Romy und Steffen Grieske aus Bennewitz haben das Nabelschnurblut ihrer Tochter Elena, die heute fünf Jahre alt ist, aufbewahrt. Im Interview erklärt Steffen Grieske, wie es dazu kam und welche Erfahrungen die Eltern dabei gemacht haben.
Wie sind Sie auf die Einlagerung von Nabelschnurblut aufmerksam geworden und warum haben Sie sich schließlich dafür entschieden?
Aufmerksam geworden sind wir durch einen Flyer, den meine Frau beim Frauenarzt fand. Von diesem fühlte sie sich angesprochen und kam dann damit auf mich zu. Natürlich hatte ich dazu einige Fragen: Wie geschieht die Entnahme und was kann man mit dem eingelagerten Blut anfangen? Über diese Themen haben wir gesprochen, aber wir waren dann sehr schnell überzeugt, Elenas Nabelschnurblut aufzubewahren. Uns liegt es nämlich am Herzen, alles zu tun, was möglich ist, damit unser Kind gesund durchs Leben kommt. Daher galt für uns: Wenn es eine gute Möglichkeit zur Vorsorge gibt, dann sollten wir sie auch nutzen. Denn das kann unserer Tochter im Ernstfall einmal helfen.
Wie haben Freunde und Bekannte auf Ihre Entscheidung reagiert?
Ich habe am Arbeitsplatz davon erzählt. Für die meisten meiner Kolleginnen kommt die Aufbewahrung von Nabelschnurblut allerdings aus finanziellen Gründen nicht in Frage. Daher waren die Reaktionen eher negativ. Mit einer Ausnahme: Als ein Arbeitskollege selbst Vater wurde, hat er sich von unserem Beispiel überzeugen lassen und sich ebenfalls dafür entschieden, das Nabelschnurblut einzulagern. Von den weniger guten Reaktionen habe ich mich übrigens nicht beeinflussen lassen – schließlich geht es ja um unser eigenes Kind.
Was wissen Sie über derzeitige und künftige Anwendungen des Blutes aus der Nabelschnur?
Vor allem weiß ich, dass es bei einer eventuellen Krebstherapie helfen kann – ob es nun um Blutkrebs oder um eine andere Form geht. Wenn man etwas tun kann, um dagegen gewappnet zu sein, dann ist das für mich ein guter Grund zur Vorsorge.
Was würden Sie werdenden Müttern und Vätern raten, die über eine Nabelschnurblut-Einlagerung nachdenken?
Ich würde ihnen auf jeden Fall raten, sich damit zu beschäftigen. Wenn mich jemand nach meiner Meinung fragt, sage ich ihm, er solle das Nabelschnurblut seines Babys einlagern lassen. Ob man die Möglichkeit dazu hat, hängt natürlich von der eigenen finanziellen Situation ab. Aber wer in der Lage ist, vorsorgen zu können, dem würde ich dazu raten. Wir selbst haben uns für besondere Ausgaben wie diese, die wir zum Wohle unseres Kindes tätigen, eine kleine Reserve zurückgelegt. Denn dafür ist uns unser Geld nicht zu schade.
Bei manchen Nabelschnurblutbanken gibt es die Möglichkeit, die Stammzellen zwar für das eigene Kind einzulagern, aber sie im Bedarsfall auch für einen anderen Patienten zu spenden. Das Geld für die Aufbewahrung würden Sie in diesem Fall zurückbekommen. Käme das für Sie in Frage?
Zunächst einmal habe ich das Blut natürlich für meine Tochter eingelagert. Wenn jetzt aber jemand eine Spende benötigen würde und es um Leben und Tod ginge, dann würde ich mit mir reden lassen. Letztendlich denke ich aber, dass andere Wege gefunden werden müssen, damit langfristig für jedermann Nabelschnurblut zur Verfügung steht. Zum Beispiel sollte es finanzielle Unterstützung für Menschen geben, die es sich nicht leisten können, das Blut aus der Nabelschnur ihres Babys aufzubewahren. Dann würde sich irgendwann nicht mehr die Frage stellen, ob man zur Spende bereit wäre.
Tags: Aufbewahrung, Einlagerung, Nabelschnurblut, Stammzellen
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