15.09.2009
Ein dreijähriges Kind hatte infolge eines Herzstillstandes einen Hirnschaden erlitten und war daraufhin erblindet und ins Wachkoma gefallen. Dank einer Therapie mit Stammzellen aus Nabelschnurblut kann es nur kanpp acht Monate nach der Behandlung wieder sehen und beginnt nun langsam auch zu sprechen.
Das Kind wurde von einem Bochumer Ärzteteam behandelt, das neue Therapien mit Stammzellen aus Nabelschnurblut erforscht. Nach zahlreichen Tierversuchen, aus denen hervorging, dass Stammzellen aus Nabelschnurblut spastische Lähmungen verhindern können, wurde anschließend das Kind mit Nabelschnurblut behandelt. Diese Erfolge bei Mensch und Tier führten dazu, dass vor kurzem wieder ein Kind auf diese Weise behandelt werden konnte. Einem drei Monate altem Säugling, der infolge einer Hirnhautentzündung einen starken Hirnschaden mit spastischen Lähmung entwickelte, wurden ebenfalls Stammzellen aus Nabelschnurblut gespritzt. Das Bochumer Team um Arne Jensen, Leiter des Bochumer Campus Klinik Gynäkologie, und Eckhard Hamelmann, Direktor der Universitätskinderklinik am St.-Josef-Hospital, erhofft sich von dieser Stammzelltherapie zumindest eine Linderung der Leiden.
Bei Hirnschäden kann eine Therapie mit Stammzellen insoweit helfen, dass sie Stoffe freisetzen, die Entzündungsreaktionen hemmen und das Nervenwachstum anregen. Außerdem, so Jensen gegenüber der Zeitschrift Rheinischen Merkur weiter, verhindern Stammzellen die Bildung von Narben. Er ist überzeugt, dass die Einlagerung von Stammzellen eine sinnvolle Maßnahme ist, denn in Zukunft wird es auch noch weitere Therapieansätze auf der Basis von Nabelschnurblut geben. Die medizinischen Risiken bei der Verwendung von Nabelschnurblut schätzt er als gering ein. Ein Problem bei Nabelschnurblut ist hingegen vor allem die geringe Menge, die bei einer Entbindung entnommen werden kann, so dass die Stammzellen meist nur für eine einzige Behandlung ausreichen. Aber auch hier sieht Jensen zukünftig Verbesserungsmöglichkeiten. Er ist überzeugt, dass Stammzellen bald im Reagenzglas vermehrt werden können und auf diese Weise für mehrere Behandlungen zur Verfügung stehen.
Bildquelle: www.sxc.hu
Tags: nabelschnurblut anwenden, Therapie
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