28. August 2008

Nabelschnurblut - Kira MachtAngefangen als Beleghebamme, gründete Hebamme Kira Macht zusammen mit Ihrem Mann Thorsten Rautenberg das Unternehmen ”Hebammenpraxis PLANET BABY®”. Erst waren es nur ein paar Räume, später ein eigenes Geburtshaus. Ein Thema war von Anfang an immer mit dabei: Die Entnahme von Nabelschnurblut.

Was war Ihre Motivation, den Berufsweg der Hebamme einzuschlagen?
Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen ist es die Tätigkeit an sich – ich habe mit jungen glücklichen Frauen und ihren Babys zu tun. Zum anderen kann ich mich zwischen der Arbeit als Freiberuflerin oder Angestellte entscheiden. Ich persönlich habe mich für die Selbständigkeit entschieden. Denn mir ist wichtig, die Familien weit vor der Geburt kennen zu lernen, um die Umstände zu verstehen und mich auf die Schwangeren einzustellen. Auch die Nachsorge liegt mir sehr am Herzen, denn ein Neugeborenes schafft eine Situation, die die Eltern vor neue Herausforderungen stellt.

Warum haben Sie sich dazu entschlossen, Ihr eigenes Geburtshaus zu eröffnen?
Ich war von Anfang an freiberuflich tätig und habe Schwangere während der Vorsorge betreut und Kurse gehalten – allerdings im Krankenhaus. Dann wurde das Projekt ”PLANET BABY®” ins Leben gerufen und die neuen Räumlichkeiten – vorerst nur für Beratung, Vorsorge und Kurse – so ausgestattet, dass im Notfall auch Entbindungen vorgenommen werden konnten. Die erste Geburt ließ dann auch nicht lange auf sich warten – weitere sollten folgen. Daraufhin entschieden wir uns im August 2003, ein Geburtshaus zu eröffnen. Inzwischen haben wir über 1.200 Schwangere und frisch gebackene Eltern betreut.

Wie läuft ein Beratungsgespräch bei Ihnen ab?
Das ist sehr unterschiedlich und abhängig vom Vorwissen der Schwangeren. Wir sprechen die Frauen aktiv auf die Einlagerung von Nabelschnurblut an – das gehört zum Pflichtprogramm bei uns in der Geburtsvorbereitung. Denn wir haben schon oft Frauen erlebt, die von Ihren Gynäkologen nicht über die Möglichkeit der Einlagerung informiert wurden, weil der Frauenarzt das beispielsweise nicht befürwortet. Die häufigste Frage, die mir dann gestellt wird ist: ”Hast du das gemacht?” – und da kann ich nur mit ”ja” antworten und es empfehlen.

Welche Momente sind Ihnen im Laufe der vergangenen Jahre besonders in Erinnerung geblieben?
Da fallen mir spontan zwei Geburten ein: Beide liefen sehr schnell ab. Bei der ersten stand eine Schwangere stoßweise atmend und pressend so plötzlich bei uns vor der Tür, dass ich keine Zeit hatte, mir etwas anderes als den Bademantel anzuziehen – Farbe: schweinchenrosa.
Die andere Geburt fand im Rettungswagen statt. Wir hätten es zeitlich nicht mehr ins Geburtshaus geschafft, so hielten wir in einem Ort an der Bushaltestelle an und machten es uns gemütlich – die Schwangere und ihr Mann, das Team des Rettungswagens, meine Hebammenschülerin und ich. Trotz der Umstände verlief die Geburt reibungslos und auch das Blut aus der Nabelschnur konnte entnommen werden.

Bildquelle: Kerstin Pukall, www.pukall.de

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