6. April 2009

Lilli Sophies Nabelschnurblut liegt sicher bei einer privaten Nabelschnurblutbank.Katharina Wolter hat sich entschieden, das Nabelschnurblut ihrer Tochter Lilli Sophie aufbewahren zu lassen. Was sie zu dieser Entscheidung bewogen hat und was der Schritt für die Familie bedeutete, erklärt die junge Frau im Interview. Anderen werdenden Müttern rät sie zudem, die Gelegenheit zur Vorsorge nicht ungenutzt verstreichen zu lassen.

Wie haben Sie von der Möglichkeit erfahren, das Blut aus der Nabelschnur Ihres Kindes einzulagern?

Zum ersten Mal habe ich davon durch eine Zeitungsanzeige erfahren. Daraufhin habe ich mich selbst über das Thema schlau gemacht, indem ich im Internet recherchiert und mich auch über die Servicerufnummer einer privaten Nabelschnurblutbank informiert habe. Auch der Rat des Chefarztes der Klinik, in der ich entbunden habe, war mir wichtig. Er meinte, das wäre auf jeden Fall eine gute Idee, da es immer möglich sei, dass das Blut noch gebraucht werde.

Gab es einen bestimmten Grund, vielleicht einen Krankheitsfall in der Familie, der ausschlaggebend für Ihren Entschluss war?

Einen solchen Grund hatte ich nicht. Aber die Entnahme des Blutes aus der Nabelschnur meiner Tochter gab mir ein Gefühl der Sicherheit. Es ist wie bei einer Versicherung: Man bekommt die Chance, sich gegen einen Fall abzusichern, der wahrscheinlich – und hoffentlich – nie eintritt. Die Schutzmöglichkeit in Anspruch nehmen sollte man aber auf jeden Fall – da musste ich nicht lange überlegen. Nachdem ich mich ausreichend informiert hatte und genügend über das Thema Nabelschnurblut wusste, habe ich mich sehr schnell entschieden.

Wie haben Ihre Freunde und Bekannten auf Ihre Entscheidung reagiert, das Nabelschnurblut Ihres Babys aufbewahren zu lassen?

Sie konnten nicht viel zu meiner Entscheidung sagen, denn ihre Kinder sind alle schon älter. Als sie geboren wurden, gab es noch nicht dieselben Möglichkeiten wie heute – zumindest waren sie noch nicht so bekannt. Negativ reagiert hat in meinem Freundeskreis jedenfalls niemand. Aber ich hätte mich auch nicht beirren lassen, denn ich bin von den Möglichkeiten, die die Aufbewahrung des Blutes bietet, überzeugt. Das Wichtigste ist doch, dass ich es selbst für eine gute Sache halte.

Haben Sie sich Gedanken über die Entnahme gemacht?

Nein – ich hatte keine Bedenken, denn die Vorbereitung war sehr professionell und ich war gut informiert worden. Im Moment der Entbindung musste ich mich auch nicht selbst darum kümmern, dass das Nabelschnurblut entnommen wird. Man hat mich irgendwann darauf aufmerksam gemacht, dass dies jetzt geschehe – davon habe ich aber nichts gespürt.

Was würden Sie anderen Müttern empfehlen, die darüber nachdenken, das Blut aus der Nabelschnur ihres Kindes einzulagern?

Ich kann ihnen nur sagen: Ich würde es wieder tun! Es geht einfach darum, sich gegen den Fall abzusichern, dass etwas passiert. So hat man die Chance, etwas für sein Kind zu tun. Denn einem Risiko vorzubeugen, ist immer wichtig.

Nun gibt es auch die Möglichkeit, an eine öffentliche Nabelschnurblutbank zu spenden. Einige private Nabelschnurblutbanken bieten an, das Blut zwar privat einzulagern, aber die erforderlichen Daten werden zugleich in eine öffentliche Kartei eingetragen. Das heißt, wenn ein anderer Patient das Blut benötigt, können die Eltern es frei geben. Käme so etwas auch für Sie in Frage?

Da wäre ich eher zurückhaltend, denn ich weiß ja nicht, ob mein Kind sein Blut noch einmal selbst benötigt. Wenn ich es heute jemand Anderem spende und morgen mein eigenes Kind krank wird – was dann? Ich müsste auf jeden Fall erst sicher sein können, dass genug für den Eigenbedarf übrig bleibt, bevor ich etwas von dem Blut abgeben würde.

Welches Fazit ziehen Sie aus Ihren Erfahrungen mit der Einlagerung?

Es ist ein sehr einfaches und professionelles Verfahren und es ist für mich wie eine Versicherung, die ich zum Wohle meines Kindes abschließe.

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1 Kommentar für “Nabelschnurblut – ”Eine Versicherung für mein Kind””

  1. Nabelschnurblut als Ersatz für Knochenmark-Transplantation – Duke University | Nabelschnurblut - Videoportal zur Stammzellthematik Says:

    [...] dringend eine Knochenmark-Transplantation benötigen, aber keinen passenden Spender finden, kann Nabelschnurblut ein wirksamer Ersatz sein. 314 Kindern, die sich in genau dieser Situation befanden, wurde bei der [...]

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