Nabelschnurblut ist nicht nur bei Eltern, die für die Gesundheit ihrer Kinder vorsorgen möchten, ein großes Thema. Auch die Stammzellmedizin und -forschung interessieren sich immer stärker für das Blut aus der Nabelschnur, weil es viele Stammzellen von unterschiedlicher Art enthält. Zudem ist es bei der Geburt leicht zu gewinnen. Daher überrascht es nicht, dass das Thema auch für die Teilnehmer internationaler Forscherkongresse einen hohen Stellenwert hat. Das dürfte auch bei der Konferenz ”Adult somatic stem cells – new perspectives”, bei der sich Ende November Wissenschaftler von Weltformat treffen werden, nicht anders sein. Denn die Tagung im Fürstentum Monaco wird von der Nabelschnurblut-Expertin Prof. Eliane Gluckman geleitet, die als Ärztin im Pariser Krankenhaus Saint-Louis arbeitet. Gluckman setzt sich vor allem dafür ein, dass Europa in der Forschung mit Nabelschnurblut nicht zurückfällt. Sie selbst behandelte mit dem Blut bereits Patienten, darunter ein Kind mit Fanconi-Anämie. Zu den ersten Medizinern, die das Blut aus der Nabelschnur in der medizinischen Praxis eingesetzt haben, gehört auch Prof. Hal Broxmeyer aus Indianapolis, der ebenfalls am Kongress teilnehmen wird. Aus Deutschland wird der Kardiologe Dr. Andreas Zeiher (Frankfurt am Main) anreisen, der Erfahrungen damit gesammelt hat, Herzpatienten mit Stammzellen zu therapieren.
Veranstaltet wird der Kongress übrigens von der katholischen Kirche: Die Päpstliche Akademie für das Leben und die Weltföderation der Katholischen Ärztekammern zeichnen für die Organisation verantwortlich. Mit diesem Engagement möchte die Kirche ein Zeichen setzen und darauf hinweisen, dass die Vorteile der Stammzellforschung nicht nur mit embryonalen Stammzellen genutzt werden können, was die Vertreter der Katholiken aus ethischen Gründen ablehnen. Vielmehr können durch den Einsatz adulter Stammzellen, wie sie im Nabelschnurblut vorkommen, beachtliche medizinische Fortschritte erreicht werden. Deshalb befürwortet die Kirche die Verwendung dieser Zellen. Mehr und mehr Krankheiten, wie beispielsweise Anämien, Diabetes oder Tumore, können immer öfter auf diese Weise behandelt werden.
Tags: Nabelschnurblut, Stammzellen
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