Jasmin Breitkreutz aus Berlin hat das Nabelschnurblut ihres Sohnes Justin einlagern lassen. Besonders überzeugend fand sie die Möglichkeit, sich vor Ort in einer Nabelschnurblutbank von allen Arbeitsschritten persönlich ein Bild zu machen. Ihrer Meinung nach wissen noch immer zu wenige werdende Mütter über die Möglichkeit Bescheid, Nabelschnurblut entnehmen und einlagern zu lassen. Deshalb plädiert Jasmin Breitkreutz für mehr öffentlichen Diskurs zu diesem Thema.
Warum haben Sie sich für die Einlagerung des Blutes aus der Nabelschnur Ihres Sohnes entschieden?
Weil mein Mann und ich davon überzeugt sind, dass es eine sinnvolle Maßnahme ist. Es gibt sehr viele verschiedene Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten, von denen viele nicht ausreichend erforscht sind. Doch der wissenschaftliche Fortschritt steht nicht still. Ich kann heute noch nicht abschätzen, wozu die Medizin in einigen Jahren fähig ist. Deshalb möchte ich meinem Kind für die Zukunft alle Möglichkeiten offen halten.
Gab es einen familiären Hintergrund für die Einlagerung?
Nein, wir haben die Entscheidung für die Stammzellkonservierung getroffen, nachdem wir uns darüber informiert hatten. Eine Veranstaltung im Oskar-Ziethen-Krankenhaus in Berlin hat uns darin noch bestärkt. Davor hatte ich von dem Thema nicht viel gehört. In der Praxis meiner Frauenärztin gab es zwar auch Informationsbroschüren, die liest aber kaum jemand. Erst der Vortrag im Krankenhaus überzeugte uns, dass es die richtige Entscheidung ist, Nabelschnurblut einlagern zu lassen. Daraufhin habe ich meine Gynäkologin angesprochen und sie gab mir die Kontaktdaten einer Nabelschnurblutbank.
Wünschen Sie sich generell mehr Informationen zu dem Thema Nabelschnurblut?
Etwas mehr Öffentlichkeitsarbeit wäre sicher nicht verkehrt, beispielsweise zu den Möglichkeiten, die eine Einlagerung bietet. Auch wenn der Einstieg in diese wissenschaftliche Welt schwierig ist, zumindest habe ich das so empfunden. Die persönliche Beratung durch die Nabelschnurblutbank hat in diesem Punkt aber sehr geholfen. Zumal wir die Möglichkeit hatten, uns alles selbst ansehen zu können, von der Einlagerung bis zum Einfrieren. Das ist viel wert.
Wie haben Sie die Entnahme erlebt?
Während der Geburt hatte ich andere Dinge im Kopf und habe mich voll und ganz auf die Ärzte verlassen. Auch die Schwestern hatten bereits Erfahrung mit der Entnahme von Nabelschnurblut. Deshalb musste ich mir keine Gedanken darüber machen. Mir war nur wichtig, dass die Entnahme nicht vergessen wird und als die Ärzte dann sagten: ”Jetzt geht’s los”, hat mich das unheimlich beruhigt.
Wie reagierte Ihr Umfeld auf die Entscheidung, das Blut einzulagern?
Grundsätzlich gingen die Meinungen darüber in unserem Freundeskreis weit auseinander. Manche fanden es super, dass wir Nabelschnurblut einlagern lassen und haben uns in unserer Entscheidung bestärkt. Andere wiederum hielten es für nicht notwendig – nach dem Motto: ”Hatten wir früher nicht, brauchen wir jetzt auch nicht.” Vor allem diejenigen, die schon selbst Eltern waren, haben uns jedoch unterstützt, auch die älteren Generationen. Natürlich ist es eine Geldfrage, aber ich würde die Einlagerung auf jeden Fall empfehlen. Wer sich diese Investition für den Eigenbedarf nicht leisten will, der kann das Blut spenden. Das war für uns jedoch keine Option. Ich habe nichts dagegen, wenn die Ärzte etwas von dem Blut nehmen, um es zu vermehren und damit anderen Menschen zu helfen. Allerdings ist das Nabelschnurblut von Justin in erster Linie eine Versicherung für ihn und seine Zukunft.
Vielen Dank und alles Gute.
Tags: Aufbewahrung, Nabelschnurblut, Nabelschnurblutbank, Stammzellen
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18.03.2009 um 16:49
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