Jona und Luisa RothenhoferDie Rothenhöfers aus Lauffen haben zwei Kinder – Jona und Luisa. Von beiden haben sie das Nabelschnurblut aufbewahrt. Im Interview erzählt Mutter Ute von den Freuden des Elternseins und von ihrer Entscheidung, das Blut bei der Geburt einzulagern. Über die medizinischen Anwendungsmöglichkeiten der Stammzellen aus dem Nabelschnurblut zeigt sie sich bestens informiert und glaubt an zukünftige Forschungserfolge auf diesem Gebiet.

Was ist es für ein Gefühl, Mutter zu sein, und wie empfanden Sie die ersten Tage in dieser Rolle?

Ich bin sehr gerne Mutter. Das ist eine schöne Erfahrung, auch wenn es natürlich manchmal anstrengend ist, Kinder zu erziehen. Aber ich habe zwei sehr liebe Kinder: Einen acht Jahre alten Sohn und eine fünfjährige Tochter. Es macht mir sehr viel Spaß, ihnen beim Wachsen zuzusehen und zu verfolgen, wie sich ihre Persönlichkeit entwickelt. Die ersten Tage waren natürlich besonders spannend.

Was bedeutet die Entscheidung, das Blut aus der Nabelschnur aufzubewahren, für Sie?

Wir wollten mehr Sicherheit für Jona und Luisa. Deshalb haben wir das Blut eingelagert, damit im Falle eines Falles eine Erkrankung eines der Kinder mit den Stammzellen geheilt werden kann.

Halten Sie sich über die Anwendungsmöglichkeiten von Nabelschnurblut auf dem Laufenden?

Ja, ich lese regelmäßig die Infobriefe meiner Nabelschnurblutbank und schaue auch ins Internet. Aus dem Netz habe ich von Forschungen erfahren, die beispielsweise das Ziel haben, Patienten mit Alzheimer oder Schlaganfall mit Stammzellen zu therapieren. Besonders interessiert mich auch die Aussicht, dass die Parkinsonsche Erkrankung eines Tages mit Nabelschnurblutzellen behandelt werden könnte. Außerdem freue ich mich über die Fortschritte der Studien mit Kindern, die Diabetes Typ 1 haben und mit Hilfe des Blutes geheilt werden sollen.

Wie haben Ihre Freunde oder Bekannten darauf reagiert, dass Sie das Blut aufbewahren ließen?

Die meisten wussten gar nicht, worum es dabei geht. Zu dem Zeitpunkt, als meine Kinder geboren wurden, war diese Möglichkeit wohl noch nicht so bekannt wie heute. Als ich von der Einlagerung erzählt habe, waren die Reaktionen zwar positiv, aber Nachahmer gab es nicht. Das hatte bei einigen finanzielle Gründe – die ich nicht immer verstehe, denn für viele andere Dinge wird genügend Geld ausgegeben. Manche sind auch zu wenig daran interessiert, sich näher über das Thema Nabelschnurblut zu informieren.

Was würden Sie einer Schwangeren empfehlen, die noch unentschlossen ist, ob sie das Blut aus der Nabelschnur ihres Kindes einlagern lassen soll?

Ich würde ihr raten, es zu tun, da die medizinische Forschung immer weiter voranschreitet und es dadurch mehr und mehr Möglichkeiten gibt. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten dürften daher viele Krankheiten besser behandelbar werden. Dann könnte noch mehr Kindern mit Hilfe des Blutes geholfen werden.

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