25. Februar 2009

Nabelschnurblut - Familie Hoeppener ist glücklich über die Entscheidung zur EinlagerungSusann Hoeppener ist eine von vielen Müttern, die sich dafür entschieden haben, das Nabelschnurblut ihrer Kinder einzulagern. Genauer gesagt, ist mit dem Blut ihrer Tochter das 50.000. Präparat bei einer privaten Nabelschnurblutbank in Leipzig eingegangen. Die junge Mutter ist sich sicher, dass sie diese Chance immer wieder nutzen würde. In einem Interview berichtet Susann Hoeppener von ihren Erfahrungen.

Warum haben Sie sich dazu entschieden, das Blut aus der Nabelschnur Ihrer Kinder einlagern zu lassen?
Niemand kann in die Zukunft sehen. So kann auch ich nicht voraussagen, ob meine Kinder einmal schwer krank werden oder nicht. Deshalb ist es gut zu wissen, dass das Blut eingelagert worden ist, auf das im Notfall zurückgegriffen werden kann, um zu helfen.

Wie haben Sie sich über das Thema ”Nabelschnurblut-Einlagerung” informiert?
Ich lernte eine private Nabelschnurblutbank im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit kennen. Ich bin für die Stadt Leipzig im Amt für Wirtschaftsförderung tätig. Die Behörde begleitete das Unternehmen bei seiner Ansiedlung in unserer Region. Als ich das erste Mal von dem Angebot erfuhr, Nabelschnurblut einzulagern, war an Kinder jedoch noch nicht zu denken. Allerdings behielt ich einen Gedanken im Hinterkopf: Wenn ich schwanger werden sollte, ist diese Option auf alle Fälle eine Überlegung wert. Als es dann soweit war, informierte ich mich noch einmal genauer über den Ablauf der Einlagerung. Uns war schnell klar, dass dieser Schritt eine bessere Versicherung für die Kinder darstellt als jede andere Vorsorgemöglichkeit.

Hatten Sie Bedenken bezüglich der Entnahme des Nabelschnurblutes?
Ganz im Gegenteil: Ich hatte Vertrauen in die Fähigkeiten der Krankenhausangestellten. Zudem habe ich selbst Mediziner in meiner Familie, die mir einstimmig zu diesem Schritt geraten hatten.Da ich meine beiden Kinder per Kaiserschnitt zur Welt brachte und im Vorfeld eine Vollnarkose erhielt, habe ich von dem Entnahmeprozess selbst nichts mitbekommen.

Wie ist es für Sie, die 50.000 ”Nabelschnurblut-Familie” zu sein?
Ich war sehr überrascht – so viele Eltern sind den gleichen Weg gegangen, wie mein Mann und ich. Gleichzeitig war ich auch stolz, dass ausgerechnet das Blut aus der Nabelschnur unserer Tochter so ein Ereignis ist. Dennoch steht für mich die Vorsorgemaßnahme für Luisa-Charlotte im Vordergrund. So kann im Notfall auf das eingelagerte Blut zurückgegriffen werden – das ist was zählt.

Was würden Sie Eltern empfehlen, die darüber nachdenken, Nabelschnurblut einlagern zu lassen?
Ich würde mich prinzipiell immer wieder dafür entscheiden, es einlagern zu lassen und habe diese Empfehlung auch innerhalb meiner Familie weitergegeben. Meine Cousine ist daraufhin meinem Vorbild gefolgt und hat auch das Blut ihres Kindes einlagern lassen. Im Vorfeld dieser Entscheidung hat sie mich um meinen Rat gebeten und ich habe ihr von meinen Erfahrungen berichtet. Schließlich steht fest: sicher ist sicher. Wenn sie das Blut aus der Nabelschnur ihres Kindes irgendwann benötigt, steht es dank der Einlagerung schnell zur Verfügung. Im Ernstfall könnte sie es bereuen, diese Chance nicht genutzt zu haben.

