15. Mai 2009

Die Mensings haben vorgesorgt und Marlons Nabelschnurblut eingelagert. Marlon Mensing aus Gronau-Epe ist ein Jahr alt. Seine Eltern haben sein Nabelschnurblut bei der Geburt aufbewahrt, um für die Zukunft ihres Kindes vorzusorgen. Das hat auch die Krankenkasse befürwortet, wie die Mutter, Doris Kreimer-Mensing, im Interview berichtet. Außerdem beschreibt sie die positiven Reaktionen auf die Nabelschnurblut-Einlagerung aus ihrem Bekanntenkreis.

Wie sind Sie mit dem Thema Nabelschnurblut in Berührung gekommen – wann haben Sie erstmals von der Möglichkeit erfahren, es aufzubewahren?

Mein Mann und ich sind beide durch Werbeanzeigen in Apothekenzeitschriften darauf aufmerksam geworden. Außerdem fanden wir dort einen Bericht über die Einlagerung von Nabelschnurblut. Ungefähr zur Halbzeit der Schwangerschaft haben wir uns verstärkt mit dem Thema beschäftigt und weitere Informationen über das Internet eingeholt. Ich habe auch mit zwei Ärzten gesprochen – mit meinem Frauenarzt sowie dem Leiter der Klinik, in der ich entbunden habe. Beide haben die Entnahme sehr befürwortet.

Was hat die Einlagerung für Sie bedeutet?

Wir haben es unter dem Gesichtspunkt getan, dass wir das Bestmögliche für unser Kind wollten, was nicht am Geld scheitern sollte. Für den Fall, dass unser Sohn einmal eine schlimme Krankheit bekommt – wovon wir natürlich nicht ausgehen – wollten wir alles tun, was wir konnten, um ihn abzusichern. Viele Krankheiten sind zwar noch nicht heil- oder behandelbar, aber es gibt immer neue medizinische Fortschritte, was die Einsetzbarkeit von Stammzellen angeht. Deshalb haben wir uns entschlossen, das Nabelschnurblut aufzubewahren.

Wenn Sie noch weitere Kinder bekommen sollten – würden Sie dann das Blut aus ihrer Nabelschnur erneut einlagern lassen?

Bei uns sind keine weiteren Kinder geplant. Gerade deshalb wollen wir die größtmögliche Sicherheit für Marlon. Aber auch wenn wir ein zweites Kind bekämen, würden wir auf jeden Fall das Nabelschnurblut wieder konservieren.

Wie haben Familienmitglieder, Freunde und Bekannte auf die Aufbewahrung reagiert?

Durchweg positiv. Manchen war noch unklar, worum es eigentlich geht und welcher Sinn dahinter steht. Nachdem wir sie aber aufgeklärt hatten, fanden es alle gut. Allerdings kommt diese Vorsorgemöglichkeit nicht für jeden in Frage, da einige sie sich nicht leisten können.

Haben Sie auch von der Möglichkeit gehört, das Blut zu spenden?

Ja, darüber wurde im Kreis unserer Bekannten viel diskutiert. Dabei hieß es, die private Einlagerung sei zu teuer, und wenn man das Blut spende, würde es nichts kosten. Aber wenn ein Fremder das Nabelschnurblut bekommt, steht es eben nicht mehr für unser eigenes Kind zur Verfügung. Deshalb haben wir das Geld investiert und das Blut für Marlon gesichert.

Einige Krankenkassen haben mittlerweile damit begonnen, die Konservierung zu unterstützen. War das bei Ihnen der Fall?

Nein, wir hatten uns danach erkundigt, aber bei unserer Kasse gab es noch keine finanzielle Hilfe. Allerdings hat uns der Versicherungsberater mitgeteilt, dass die Aufbewahrung von Nabelschnurblut befürwortet wird und dass es Überlegungen gibt, dafür in Zukunft einen Zuschuss einzuführen.

Was würden Sie anderen Müttern raten, die noch unsicher sind, ob sie das Nabelschnurblut bei der Geburt ihres Babys einlagern lassen sollen?

Ich plädiere auf jeden Fall dafür. Wenn mich jemand fragt, versuche ich gern, über das Thema aufzuklären. Bei Bedarf würde ich auch die Infomaterialien weitergeben, die ich regelmäßig von meiner privaten Nabelschnurblutbank bekomme. Denn ich hoffe, anderen zeigen zu können, wie sinnvoll die Einlagerung ist.

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