Sonja Eichhorn* ist drei Jahre alt und die erste Patientin, die im Rahmen der Studie zu Typ-1-Diabetes an der TU München behandelt wurde. Im Februar 2008 war die Erkrankung bei ihr festgestellt worden. Die Eltern Susanne und Michael haben bei ihrer Geburt im März 2006 vorsorglich Nabelschnurblut einlagern lassen. Wir haben mit ihnen über die Hintergründe gesprochen.
Warum haben Sie das Nabelschnurblut für Ihre Tochter eingelagert?
Die Einlagerung haben wir in der Hoffnung vorgenommen, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt aufgrund des medizinischen Fortschritts für unsere Tochter oder für andere Familienmitglieder von Vorteil sein könnte. Eine Diabetes-Erkrankung war für uns zu der Zeit nicht abzusehen, wir hatten auch bisher in der Familie keinerlei Vorerkrankungen.
Warum haben Sie an der Studie teilgenommen? Was sind Ihre Erwartungen?
Zum einen möchten wir die Stammzellforschung unterstützen und damit aktiv am medizinischen Fortschritt teilhaben. Außerdem erhoffen wir uns natürlich durch die Nabelschnurblut-Behandlung eine Abmilderung des Krankheitsverlaufs bei Sonja. Dank der relativ großen Menge an verfügbarem Nabelschnurblut musste glücklicherweise nicht das gesamte Blut eingesetzt werden. Das Blut wurde in zwei Beuteln eingefroren und nur einer wurde verwendet.
Wie verlief die Behandlung in der Klinik?
Der Ablauf war völlig reibungslos und professionell. Die Vorbereitungen verliefen ganz still im Hintergrund. Wir haben ehrlich gesagt nur am Rande mitbekommen, dass da erheblicher logistischer und personeller Aufwand betrieben wurde. Ansonsten haben wir uns natürlich voll und ganz auf Sonja konzentriert. Sie hat die Transplantation sehr gut überstanden und nichts gemerkt. Nun sind wir gespannt, was herauskommt.
* Namen auf Wunsch der Eltern geändert.
Tags: München, Nabelschnurblut, Studie, Typ-1-Diabetes
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2 Kommentare für “Nabelschnurblut im Einsatz: “Der Ablauf war völlig reibungslos und professionell.””Kommentar schreiben |
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06.06.2010 um 18:56
hallo..
Ich bin jetzt zum 2.schwanger und bin am überlegen ob ich nabelschnurblut aufbewahren soll oder nicht ich habe auch typ 1 diabetes ich brauche dringend rat wenn ja wo? Es gibt einige banken die man aufbewahren lassen kann hab echt keine ahnung was ich machen soll….
lg
sahin cigdem
08.06.2010 um 16:30
Ihr Gynäkologe und Ihre Entbindungsklinik können Sie sicherlich über das Thema Nabelschnurbluteinlagerung aufklären. Sie können sich aber auch im Internet informieren, z.B. auf http://www.nabelschnurblut.de oder bei den Anbietern selbst. Die größte deutsche Nabelschnurblutbank ist Vita 34 http://www.vita34.de. Hier finden Sie auch eine Übersicht über alle Kliniken in Deutschland, in denen Nabelschnurblut entnommen werden kann.
Ihr Redaktionsteam