Mit den aus Nabelschnurblut gewonnenen Stammzellen kann man bereits jetzt Krankheiten wie Leukämie, Multiple Sklerose oder die Fanconi-Anämie behandeln und oft auch vollständig heilen. Im Gegensatz zum Knochenmark ist die Gewinnung der Stammzellen wesentlich einfacher und weniger mit Komplikationen behaftet. Aus der Nabelschnur und der Plazenta wird das Blut entnommen und für künftige Behandlungen eingelagert. Das Problem ist aber momentan noch, dass die auf diese Weise gewonnene Menge an Blut für die Behandlung eines Erwachsenen zu gering ist. Gerade einmal 50 Milliliter Nabelschnurblut können im Durchschnitt entnommen werden. Daher ist die Stammzellforschung sehr daran interessiert, neue Methoden für die Vermehrung der Stammzellen zu entwickeln.
Seit kurzem beschäftigt sich ein Wissenschaftlerteam damit, neue Verfahren zur Vermehrung der Stammzellen zu untersuchen. Albrecht Müller, Professor für Strahlenkunde und Zellforschung an der Universität Würzburg, ist Initiator und Sprecher dieses Forscherverbundes. ”Mit Nabelschnurblut können wir gezielt das körpereigene Regenerationspotenzial für therapeutische Zwecke nutzen”, erklärt der Stammzellforscher die Notwendigkeit ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit. Insbesondere für Krankheiten, die mit dem Ausfall von Zell-, Gewebe- oder Organfunktionen verbunden sind, wären neue Erkenntnisse in Bezug auf die Vermehrung von Stammzellen wie ein Sechser im Lotto. So könnten künftig neben den oben genannten Krankheiten auch Herz- und Lungenschäden immer besser behandelt und die Wahrscheinlichkeit der vollständigen Genesung erhöht werden.
In den kommenden drei Jahren wollen die Forscher nun vier verschiedene Verfahren auf ihre Tauglichkeit hin überprüfen. Der Forscherverbund um Albrecht Müller möchte Licht in das ein oder andere bisher noch ungelöstes Rätsel der Stammzellforschung bringen. Selbst wenn es nach den drei Jahren keine am Menschen anwendbaren neuen Verfahren geben sollte, so ist der Stammzellforscher doch optimistisch, neue Erkenntnisse und vielleicht auch Ansätze für neue Therapien bieten zu können.
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24. 09. 2009 at 10:29
[...] ist er überzeugt, dass der Forschungsverbund neue Erkenntnisse im Bereich der Nabelschnurblut-Forschung gewinnen wird und sich so vielleicht neue Therapieansätze bieten werden. Mai 19, 2009 | abgelegt [...]