22. August 2008

Nabelschnurblut - Max und Karl Schulze

Die Einlagerung von Nabelschnurblut ist für Apotherkerin Ina Schulze selbstverständlich, um ihren Kinder Max und Karl eine Art “Lebensversicherung” zu bieten. Jedoch würde sie das Blut bei einem Notfall in der Familie auch freigeben. Lesen Sie im Interview mehr über ihre Beweggründe.

Warum haben Sie das Blut aus der Nabelschnur Ihrer Kinder einlagern lassen?
Wir sehen die Einlagerung als eine Art Lebensversicherung für unsere Kinder an. Falls sie oder wir erkranken, kann es zur Heilung der Krankheiten eingesetzt werden. Wir wissen im Grunde noch nicht, was in 20 Jahren alles möglich sein wird. Doch Fakt ist: Ist die Nabelschnur erstmal weg ist – ist sie weg.

Was war der ausschlaggebende Punkt für Ihre Entscheidung?
Kinder zu bekommen und dann zu haben, war schon immer das Wichtigste in unserem Leben. Deshalb wollten wir auch alles tun, um sie für den Fall der Fälle abzusichern. Natürlich hoffen wir, das eingelagerte Nabelschnurblut nie zu brauchen.

Wie haben Sie von der Vorsorgemöglichkeit Einlagerung von Nabelschnurblut erfahren?
Ich bin Apothekerin. Dadurch habe ich viel über Fachzeitschriften oder Flyer, die bei uns von den Unternehmen ausgelegt werden, erfahren. Auch die Diskussionen über den Sinn oder Unsinn einer Einlagerung konnte ich so von Anfang an verfolgen.

Ist Ihnen die Entscheidung für die Einlagerung leicht gefallen?
Ja – beim ersten Kind war es für uns selbstverständlich. Als das zweite Kind unterwegs war, haben wir überlegt, das Nabelschnurblut nochmal einlagern zu lassen. Mein Mann meinte, wenn wir für ein Kind vorsorgen, sollten wir es beim Zweiten auch machen. Damit hat er vollkommen recht. Obwohl, je nach Verwendungszweck, das eine Nabelschnurblut-Präparat womöglich gereicht hätte.

Könnten Sie sich vorstellen, das Blut aus der Nabelschnur ihrer Kinder zur allgemeinen Verwendung freizugeben?
Das würde auf die Umstände ankommen. Wir haben das Blut für unsere Kinder eingelagert. Wenn es allerdings einen akuten Fall in unserer Familie geben würde, könnten wir uns vorstellen, ein Präparat dafür zu verwenden. In Dresden, wo unsere Söhne geboren wurden, konnte auch für eine öffentliche Nabelschnurblutbank gespendet werden. Werdende Mütter in meinem Umfeld wurden daraufhin auch angesprochen. Für uns war aber von Anfang klar, das Blut unserer Kinder privat einzulagern.

Könnten Sie kurz erklären, wie das ablief, als Sie sich für die Einlagerung des entschieden hatten?
Wir haben bei VITA 34 angerufen und danach jede Menge Unterlagen zugeschickt bekommen. Seit unserem ersten Kind ist das sehr viel ausführlicher geworden. Die Unterlagen wurden dann, unter anderem vom Gynäkologen, ausgefüllt und zurückgesandt. Danach wurde das Entnahmeset sehr schnell geliefert. Wir haben die Klinik im Vorfeld darüber informiert, dass wir Nabelschnurblut einlagern wollen und das Päckchen dann zur Entbindung mitgenommen.

Haben Sie sich Gedanken über die Entnahme gemacht?
Beim ersten Kind habe ich gemerkt, dass die Angestellten mit dem Vorgang noch nicht so vertraut waren. Beim Zweiten sah das schon ganz anders aus – viel routinierter. In beiden Fällen hat es aber funktioniert. Beim zweiten Kind konnte nur wenig Blut aus der Nabelschnur gewonnen werden. VITA 34 rief uns an und klärte uns darüber auf, dass das Präparat wahrscheinlich nur für ein Kind bis 14 Jahre angewendet werden könnte. Wir haben uns aber trotzdem für die Einlagerung entschieden.

Was würden Sie Eltern empfehlen, die auch über die Nabelschnurbluteinlagerung nachdenken?
Aus eigener Erfahrung würde ich immer dazu raten, das Blut einzulagern. Ich habe es nicht bereut. Wer weiß schon, was dem Kind oder der Familie alles passieren kann. Für uns ist es sehr beruhigend zu wissen, dass für manche Fälle schnelle Hilfe vorrätig ist. Zudem ist sehr viel Bewegung in der Forschung mit Stammzellen. Wer weiß, was für Organe in Zukunft nachgebildet werden können.

Werden Sie als Apothekerin auf das Thema ”Einlagerung von Nabelschnurblut” angesprochen und haben Sie Informationsmaterial dazu?
Ja – bei uns liegen diverse Babyzeitschriften aus. Darin befinden sich Flyer von Unternehmen, die das Blut einlagern. Aufklärungsbroschüren sind auch bei den Gynäkologen zu finden. Inzwischen ist das Thema in aller Munde und es gibt viel mehr darüber zu lesen, als noch vor ein paar Jahren.

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