Könnten Sie sich vorstellen, das Nabelschnurblut Ihres Kindes anderen Menschen zur Verfügung zu stellen?
Das ist eine schwierige Frage, mit der ich mich bisher noch nicht auseinander gesetzt habe. Eigentlich habe ich das Blut für meine beiden Kinder quasi als ”Lebensversicherung” eingelagert. Wenn ich es öffentlich zur Verfügung stellen würde und es tritt unerwartet ein Notfall innerhalb meiner Familie ein, könnte ich diese Entscheidung sicherlich bereuen.

Welches Fazit würden Sie aus Ihren eigenen Erfahrungen mit der Einlagerung ziehen?
Ich bin beruhigt, dass ich diesen Schritt gegangen bin. Jetzt habe ich immer ein Gefühl von ”Sicherheit”: Wenn also unerwartet der Ernstfall eintritt, steht das Blut zur Verfügung, um eventuell eine Krankheit heilen zu können. Das beruhigt mich enorm.

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2 Kommentare für “Nabelschnurblut: ”Ich bin beruhigt, dass ich diesen Schritt gegangen bin.””

  1. Nabelschnurblut: Experten im Gespräch » Nabelschnurblut-Einlagerung ist eine wichtige Präventionsmaßnahme Says:

    [...] Prävention ist für die Debeka ein wichtiger Aspekt. Allerdings ist das ein „Allerweltsbegriff“, hinter dem sich verschiedene Ansichten verbergen. Ich persönlich unterscheide in punkto „Vorsorge“ drei Kategorien: Zum Ersten die Verhaltensprävention oder auch Förderung der gesunden Lebensweise. Dazu gehören Ernährung und Sport, um Übergewicht zu vermeiden, genauso wie Nichtrauchen sowie eine angemessene Hygiene. Damit werden Risikofaktoren ausgeschaltet, die im späteren Leben vielleicht krankheitsbestimmend sein können. Zum Zweiten – die für mich persönlich wichtigste Rubrik – die klassische Gesundheitsvorsorge, sprich Früherkennung. Wenn Krankheiten rechtzeitig aufgedeckt werden, können sie in der Regel besser und effektiver behandelt werden. Zu guter Letzt gibt es noch die Möglichkeit, Prävention zu betreiben, wenn man schon krank ist. Hier kann daran gearbeitet werden, dass die Folgeschäden möglichst gering ausfallen und die Erkrankung nicht erneut ausbricht. Mit der Verhaltensprävention, der häufigsten Definition der Vorsorge, der sich auch die Politik bedient, habe ich allerdings so meine Schwierigkeiten. Aus folgendem Grund: Zwischen Finanzierung und Nutzen der Prävention, das heißt Vermeidung oder schnellere Heilung einer Erkrankung, liegt ein sehr langer Zeitraum. Das wird dann ein Problem, wenn der Versicherte die Solidargemeinschaft wechselt. Eine Solidargemeinschaft kann sowohl ein anderer Tarif innerhalb der Versicherung als auch ein anderes Unternehmen sein. Wenn also eine Versicherung – wie wir auch – sagt: „Ja, wir fördern Prävention und stellen dafür Geld zur Verfügung“, dann kann es durchaus sein, dass den Nutzen daraus jemand anderes zieht, der das Ganze nicht mitfinanziert hat. Das heißt, um effektiv Gesundheitsvorsorge zu betreiben, müsste in jeder Solidargemeinschaft – in jeder gesetzlichen oder jedem Tarif der privaten Krankenversicherung – Prävention vorgesehen sein. Doch das ist in einem freiheitlich organisierten Staat wie Deutschland nicht möglich. [...]

  2. Nabelschnurblut: Experten im Gespräch » “1+1=1″ Says:

    [...] die Einlagerung von Nabelschnurblut in einer privaten Nabelschnurblutbank wurde vor zehn Jahren aus “Summanden ein Ganzes” [...]

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