Nabelschnurblut - Dr. Andreas Ottlik

Dr. Andreas Ottlik klärt als Frauenarzt werdende Mütter zum Thema Einlagerung von Nabelschnurblut auf. Warum ihm dieses Thema am Herzen liegt und welche Ratschläge er den Müttern mit auf den Weg gibt, erklärt der Arzt aus Oschatz im Interview. Sein Fazit zur Aufbewahrung von Nabelschnurblut: ”Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich es tun!”

Was motiviert Sie, werdende Mütter aufzuklären?
Gerade Schwangere sind sensibel und empfänglich, was die Gesundheit Ihres Kindes angeht. Sie sollten daher objektiv über Vorsorgemöglichkeiten informiert werden. Die Einlagerung von Nabelschnurblut ist eine moderne Option für die Zukunft und sollte in der Beratung angesprochen werden.

Was sind die häufigsten Fragen werdender Mütter im Zusammenhang mit der Einlagerung von Nabelschnurblut?
Häufig kommt die Frage nach der Anwendung: Wird das Nabelschnurblut heute schon eingesetzt und wie könnte es in Zukunft genutzt werden? Was macht die Forschung damit? Reicht das Nabelschnurblut auch für zwei Behandlungen? Viele der Fragen, besonders im Hinblick auf die Anwendung und Forschung, kann ich beantworten, für andere sind wiederum Experten gefragt. Hier verweise ich zum Beispiel auf die Telefonberatung der Anbieter von Nabelschnurbluteinlagerungen.

Was raten Sie werdenden Eltern, wenn sie überlegen Nabelschnurblut einzulagern?
Zunächst einmal verweise ich auf die vielfältigen Möglichkeiten, wie Internet oder regionale Informationsabende, um sich Auskünfte einzuholen. Oftmals rate ich Eltern auch: Fahren sie zum Unternehmen und schauen sie sich dort alles an. Bei Eltern, die sich Sorgen wegen der Kosten machen, bringe ich den Vergleich mit einer Versicherung an: Eine Versicherung wird in der Hoffnung bezahlt, sie nie zu brauchen. Falls es jedoch eine Notsituation gibt, springt sie ein und hilft. Es ist eine Art ”Absicherung im Hintergrund”. Jungen Eltern, die finanziell noch nicht so stabil sind, rate ich auch, die Familie, also zum Beispiel die Großeltern, mit einzubinden. Diese schenken ihren Enkeln manchmal ein Sparbuch zur Geburt. Das Geld könnte aber auch für die Einlagerung von Nabelschnurblut eingesetzt werden.

Wenn Sie über die Einlagerung von Nabelschnurblut beraten, empfehlen Sie eher private oder öffentliche Banken?
Ich finde es sinnvoll, öffentliche Nabelschnurblutbanken aufzufüllen, damit mehr erkrankte Menschen Hilfe bekommen können. Mir ist aus den regionalen Entbindungskliniken nicht bekannt, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt Nabelschnurblutspenden für öffentliche Blutbanken entnommen werden. Deshalb finde ich es gut, wenn private Nabelschnurblutbanken die Option anbieten, die Daten zusätzlich in ein öffentliches Spenderegister einzustellen. So können Eltern für ihr Kind einlagern und im Notfall entscheiden, ob sie es für einen anderen Patienten freigeben möchten. Die individuelle Gesundheitsvorsorge nimmt eine immer größere Rolle ein. Somit ist die Einlagerung von Nabelschnurblut ein Schritt in die richtige Richtung.

Was halten Sie persönlich von der Einlagerung von Nabelschnurblut?
Auch wenn noch viele Fragezeichen bei der praktischen Anwendung der Stammzellen aus Nabelschnurblut bestehen, hoffe ich auf die Entwicklung in den nächsten Jahren und Jahrzehnten. Aus meiner Sicht ist die Einlagerung von Nabelschnurblutstammzellen eine gute Gelegenheit, in die Zukunft zu investieren und die Geburt des Kindes eine einmalige Chance, die genutzt werden sollte. Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich einlagern.

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