12. Juni 2009

Philipps Nabelschnurblut wird gelagert, falls er es einmal benötigt.Heidi Rapp aus Albstadt möchte so gut wie möglich für ihren Sohn Philipp vorsorgen. Deshalb hat sie das Nabelschnurblut des Jungen, der heute sechs Jahre alt ist, aufbewahrt. Im Gespräch erzählt sie, was diese Entscheidung für sie bedeutet und wie sie über die Möglichkeit denkt, das Blut zu spenden.

Was hat die Entscheidung, das Blut aus Philipps Nabelschnur einzulagern, für Sie bedeutet?

Ich habe auf diese Weise für den Notfall vorgesorgt. Im unwahrscheinlichen Fall, dass meinem Sohn etwas passiert und dass ihm dadurch geholfen werden kann, dass man auf sein Nabelschnurblut zurückgreift, soll es vorhanden sein. Ich wollte ganz einfach mein Möglichstes tun, um mein Kind abzusichern.

Empfehlen Sie die Einlagerung des Blutes aus der Nabelschnur weiter?

Ja. Ich arbeite in einer Apotheke, habe die Broschüre meiner Nabelschnurblutbank dort ausgelegt und auch manche Schwangere darauf angesprochen. Viele schreckt aber der Kostenfaktor ab – sie halten die Einlagerung für zu teuer.

Für jene, denen eine private Lagerung zu teuer ist, gibt es auch die Möglichkeit, das Nabelschnurblut zu spenden. Das ist für den Spender kostenlos, nur steht das Blut eben nicht mehr für das eigene Kind zur Verfügung. Haben Sie von der Nabelschnurblutspende schon einmal gehört, und was halten Sie davon?

Ja, davon habe ich schon gehört beziehungsweise gelesen. Ich finde es gut, dass es die Möglichkeit gibt, das Blut für die Allgemeinheit zu spenden. Nur fürchte ich, dass sich zu wenige Menschen darüber Gedanken machen. Ich selbst habe mich zwar entschieden, das Blut für mein eigenes Kind aufzubewahren. Wenn Philipp aber 18 Jahre alt wird, kann er selbst entscheiden, was er damit macht – ob er es weiter behalten oder der Öffentlichkeit spenden möchte.

Was würden Sie werdenden Müttern raten, die noch unsicher sind, ob sie das Blut aus der Nabelschnur aufbewahren beziehungsweise spenden sollen?

Ich würde ihnen auf jeden Fall empfehlen, es einzulagern. Wenn man das Nabelschnurblut nicht für das eigene Kind aufbewahren kann oder möchte, dann ist es meiner Meinung nach sinnvoll, es der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.

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