Im zweiten Teil unseres Interviews mit Kitty Elmendorff, Mutter des kleinen Yves, spricht die Hallenserin über familiäre Hintergründe, die mitentscheidend dafür waren, dass sie sich mit ihrem Mann für die Einlagerung des Nabelschnurblutes bei der Geburt ihres Sohnes entschieden hatten und wie sehr sie es bedauert, dass man diese Möglichkeit nicht in jedem Krankenhaus geboten bekommt.
1. Wie verlief die Entnahme des Blutes? War Ihre Geburtsklinik gut darauf vorbereitet?
Wir waren im Elisabeth-Krankenhaus in Halle (Saale). Da war alles sehr gut vorbereitet. Denn wir hatten unser Entnahmeset dabei, dass wir acht Wochen vor dem Entbindungstermin von der privaten Nabelschnurblut zugeschickt bekamen. Alles verlief ganz routiniert. Man hatte schon sehr das Gefühl, dass die Ärzte die Entnahme öfter vornehmen. Yves kam per Kaiserschnitt zur Welt – vorher hatte ich eine PDA gesetzt bekommen, die mich vom Bauch abwärts betäubte. So habe ich von der eigentlichen Nabelschnurblutentnahme nicht viel mitbekommen. Nur im Gespräch mit den Ärzten wurde mir mitgeteilt, dass das Geburtsteam gerade mit der Blutentnahme aus der Nabelschnur beschäftigt war. Der Arzt meinte dann auch, dass alles soweit gut aussieht und dass eine ausreichende Blutmenge entnommen werden konnte. Er hat mir versichert, dass alles reibungslos geklappt hat.
2. Gab es für die Aufbewahrung des Blutes auch einen familiären Hintergrund ?
Ja gab es. Das war dann auch der zweite Grund für die Entscheidung, das Nabelschnurblut einlagern zu lassen. Von der väterlichen Seite her sind wir sehr mit Diabetes vorbelastet. Ich selbst bin Asthmatikerin und allergiebehaftet und daher hoffen wir, wenn unser Kind eine ähnliche Krankheit bekommen sollte, dass ihm dann auf diesem Wege geholfen werden kann. Aber es könnte ja auch der Fall eintreten, dass das Nabelschnurblut von Yves vielleicht einmal einem anderen Familienmitglied helfen kann.
3. Hätten Sie sich auch vorstellen können, das Nabelschnurblut für einen anderen Menschen zu spenden?
Natürlich. Hätten wir uns gegen eine private Einlagerung entschieden, hätten wir das Nabelschnurblut auf jeden Fall gespendet. In den Vorbereitungskursen haben den Frauen, die das Nabelschnurblut aus welchen Gründen auch immer nicht einlagern lassen wollten oder konnten, zur Spende geraten und das Nabelschnurblut nicht einfach entsorgen zu lassen. Allerdings war man dann auch ab und zu mit der Schwierigkeit konfrontiert, dass eben nicht jede Klinik die Möglichkeit zur Spende-Entnahme anbietet. Auch wenn die Mutter das Nabelschnurblut ihres Kindes spenden wollte, war das eben leider nicht immer möglich. Das finde ich sehr schade. Eigentlich müsste jede Klinik gesetzlich dazu verpflichtet werden, das anzubieten.
4. Wie haben Ihre Bekannten und Verwandten auf Ihre Entscheidung reagiert, das Blut aus der Nabelschnur einlagern zu lassen?
Mehrheitlich hat sich herausgestellt, dass viele Bekannte und Verwandte es sehr positiv beurteilen und das Nabelschnurblut ihrer Kinder teilweise sogar ebenfalls eingelagert haben. Andere hätten das auch gern gemacht, haben sich aber leider letztlich aus finanziellen Gründen dagegen entscheiden müssen…(Es ist sehr schade, dass diese Art der privaten Einlagerung so kostenintensiv ist )…Und es gab natürlich auch ein paar Wenige, die über die Nabelschnurbluteinlagerung noch nicht ordentlich informiert und dadurch auch nicht ganz überzeugt waren.
5. Wie gut sind Sie über die Anwendungsmöglichkeiten mit Stammzellen informiert?
Wir bekommen je regelmäßig die Kundenzeitung unserer Nabelschnurblutbank. Daneben erfährt man noch einiges aus der Presse, beispielsweise wenn Nabelschnurblut erfolgreich eingesetzt werden konnte. Ich habe mich ja vor der Geburt unseres Sohnes schon damit auseinandergesetzt, aber natürlich nimmt man nun solche Informationen noch viel bewusster wahr.
6. Welche Fortschritte erhoffen Sie sich für die Zukunft von der Forschung mit Nabelschnurblut?
Ich hoffe, dass es die Wissenschaft eines Tages schafft, mithilfe von Nabelschnurblut viele bisher unheilbare Krankheiten gezielt besiegen zu können. Ich bin da sehr optimistisch und habe großes Vertrauen in die Forschung. Ich denke, dass es immer mehr neue Erkenntnisse geben wird und noch mehr Menschen mit Nabelschnurblut geholfen kann.
Yves ist jetzt 2 Jahre alt, entwickelt sich prächtig und ist kerngesund und putzmunter. Wir hoffen das das so bleibt und wünschen Ihm alles Glück dieser Welt !
Tags: Erfahrungen, Interview, Nabelschnurblut, Nabelschnurbluteinlagerung
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