23. Januar 2009

Nabelschnurblut - Timon JaapGroßmütter wollen nur das Beste für ihre Enkel: Genau aus diesem Grund war es der Mutter – eine Oma wie sie im Buche steht – von Annika Jaap auch so wichtig, dass das Nabelschnurblut ihres Enkelsohnes Timon eingelagert wird. Nachdem die werdende Mama alle nötigen Informationen gesammelt hatte, war die Entscheidung schnell gefallen. Und: Auch das nächste Kind soll von dieser Vorsorgemöglichkeit profitieren.

Warum haben Sie sich dazu entschieden, das Blut aus der Nabelschnur Ihres Kindes einlagern zu lassen?
Meine Mutter hat mich zuerst auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht. Als sie in Zeitschriften gelesen hatte, welches Potenzial im Nabelschnurblut steckt und sich auch das spanische Kronprinzenpaar für eine Einlagerung entschieden hat, wollte sie das Gleiche für ihren zukünftigen Enkel. Ich war etwa im vierten Monat, als meine Mutter meinem Mann und mir den Vorschlag machte, uns mit dem Thema Stammzellen aus Nabelschnurblut näher zu befassen. Da wir zu dieser Zeit noch keinen Internetzugang hatten, wussten wir nicht genau, wie wir an die Informationen kommen sollten. Aber als ich dann eine Anzeige in einer Zeitschrift sah, ergriff ich die Chance und rief sofort bei der Hotline einer privaten Nabelschnurblutbank an und erhielt schon wenige Tage später einige Broschüren. Bis dahin wussten wir kaum etwas über Nabelschnurblut und waren überrascht, was mit Stammzellen alles möglich ist. Wir dachten immer nur an die Heilung von Krebs, aber tatsächlich gibt es viel mehr Erkrankungen, die auf diesem Weg therapiert werden können. Im Nachhinein denke ich, dass wir uns im Falle einer Krankheit unseres Sohnes große Vorwürfe machen würden, wenn wir uns gegen die Einlagerung entschieden hätten. Wir hatten das Geld zur Verfügung und haben es für die Aufbewahrung des Blutes aus der Nabelschnur verwendet, anstatt es auf ein Sparbuch zu legen. Wir haben uns aus Vernunft dafür entschieden und nicht lange überlegt.

Die Entscheidung, das Nabelschnurblut einzulagern, ist demnach sehr schnell gefallen, oder?
Ja. Anfangs war ich noch ein wenig skeptisch, ob alles reibungslos funktioniert: Erhalte ich das Entnahmeset rechtzeitig? Denken wir auch daran, es mit in die Klinik zu nehmen? Aber schließlich hat alles gut funktioniert und im Krankenhaus wussten alle Bescheid. Zwei Wochen vor dem Geburtstermin haben wir noch einmal mit dem Arzt über die Entnahme des Blutes gesprochen und er erklärte uns, dass wir das Set nur mitbringen und uns um nichts anderes kümmern müssten. So war es dann auch.

Wie ging es nach der Geburt weiter?
Da unser Sohn Timon ein wenig zu früh geboren wurde, konnte nicht genug Blut entnommen werden. Aus diesem Grund reichen die Stammzellen nur aus, bis unser Sohn ein bestimmtes Gewicht erreicht hat. Darüber wurden wir von der Nabelschnurblutbank nach der Geburt informiert und konnten uns entscheiden, ob wir das Blut trotzdem aufbewahren wollten. Ich habe nochmal bei der Hotline angerufen und wurde dort wieder sehr gut beraten: Eine Mitarbeiterin erklärte mir, dass es bereits Methoden gibt, die es möglich machen, die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut zu vermehren. Bis jetzt ist das noch nicht erlaubt, aber eventuell ist es bereits in fünf bis zehn Jahren so weit. Da mein Sohn erst zwei Jahre alt ist und damit noch eine ganze Weile Zeit hat, bis er mehr als die bereits vorhandenen Stammzellen braucht, haben wir uns trotzdem für die Aufbewahrung des Nabelschnurblutes entschieden.

Was würden Sie Müttern empfehlen, die überlegen, das Nabelschnurblut ihres Kindes einlagern zu lassen?
Ich kann diesen Schritt jeder Mutter nur nahe legen. Kurz nach der Entbindung habe ich eine Dokumentation im Fernsehen gesehen, bei welcher einer Schwangeren von ihrem Gynäkologen ausgeredet wurde, das Nabelschnurblut ihres Kindes einzulagern. Das konnte ich nicht verstehen. Besonders in meinem Bekanntenkreis empfehle ich daher diese Möglichkeit weiter. Bis jetzt hat sich eine Freundin dafür entschieden und ist wie ich, sehr zufrieden.

Würden Sie bei ihrem nächsten Kind das Nabelschnurblut wieder einlagern lassen oder könnten Sie sich auch vorstellen, das Blut zu spenden?
Wir wünschen uns noch ein weiteres Kind und werden das Nabelschnurblut wieder aufbewahren. Über die Möglichkeit einer Spende haben mein Mann und ich auch gesprochen, aber uns dagegen entschieden. Ich hätte ein schlechtes Gewissen, wenn ich das Nabelschnurblut für einen fremden Spender freigeben würde und unser Kind die Stammzellen später selbst benötigt. Mit diesem Gedanken kann ich mich nicht anfreunden.

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1 Kommentar für “”Wir wollen uns später keine Vorwürfe machen””

  1. Nabelschnurblut 4 You » Nabelschnurblut - Leserkommentar Says:

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