7. August 2009

Nabelschnurblut - Dr. Dietmar EggerDr. Dietmar Egger ist Herstellungleiter in einer privaten Nabelschnurblutbank. Unsere Redakteure haben ihn gefragt, was der bewegendet Moment in seiner bisherigen Arbeit mit Nabelschnurblut war?

Unsere erste Transplantation in Hannover war für mich die bislang eindrucksvollste Erfahrung. Die Eltern eines kranken Jungen, der an einer Blutbildungsstörung litt, bekamen Nachwuchs und lagerten das Blut aus der Nabelschnur im Rahmen unserer Geschwisterinitiative ein. Das war eine sehr emotionale Geschichte, da es für den Jungen die letzte Möglichkeit war, an Stammzellen zu gelangen. Eine lange Suche nach einem passenden Knochenmarkspender war nämlich erfolglos geblieben. Eltern, die so etwas durchmachen, sind Statistiken gleich. Ihnen ist in diesem Moment egal, ob sie einer unter 100 sind! Die häufig rationalen, medizinischen Berichte vergessen die menschlichen Schicksale, die hinter so einer Anwendung liegen. Dem Jungen geht es heute übrigens gut, er hat keinen Rückfall bekommen. Es war für mich und meine Kollegen wirklich eindrucksvoll zu sehen, wie er nach der Transplantation aufgeblüht ist.

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