19.08.2009
Stammzellen aus Nabelschnurblut können in der gesteuerten Gewebegeneration eingesetzt werden. Hierbei wird eine Matrix aus Kollagen gezüchtet, die die Trägersubstanz für Zellen bilden, mit deren Hilfe neues Gewebe entsteht. Diese Matrix sieht in etwa so aus wie ein weißer Mini-Schwamm, der sehr weich ist und sich mit den Fingern eindrücken lässt. Diese Kollagen-Matrix kann überall dort eingesetzt werden, wo körpereigener Knorpel zerstört wurde beziehungsweise gänzlich fehlt. Schmerzhafte Knorpelschäden an Kniegelenken können auf diese Art beispielsweise behandelt werden. Bei der Operation platziert der Chirurg dabei an die betroffene Stelle die mit Knorpelzellen besiedelte Matrix. Die Zellen sorgen dann dort dafür, dass sich neues Knorpelgewebe bildet. “Seit 2002 ist dieses Verfahren bei mehreren tausend Patienten in Europa und Australien erfolgreich klinisch eingesetzt worden”, wie der Biochemiker und Geschäftsführer von Matricel, Ingo Herschel, erklärt. Eine weitere Einsatzmöglichkeit dieser neuen Technologie ist die Regeneration der Haut nach schweren Verbrennungen. Auch Kieferknochen, die sich beispielsweise durch Paradontitis oder durch das längere Tragen von Prothesen zurückgebildet haben, können mit diesem Verfahren behandelt werden. Im Bereich der Rückenmarksverletzungen erhofft man sich ebenfalls viel von dieser neuen Technologie. Untersuchungen in diesem Bereich befinden sich aber noch im Anfangsstadium. Für die Knorpelmatrix, die als Grundlage für das Wachstum neuer körpereigener Zellen genutzt wird, verwendet man bei Matricel Knorpel von Schweinen. Diese sind nach Herschel dem menschlichen Knorpel sehr ähnlich und bauen sich im Körper vollständig ab während die Zellen das neue Gewebe produzieren. Das Unternehmen Matricel kooperiert bei seinen Forschungen im Bereich gesteuerte Gewebegeneration mit namhaften Instituten und Universitäten. Unter anderem arbeitet Matricel mit der Freien Universität Amsterdam, dem dort nahe gelegenem Brandwundenzentrum und dem Fraunhofer-Institut für Lasertechnik in Aachen zusammen.
Bildquelle: www.sxc.hu
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