25.08.2009
In der Ausgabe 7 der Fachzeitschrift für Kinder- und Jugendmedizin ”Der Kinder- und Jugendarzt” findet sich ein interessanter Beitrag von Dr. Thomas Lücke, der sich mit dem Thema Stammzelltransplantation bei angeborenen Stoffwechselerkrankungen befasst. Das Ziel des Autor ist es, diese metabolischen Erkrankungen, wie man die Stoffwechselerkrankungen auch nennt, hinsichtlich der Stammzelltransplantation in einen sinnvollen medizinischen Zusammenhang zu stellen. Interessant ist dies unter anderem auch deshalb, weil Dr. Lücke in seinem Resümee die Fortschritte der Stammzelltransplantation und somit auch die Potenziale von Nabelschnurblut anspricht.
Hierzu muss man wissen, dass seit mehr als 25 Jahren hämatopoetische Stammzellen, auch bekannt unter dem Begriff Blutstammzellen, eingesetzt werden, um angeborene metabolische Erkrankungen zu therapieren. Diese Erkrankungen sind zum Beispiel Diabetes mellitus oder Vitaminmangel. Ebenso können metabolische Erkrankungen durch Leber- und Nierenerkrankungen hervorgerufen werden. Die zur Behandlung eingesetzten Blutstammzellen wurden bisher primär aus dem Knochenmark gewonnen. Die medizinische Forschung ist nun laut Dr. Lücke aber bereits soweit, dass auch Nabelschnurblut zumindest bei einigen dieser Erkrankungen als Quelle für die zur Behandlung benötigten Stammzellen geeignet ist. Dr. Lücke zeigt in seinem Artikel nun diverse biochemische Prozesse auf, die erklären, welche Wirkung die Transplantation der Blutstammzellen für die Behandlung der angeborenen Stoffwechselkrankheiten hat. Daneben bietet er eine Aussicht darauf, in welche Richtung sich Stammzelltherapie als Behandlungsmethode für die Stoffwechselserkrankungen künftig entwickeln könnte. Und so ist es laut Lücke denkbar, dass künftig auch mesenchymale Stammzellen, also die multipotente Stammzellen, die sich noch nicht zu einer bestimmten Zellart ausdifferenziert haben, und die ebenfalls im Nabelschnurblut vorkommen, zu Therapiezwecken eingesetzt werden.
Die regenerative Medizin steckt noch immer in den Kinderschuhen. Jedoch wird anhand von Abhandlungen wie dieser von Dr. Thomas Lücke deutlich, dass den aus Nabelschnurblut gewonnenen Stammzellen großes Potenzial zugeschrieben wird.
Bildquelle: www.sxc.hu
Tags: metabolische Erkrankungen, nabelschnurblut anwenden, Therapie
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