22.01.2010

Dass Stammzellen aus Nabelschnurblut sehr viele Vorteile haben und daher für die regenerative Medizin immer mehr an Bedeutung gewinnen, ist bekannt. Ebenso ist man sich des Problems bewusst, dass die Menge an Stammzellen, die aus der Nabelschnur gewonnen werden, für die Behandlung eines erwachsenen Menschen häufig zu gering ist. Dieser Herausforderung hat sich ein Forscherteam des Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle gestellt. Den Wissenschaftlern um Irwin Bernstein ist es gelungen, im Labor die Anzahl der Stammzellen, die aus dem Nabelschnurblut gewonnen wurden, auf das Hundertfache zu vermehren. Dies bedeutet einen weiteren Durchbruch in der Nabelschnurblut-Forschung. “Wir haben gezeigt, dass man Stamm- und Vorläuferzellen im Labor vermehren kann, so dass daraus nach der Übertragung auf einen Patienten sehr schnell weiße Blutkörperchen und andere Bestandteile des Blutes hervorgehen können”, erklärt Colleen Delaney, Mitglied des Forschungsteams.

Bisher war es notwendig, Stammzellen eines Knochenmarkspenders für die notwendige Zelltherapie zu verwenden, um die durch die Krankheit zerstörten Zellen zu ersetzen. Allerdings mussten die immunologischen Merkmale des Empfängers mit denen des Spenders gut übereinstimmen, was die Suche nach den passenden Zellen deutlich erschwert hat. Das neue Verfahren erhöht nun die Einsatzmöglichkeiten von Stammzellen aus Nabelschnurblut, da es das Problem der zu geringen Menge an Stammzellen beseitigt.

Stammzellen, die im Labor auf diese Weise hergestellt wurden, fanden bereits erfolgreich Verwendung bei Leukämiepatienten. Durch die vorgeschaltete Zellvermehrung wird erreicht, dass sich die auf den Patienten übertragenen neuen Stammzellen in seinem Knochenmark einnisten. Hier produzieren sie neue gesunde Blutzellen. Insgesamt geht dieser Prozess nun etwa doppelt so schnell vonstatten als mit den bisherigen Therapieansätzen. Dies wiederum reduziert das Infektionsrisiko bei dem Patienten, wie die Mediziner in dem Fachblatt “Nature Medicine” erklären. An dieser Stelle betonen die Forscher jedoch auch die Notwendigkeit neuerer Studien, die zeigen müssten, in welchem Maße das neue Verfahren die Überlebenschancen des Patienten erhöhen würden.

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2 Kommenatre für “Forscherteam vermehrt erfolgreich Stammzellen aus Nabelschnurblut”

  1. Helge Litzenberg Says:

    Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herrn,

    wir sind interessiert das Nabelschnurblut unseres Kindes, welches im Juli geboren wird, einlagern zu lassen. Jedoch leben wir zurzeit in Shanghai China. Unser Kind soll hier geboren werden und im Jahr 2011 wollen wir zurück nach Deutschland gehen. Ist dann eine Einlagerung überhaupt möglich?
    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

    Viele Grüße, Helge Litzenberg

  2. admin Says:

    Eine Einlagerung bei einer deutschen Nabelschnurblutbank ist wegen der zu langen Transportzeiten nicht möglich. Aber schauen Sie doch mal unter http://parentsguidecordblood.org/content/usa/banklists/listasia.shtml?navid=27. Hier finden Sie eine Liste von Nabelschnurblutbanken in Asien.

    Ihr Redaktionsteam

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