24. November 2008

Nabelschnurblut - Noelia Patrizia FinocchiaroDie Schweizerin Patrizia Finocchiaro hat das Nabelschnurblut ihrer Tochter Noelia Patrizia vor eineinhalb Jahren bei der Geburt einlagern lassen. Sie war enttäuscht, dass in ihrem Heimatland nur wenige Menschen über dieses Thema Bescheid wussten und sie sich mit kaum einem Gleichgesinnten austauschen konnte. Trotzdem entschied sie sich mit ihrem Mann für die Aufbewahrung. Denn für sie geht die Gesundheit ihrer Tochter vor.

Warum haben Sie sich dazu entschieden, das Nabelschnurblut Ihrer Tochter Noelia Patrizia einlagern zu lassen?
Für uns – oder besser gesagt, für unsere Kleine – ist das eine Art Versicherung. Wir können nicht wissen, was in ihrem späteren Leben passiert. Und falls sie doch einmal schwer erkranken sollte, hat sie mit dem eingelagerten Stammzellen aus dem Blut eine große Chance auf Heilung.

Wie sind Sie auf die Möglichkeit aufmerksam geworden, dass Nabelschnurblut eingelagert werden kann?
Ich habe in einer Eltern-Zeitschrift die Anzeige einer privaten Nabelschnurblutbank gesehen und direkt dort angerufen. Daraufhin wurde mir Informationsmaterial zugeschickt. Zusätzlich habe ich mich im Internet informiert. Dadurch erfuhr ich, wie vielfältig die Stammzellen angewendet werden können – so war die Entscheidung schnell gefallen. Auch mein Mann war sofort einverstanden.

Wie hat Ihr Umfeld auf die Entscheidung reagiert?
Leider hatten wir nur eine einzige Freundin aus Deutschland, die das Nabelschnurblut ihres Kindes einlagern ließ und mit der wir uns austauschen konnten. Allerdings hatte sie sich für eine öffentliche Nabelschnurblutbank entschieden. Sie konnte nicht nachvollziehen, warum wir so viel Geld dafür ausgeben. Hier in der Schweiz ist das Thema eher nebensächlich. Fazit war: Alle schauten mich mit großen Augen an, als ich davon sprach. Selbst in der Klinik und bei meinem Gynäkologen konnte mir nicht geholfen werden. Zwar hat mein Frauenarzt von der Einlagerung gehört, aber er erzählte mir auch, dass sich sonst keine seiner Patientinnen dafür entschieden hat. Er erklärte mir dann, dass sich in der medizinischen Forschung noch viel entwickeln kann und sich somit die Einlagerung später vielleicht auszahlt. Im Nachhinein finde ich es schade, dass wir damals nur spärlich Informationen erhalten haben, denn auch im Geburtsvorbereitungskurs wurde dieses Thema nie angesprochen.

Wie haben Sie die Entnahme empfunden?
Die Entnahme habe ich nicht bewusst erlebt. Ich habe alles im Vorfeld organisiert, so dass ich mich während des Kaiserschnitts um nichts kümmern musste: Am Tag vor dem Geburtstermin brachte ich das Entnahmeset in das Krankenhaus. Dort wurde mir versichert, dass ich mir keine Gedanken machen muss. Während des Kaiserschnittes dachte ich dann gar nicht mehr daran, denn ich wollte einfach nur meine Tochter im Arm halten. Die Entnahme des Nabelschnurblutes war eine Sache von ein paar Minuten – ich habe davon nichts gesehen oder gespürt. Ein paar Tage später erfuhr ich von der privaten Nabelschnurblutbank, dass mit dem entnommenen Blut alles in Ordnung ist und es eingelagert werden kann. Damit war die Sache für uns abgeschlossen.

Was würden Sie Müttern empfehlen, die überlegen, das Blut aus der Nabelschnur ihres Kindes einlagern zu lassen?

Werdende Mütter sollten nicht lange überlegen – egal ob es etwas kostet oder nicht. Wenn es um die Gesunderhaltung des eigenen Kindes geht, dann können aus meiner Sicht auch Millionen auf dem Sparbuch nicht helfen. Also: Besser Vorsorgen als Nachsorgen. Eltern wollen immer nur das Beste für ihre Kinder und da ist es nun einmal besser auf beispielsweise einen Urlaub zu verzichten, als auf die Einlagerung.
Würden Sie sich beim nächsten Kind wieder dafür entscheiden?
Ich würde mich auf jeden Fall wieder für eine Einlagerung entscheiden. Dabei kommt eine Spende für mich aber nicht in Frage. Vielleicht bezeichnen das andere Menschen als egoistisch, aber ich möchte für mein eigenes Kind vorsorgen. Aus diesem Grund bin ich zu einer privaten Nabelschnurblutbank gegangen.

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1 Kommentar für “Nabelschnurblut: Vorsorge ist besser als Nachsorge”

  1. Nabelschnurblut international : Nabelschnurblut Says:

    [...] über den steinigen Weg bis zur Nabelschnurbluteinlagerung gibt dafür Denkanstöße. Lesen Sie hier die Geschichte und die Meinung der jungen Mutter zum Thema Nabelschnurblut und dessen Aufbewahrung. [...]

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