Für Manuela Hoffmann aus Kosilenzien war vom ersten Augenblick klar – dass Nabelschnurblut ihrer Kinder Tom und Lara soll bewahrt werden. Denn sie hat schon früh in ihrem Leben erkennen müssen, dass schwere Krankheiten vor Kindern nicht halt machen. Im Interview erzählt Sie über die Entscheidung, das Blut aus der Nabelschnur einlagern zu lassen und die Reaktionen von anderern Eltern.
Was hat Sie dazu bewogen, das Nabelschnurblut Ihrer Kinder einlagern zu lassen?
Ich möchte die Sicherheit haben, meine Kinder vor gefährlichen Krankheiten zu schützen. Ich kam als Kind selbst hautnah mit einem Leukämie-Fall in Kontakt: Während meiner Kindergartenzeit gab es einen Jungen, der an dieser Krankheit litt. Und als ich dann als werdende Mutter erfuhr, dass das Behandeln einer solchen Erkrankung schon mit Hilfe des Nabelschnurblutes eines Geschwisterkindes geschehen könnte, stand für mich die Entscheidung fest. Wenn ein Ernstfall in meiner Familie auftreten sollte, habe ich eine solche Reserve zur Verfügung. Denn es ist besser, das Blut zu haben und nicht zu brauchen, als umgekehrt.
Wie haben Sie von der Möglichkeit erfahren, Nabelschnurblut einlagern zu können?
Meine Frauenärztin hat mit mir über diese Möglichkeit gesprochen, als ich mit meinem ältesten Sohn schwanger war. Daraufhin habe ich mich zuerst mit meinem Mann beraten: Schließlich ist diese Entscheidung auch von finanziellen Mitteln abhängig. Doch gerade in Anbetracht der Tatsache, dass auch Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson unter Einsatz von Stammzellen behandelt werden können, erschien uns der materielle Gedanke als zweitrangig.
Haben Sie sich Sorgen über die Nabelschnurblutentnahme gemacht?
Zuerst habe ich mich darüber informiert, wie die Entnahme abläuft. Da das Blut erst nach dem Abtrennen der Nabelschnur entnommen wird, machte ich mir über dieses Thema keine weiteren Gedanken. Und genau wie ich erwartet hatte, bekam ich davon gar nichts mit.
Haben Sie mit Freunden und Bekannten über das Thema Nabelschnurbluteinlagerung gesprochen?
Ich habe oft versucht, andere Mütter auf dieses Thema anzusprechen. In meinem Bekanntenkreis fanden allerdings nur in Ausnahmefällen tiefgreifendere Diskussionen statt, da alle ihre Kinder vor mir bekommen hatten. Insgesamt begegneten andere Menschen dem Thema eher mit Skepsis. Viele nutzen die Möglichkeit der Einlagerung nicht, da sie von ihren Frauenärzten nicht über dieses Thema aufgeklärt wurden. Andere haben abweisend reagiert. Ich kann die Einstellung nicht verstehen, die diese Mütter vertreten: Ein Kind zu bekommen und über eine solche Möglichkeit nicht einmal nachzudenken, wäre für mich undenkbar. Für die anderen Mütter stand dabei vor allem der finanzielle Aspekt im Vordergrund. Doch an Kindern sollte aus meiner Sicht definitiv nicht gespart werden.
Sind Sie froh, dass Sie Ihre Frauenärztin über die Möglichkeit der Einlagerung informiert hat?
Natürlich. Heute tragen auch die Informationen in den Medien, besonders im Fernsehen dazu bei, dass werdende Eltern auf diese Vorsorgemöglichkeit hingewiesen werden. Spätestens dann hätte ich diese Möglichkeit auch in Erwägung gezogen.
Wie lief der Kontakt mit VITA 34 ab?
Ich habe VITA 34 kurzerhand angerufen und daraufhin wurden mir verschiedene Informationsmaterialien zugeschickt. Ungefähr acht Wochen vor dem Entbindungstermin erhielt ich dann ein Päckchen, das ich mit ins Krankenhaus nahm. Kurze Zeit nach der Geburt wurde ich darüber benachrichtigt, dass das Nabelschnurblut abgeschickt und eingelagert worden ist.
Wie hat die Entnahme in Ihrer Klinik dann geklappt?
Absolut problemlos. Die Angestellten waren mit dem Verfahren schon vertraut.
Welches Fazit würden Sie aus den Erfahrungen, die Sie mit der Nabelschnurbluteinlagerung gemacht haben, ziehen?
Dazu kann ich vom heutigen Standpunkt aus noch nicht viel sagen. Wir haben das Blut aus der Nabelschnur eingelagert, jedoch glücklicherweise noch nicht gebraucht. Dabei soll es, wenn möglich, auch bleiben. Ich weiß jedoch, dass das Blut zur Verfügung steht, falls doch ein Ernstfall eintritt. Diese Vorsorgemöglichkeit gibt es nur einmal und ich würde sie jederzeit wieder in Anspruch nehmen.
Tags: Einlagerung, Kinder, Leukämie, Nabelschnurblut, Stammzellen, Vorsorge
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