21.07.2009
Die Regenerative Medizin und die Nabelschnurblutforschung können zunehmend größere Erfolge vorweisen können. Bereits heute werden bei etwa 70 Krankheiten, wie verschiedene Formen von Anämien und Krebs sowie bei genetischen Störungen und Organschäden, die aus dem Nabelschnurblut gewonnenen Stammzellen eingesetzt. Trotz dessen wird zum Beispiel in Europa noch 95 Prozent des Nabelschnurblutes nach der Geburt ungenutzt entsorgt.
Ein vergleichbarer Wert findet sich auch in New Jersey. 115.000 Babys werden hier jährlich geboren. Bei gerade einmal fünf Prozent von ihnen wird das Nabelschnurblut eingelagert und für eine spätere Verwendung aufbewahrt. Der Rest und damit auch die wertvollen Stammzellen, werden einfach weggeworfen. Wie hier in Deutschland wird das Nabelschnurblut nur dann entnommen, wenn die Mutter vor der Geburt die Entscheidung dafür getroffen hat. Oft sind Eltern jedoch nur unzureichend über die Vorteile und Potenziale informiert, die das Nabelschnurblut in sich birgt. So stehen die unzähligen ungenutzten Stammzellen den vielen Patienten gegenüber, die an ihrer schweren Krankheit sterben, weil sie keinen passenden Spender finden.
Auf dieses Missverhältnis hat der Staat New Jersey im letzten Jahr reagiert und ein neues Gesetz erlassen. Dieses fordert die Ärzte und das medizinische Personal der Krankenhäuser dazu auf, werdende Eltern stärker darüber zu informieren, wie die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut ihres Kindes helfen können, Leben zu retten. Unabhängig davon, ob das Nabelschnurblut privat eingelagert wird und so dem Kind oder der Familie zur Verfügung steht oder ob das Blut gespendet wird – für den Abfall ist es einfach zu kostbar. Aus einer Studie geht hervor, dass die Stammzellen mittlerweile bei einem von 150 Menschen, bei denen das Nabelschnurblut eingelagert wurde, auch eingesetzt werden. Die Tendenz ist stark steigend. Bereits heute werden Stammzellen erfolgreich beispielsweise zur Behandlung von Herzinfarkten eingesetzt. Die vorrangig älteren Patienten können jedoch nicht auf eigene Stammzellen zurückgreifen, da es die Möglichkeit der Einlagerung noch nicht lange genug gibt.
Für die Gesetzgeber in New Jersey besteht eine moralische Notwendigkeit, das Nabelschnurblut zu konservieren und daher ist dieses Gesetz auch im November des letzten Jahres in Kraft getreten.
Bildquelle: www.pixelio.de
Tags: Aufbewahrung, Gesetz, Nabelschnurblut, spenden
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