Der Umgang mit werdenden Eltern benötigt besonderes Fingerspitzengefühl. Schliesslich müssen sie ständig wichtige Entscheidungen für ihren Nachwuchs treffen. Dr. rer. nat. Marion Bartel ist studierte Biochemikerin und selbst Mutter von zwei Kindern. Sie arbeitet in der Fachberatung einer privaten Nabelschnurblutbank. Im Interview berichtet Sie über ihren Antrieb, Eltern umfangreich über Nabelschnurblut und dessen Möglichkeiten aufzuklären.
Was motiviert sie persönlich, Eltern zu beraten?
Ich bin selbst Mutter von zwei Kindern. Bei der Geburt meines Sohnes habe ich noch nichts von Nabelschnurblut gewusst und kein Blut aufbewahrt. Bei der Geburt unserer Tochter vor drei Jahren war das anders. Dabei haben mein Mann und ich gesagt, wir lagern das Nabelschnurblut ein. Das ist eine Situation, die mir auch im Gespräch mit Eltern immer wieder begegnet. ”Wir haben das ja gar nicht gewusst”, heißt es dann. Und das möchte ich gerne ändern. Mir ist es wichtig, dass alle Eltern wissen, dass die Möglichkeit gibt, Nabelschnurblut aufzubewahren. Und dass sie verstehen, wofür das gut ist. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass Nabelschnurblut-Stammzellen in Zukunft eine immense Bedeutung für die Medizin haben werden.
Wenn Sie zukünftigen Eltern in punkto Nabelschnurblut einen Rat mit auf den Weg geben könnten, welcher wäre das?
Jeder sollte sich zunächst über das Thema Nabelschnurblut-Einlagerung informieren. Es ist ein spannendes Thema und es passiert wahnsinnig viel auf dem Gebiet der Stammzellmedizin. Nabelschnurblut ist die ideale Quelle zur Gewinnung von Stammzellen, weil diese Stammzellen sehr jung, gesund und risikolos in der Entnahme sind. Natürlich hoffe ich, dass unsere kleinen Kunden die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut niemals benötigen werden und ein Leben lang gesund bleiben. Aber die Entscheidung für die Einlagerung des Nabelschnurblutes müssen alle Eltern für sich allein treffen. Wichtig ist mir nur, dass sich die Eltern vorab informiert haben und auf Basis von Fakten und nicht von Vorurteilen entscheiden.
Tags: Beratung, Einlagerung, Nabelschnur, Nabelschnurblut, Stammzellen
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