24. Juni 2009

SchwangerschaftImmer wieder gibt es außergewöhnliche Aktionen, die die Menschen zum Spenden von Stammzellen aufrufen. Für den an Leukämie erkrankten Tobias Schöllmann aus Schmallenberg wurde eigens eine Homepage eingerichtet, die zur Knochenmarkspende animieren will. Auf der Suche nach dem genetischen Zwilling sind Betroffene wie der zehnjährige Tobias auf die Spenden möglichst vieler Menschen angewiesen. Insgesamt sind etwa 1,9 Millionen Spender bei der Deutschen Knochenmarkspender-Datei registriert. Dennoch muss beispielsweise jeder fünfte Leukämiepatient auf eine passende Spende warten. Der Grund liegt primär darin, dass die Gewebemerkmale zwischen Spender und Patienten übereinstimmen müssen – und es gibt über 3.000 verschiedene davon. Dass diese zudem noch in millionenfacher Kombination auftreten können, erschwert die Suche nach einem passenden Spender umso mehr.

Wenn man zudem noch den Aufwand bedenkt, dem sich potentielle Spender bei einem Eingriff aussetzen, bleibt es kaum verständlich, wieso die Bereitschaft, Nabelschnurblut einlagern zu lassen, heute noch so gering ist. Nabelschnurblut enthält zahlreiche multipotente Stammzellen und Beispiele, wie mit Hilfe der aus dem Nabelschnurblut gewonnenen Stammzellen Behandlungserfolge bei schwer erkrankten Menschen erzielt wurden, gibt es einige. Und dennoch wird bei mehr als 95 Prozent der Geburten in ganz Europa, die Nabelschnur und das darin enthaltene Blut einfach ungenutzt weggeworfen. Damit werden schwer erkrankten Menschen um eine gute Therapiemöglichkeit beraubt.

Tobias Schöllmann wartet noch immer auf eine passende Spende. Es wurde sogar eine Initiativgruppe mit dem Namen ”Hilfe für Tobias und andere” gegründet, um neue Stammzellspender zu gewinnen. Allerdings kostet bereits die Typisierung in der Spenderkartei der DKMS 50 Euro.

Im Familotel Ebbinghof wird wöchentlich mit einer Zaubershow Geld für erkrankte Kinder gesammelt. Um Geld für Tobias zu sammeln, verzichtete der Zauberer Fox alias Jörg Seemann auf seine Gage. Auch der Country-Musiker Tom Astor unterstützt den Zehnjährigen. Wie oft aber stehen schwer erkrankte Kinder mit ihren Familien allein da? Wie viel einfacher wäre es, wenn man auf bereits eingelagerte Stammzellen zurückgreifen könnte? Egal ob man Nabelschnurblut zur Eigenverwendung einlagern lässt oder spendet – es sollte niemals achtlos entsorgt werden.

Bildquelle: www.pixelio.de

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