eigentlich nur die Stammzelltherapie infrage. Allerdings wurde das Nabelschnurblut des Jungen bei seiner Geburt nicht eingelagert. Die Wahrscheinlichkeit einen passenden Spender zu finden, bei dem die genetischen Eigenschaftem mit denen des Jungen übereinstimmen, ist äußerst gering.

Die Eltern des Jungen wünschten sich ein weiteres Kind. Da sie aber Sorge hatten, dass dieses ebenfalls mit einer schweren Erbkrankheit auf die Welt kommen könnte, rieten die Ärzte zu einer künstlichen Befruchtung. Dies ermöglichte den Medizinern, die so erzeugten Embryos mittels der in Deutschland noch verbotenen Präimplantationsdiagnostik auf Erbkrankheiten hin zu prüfen. Gewünschter Nebeneffekt war zudem, dass ein Embryo ausgewählt werden konnte, dessen genetischen Merkmale mit denen des Jungen übereinstimmten. Denn auch bei Geschwistern liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Stammzellen kompatibel sind und damit für eine Transplantation infrage kommen, lediglich bei 25 Prozent.

Die Ärzte hatten Glück und fanden den ”genetischen Zwilling”. Nach der Geburt des Mädchens wurde sogleich das Nabelschnurblut entnommen und für die Therapie des Junges eingelagert. Die Stammzellen die aus dem Nabelschnurblut seiner Schwester entnommen wurden, können nun bei dem Jungen transplantiert und gegebenenfalls vermehrt werden, falls eine größere Menge benötigt werden sollte. Zudem steht das Mädchen nun als potentielle Knochenmarkspenderin zu Verfügung.

Inwieweit ein solches Verfahren legitim ist, bleibt strittig. Während in Ländern wie Spanien, Großbritannien und Schweden die Präimplantationsdiagnostik legalisiert wurde, ist diese Methode in Deutschland verboten, weil auf diese Weise Embryonen anhand ihrer genetischen Merkmale ausgesucht werden können.

Bildquelle: www.sxc.hu

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