Kerstin Woelk aus Rietschen hat das Nabelschnurblut ihrer vierjährigen Tochter Anika einlagern lassen. Von ihren Beweggründen und davon, wie sie die damit verbundene finanzielle Herausforderung gemeistert hat, erzählt die Mutter im Interview.
Wie haben Ihre Freunde oder Bekannten reagiert, als Sie erzählt haben, dass Sie das Blut aus der Nabelschnur Ihres Babys einlagern lassen?
Sie haben das sehr positiv gesehen und mich sogar aktiv unterstützt. Denn vielen, die mir etwas für das Kind schenken wollten, habe ich gesagt: ”Vom ersten Kind ist noch so viel Kleidung und Spielzeug übrig, und die Kleine braucht keinen zehnten Strampler. Lieber wäre mir ein finanzieller Beitrag für die Einlagerung des Blutes.” Freunde, Bekannte, Oma und Opa – alle, die ich darum bat, haben sich beteiligt. Mit vereinten Kräften war es dann kein Problem, die Aufbewahrung zu bezahlen.
Wodurch sind Sie auf die Möglichkeit, das Nabelschnurblut entnehmen zu lassen, aufmerksam geworden, und wie haben Sie sich weiter darüber informiert?
Zum ersten Mal etwas davon mitbekommen habe ich bei der Geburt meines ersten Kindes, Richard, vor fast neun Jahren. Ich bin leider erst im Krankenhaus auf die Broschüren gestoßen, die dort auslagen und mit denen man Infos zum Thema Nabelschnurblut anfordern konnte. Damals war die Thematik noch nicht so stark in den Medien präsent, so dass ich nicht rechtzeitig darüber Bescheid wusste. Aber ich habe mir gesagt: Wenn ich noch ein zweites Kind bekomme, dann bewahre ich das Blut auf jeden Fall auf. Ich habe dann Infomaterial angefordert und darüber hinaus viele Informationen aus Zeitungen entnommen. Außerdem habe ich mich über das Internet schlau gemacht.
Was hat die Entscheidung, das Blut aus der Nabelschnur einlagern zu lassen, für Sie bedeutet?
Es ist eine sehr gute Absicherung für meine Tochter – schließlich geht es um ihre Gesundheit, und die ist mir natürlich wichtig. Wenn sie später einmal eine schwere Krankheit bekommt, dann kann man ihr vielleicht mit dem Blut helfen. Ich habe sogar eine Einlagerung über 25 Jahre in Auftrag gegeben, so dass mein Kind auch im Erwachsenenalter noch darüber verfügen kann.
Wie gut fühlen Sie sich über die Anwendungsmöglichkeiten von Nabelschnurblut informiert?
Gut, denn ich erhalte regelmäßig Informationen von meiner privaten Nabelschnurblutbank, so dass ich über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden bleibe. Diese Nachrichten interessieren mich sehr, weshalb ich sie auch gründlich lese. So erfahre ich immer von den aktuellsten Forschungen zur Bekämpfung von Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes oder Krebs.
Was würden Sie werdenden Müttern raten, die noch unsicher sind, ob sie das Nabelschnurblut bei der Geburt einlagern sollen?
Ich würde ihnen sofort dazu raten, einen entsprechenden Vertrag mit einer privaten Nabelschnurblutbank abzuschließen, weil es um die Gesundheit des Kindes geht. Je frühzeitiger man eine Schwangere darüber aufklärt, dass sie auf diese Weise für ihr Baby vorsorgen kann, desto besser. Denn dass ich das Blut aus der Nabelschnur meines Sohnes nicht einlagern konnte, habe ich immer bereut.
Tags: Einlagerung, Nabelschnurblut, Stammzellen
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