Als Familie Glaser das Nabelschnurblut ihres Sohnes Golo vor drei Jahren einlagern ließ, konnte kaum jemand aus dem Bekanntenkreis etwas mit dem Thema anfangen. Trotz des Informationsdefizits recherchierte Renate Glaser eifrig und ist bis heute davon überzeugt, dass die Aufbewahrung des Blutes eine sehr lohnenswerte Sache ist.
Warum haben Sie sich entschieden, das Blut aus der Nabelschnur Ihres Sohnes einlagern zu lassen?
Ich bin der Meinung, dass es im Moment aus medizinischer Sicht die einzig sinnvolle Möglichkeit ist, Krankheiten vorzubeugen. In zehn Jahren kann das ganz anders aussehen, aber zur Zeit sehe ich die Einlagerung als echte Chance. Denn: Wir können heute etwas tun, was sich übermorgen vielleicht als sinnvoll erweist.
Wie haben Sie davon erfahren, dass man das Nabelschnurblut aufbewahren kann?
Das war bei meiner Frauenärztin. Dort bin ich auf Broschüren einer privaten Nabelschnurblutbank aufmerksam geworden. Ich sprach meine Ärztin auf das Thema Einlagerung von Nabelschnurblut an: Sie hat diese Möglichkeit befürwortet und die Investition für sinnvoll gehalten. Zu Hause habe ich alle Aspekte mit meinem Mann besprochen und gemeinsam haben wir uns dann entschieden, das Nabelschnurblut unseres Kindes einlagern zu lassen. Um unsere letzten Zweifel auszuräumen, haben wir auch Bekannte gefragt, von denen wir wussten, dass sie uns ihre ehrliche Meinung sagen würden – alle haben sehr positiv auf unsere Entscheidung reagiert. Das verstärkte schlussendlich das gute Gefühl und hat uns in unserem Vorhaben bestätigt.
Haben Sie sich denn noch anderweitig über die Einlagerung von Nabelschnurblut informiert?
Ja, ich habe auch im Internet recherchiert. Die Informationen, die ich dort bekommen habe, waren letztendlich der ausschlaggebende Punkt: Denn mit den Stammzellen aus Nabelschnurblut kann bei passenden Gewebemerkmalen auch den Eltern selbst geholfen werden. Da mein Mann und ich schon etwas älter sind, könnten wir im Notfall auf diese Option zurückgreifen. Momentan sind wir zwar noch sehr vital, aber wir können nicht voraussehen, wie das in ein paar Jahren aussieht.
Ihr Sohn wurde vor drei Jahren geboren. War das Thema Nabelschnurbluteinlagerung damals schon aktuell?
Während der Schwangerschaft habe ich in Geburtsvorbereitungskursen viele andere Frauen getroffen. Dort ist mir nur eine Einzige begegnet, die sich mit dem Thema Nabelschnurblut beschäftigt hat. Die anderen Schwangeren hatten noch nichts über die Aufbewahrung von Nabelschnurblut gehört oder sie haben sich dafür nicht interessiert. Ich denke, das hat sich inzwischen geändert. Bei mir war es so, dass ich bereits für schwere Krankheiten sensibilisiert war: Eines der Kinder meines Mannes leidet an Zölialie – der Unverträglichkeit des Klebeeiweißes Gluten, das in fast allen Nahrungsmitteln vorhanden ist. Die Krankheit führt dazu, dass die Darmzotten zurück gebildet werden. Dadurch kann der Körper lebenswichtige Nährstoffe nicht mehr aufnehmen und im schlimmsten Fall verhungert der Patient. Da es eine vererbbare Krankheit ist, habe ich mich genau informiert. Ich wollte sicher gehen, dass unsere gemeinsamen Kinder diese Krankheit nicht bekommen. Die Einlagerung des Nabelschnurblutes war dabei eine zusätzliche Absicherung.
Inzwischen wissen immer mehr Menschen über die Einlagerung von Nabelschnurblut Bescheid. Was denken Sie: Liegt es daran, dass die Informationen leichter zugänglich sind oder weil sich die werdenden Eltern besser informieren?
Ich denke, hier gibt es einen Zusammenhang: In letzter Zeit sehe ich immer häufiger die Broschüren privater Nabelschnurblutbanken. Außerdem glaube ich auch, dass die Menschen heute auch mehr darüber nachdenken, wie sie ihr Geld verwenden. Dabei hat die Vorsorge im Alter oder bei Krankheit eine hohe Priorität.
Wie haben Sie das Krankenhaus auf die Einlagerung des Nabelschnurblutes ihres Kindes vorbereitet?
Ich habe vorher mit den Klinikmitarbeitern und dem Chefgynäkologen gesprochen. Die Entnahme von Nabelschnurblut wird in der Klinik öfter durchgeführt: Alle wussten genau, was zu tun ist. Während der Geburt war genug Personal anwesend, das sich einerseits um mich und das Baby gekümmert hat und andererseits das Nabelschnurblut entnehmen konnte.
Was würden Sie Müttern empfehlen, die überlegen, das Nabelschnurblut ihres Kindes einlagern zu lassen.
Ich empfehle werdenden Müttern, sich genau zu informieren. Im Internet gibt es viele sinnvolle Seiten – doch nicht jede hält, was sie verspricht. Deshalb sollten Mütter darauf achten, von wem die Seiten erstellt wurden: Denn mittlerweile kann jeder einen Beitrag in das Internet stellen, so dass zwischen den seriösen Informationen auch viel Unsinn steckt.
Welches Fazit ziehen Sie aus Ihren Erfahrungen?
Wir würden uns immer wieder für die Einlagerung des Nabelschnurblutes entscheiden. Ein Grund dafür ist, dass wir bei unserer Nabelschnurblutbank sehr gut betreut wurden: Die Informationen waren übersichtlich und alle Dokumente, die wir erhalten haben – zum Beispiel die Testergebnisse – waren für Laien verständlich. Das Geld für die Einlagerung des Nabelschnurblutes ist aber sicher nicht für alle Eltern einfach aufzubringen. Deswegen sind die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten wichtig. Ich denke, so können sich mehr Eltern für diese Möglichkeit der Vorsorge entscheiden.
Tags: Anwendung, Einlagerung, Nabelschnurblut, Stammzellen
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4 Kommenatre für “”Die Einlagerung von Nabelschnurblut ist die einzig sinnvolle Vorsorge””Kommentar schreiben |
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12. 01. 2009 at 11:35
[...] guter Letzt der Inhalt: Es geht um Nabelschnurblut und dessen Anwendung. Ein Thema, das immer mehr Schwangere beschäftigt und immer häufiger [...]
27. 01. 2009 at 22:18
stammzellen befinden sich nicht nur im nsb, sondern auch in den knochen eines jeden menschen!
29. 01. 2009 at 17:17
@Maren: Stimmt. Aber in den Stammzellen eines jeden Menschen steckt auch dessen ganze Geschichte und dessen Alter. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich lieber Nabelschnurblut-Stammzellen kriegen. Geht bei mir leider nicht mehr, aber bei meinen Kindern.
02. 02. 2009 at 22:22
@frank
auch stammzellen aus knochmark fremder menschen kann für dich passend sein. es gibt mit sicherheit auch junge und gesunde spender.
ich finde es schade, dass die beratungsgespräche nun in eine richtung geführt werden – es wird keine alternative methode erwähnt. man hat ja fast ein schlechtes gewissen, wenn man keine 2000 – 3000 euro bezahlt um sein kind in sicherheit zu wiegen. gut, dass ich mich ausführlich damit beschäftigt habe.