Die Wissenschaft gewinnt immer wieder neue Erkenntnisse zum Thema Nabelschnur13.10.2009

Die Erkenntnisse in der regenerativen Medizin, speziell die Erforschung über die Potenziale von Nabelschnurblut, schreitet immer weiter voran. Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) um Professor Dr. Martin Ulrich sind nun zu neuen Ergebnissen auf diesem Gebiet gelangt. Ihnen ist es gelungen, aus den Zellen des Nabelschnurblutes so genannte induzierte pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen) herzustellen. Damit ist es nun möglich, spezielle Stammzellen aus dem Nabelschnurblut zu produzieren, die nahezu unbegrenzt zu vermehren sind. Eine Erkenntnis, die nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, war doch die geringe Blutmenge eines der Probleme, die bisher die Anwendungsmöglichkeiten von Nabelschnurblut begrenzt haben. “Bisher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch Nutzen aus seinem eigenen aufbewahrten Nabelschnurblut zieht, extrem gering. Eingelagertes Nabelschnurblut wurde bisher vor allem zur Therapie von Leukämien verwendet.” Mit den Ergebnissen des Forscherteams besteht nun die berechtigte Hoffnung auf neue Einsatzgebiete von Nabelschnurblut und neue Therapien.

Bereits 2007 ist es japanischen Wissenschaftlern gelungen iPS-Zellen herzustellen. Damals handelte es sich aber nicht um Zellen aus Nabelschnurblut, sondern es wurden menschliche Zellen von Erwachsenen verwendet. Bei diesem Verfahren besteht jedoch das Risiko, dass infolge von Umwelteinflüssen Genmutationen in diesen erwachsenen Körperzellen erfolgt sein können. Diese Veränderungen könnten sich auch auf die neu gebildeten Zellen übertragen.

Aus Nabelschnurblut hergestellte iPS-Zellen sind mit den positiven Eigenschaften von embryonalen Zellen (ES-Zellen) zu vergleichen. Beide sind in der Lage, sich zu vermehren und können sich vor allem in jeden Zelltyp des Körpers entwickeln. Allerdings sind die iPS-Zellen im Gegensatz zu den ES-Zellen ethisch unbedenklich. Ein weiterer Vorteil ist, dass diese aus Nabelschnurblut gebildeten neuen Zellen nach einer Transplantation vom Körper des Patienten nicht abgestoßen werden, vorausgesetzt, dass es sich dabei um die eigenen Zellen handelt. Zudem sind Stammzellen aus dem Nabelschnurblut noch jung und weitgehend frei von Umwelteinflüssen.

Dies würde der Medizin natürlich neue Tore öffnen und neue Therapieansätze ermöglichen. So erklärt REBIRTH-Sprecher Professor Dr. Axel Haverich: “Wir gehen davon aus, dass sich die iPS-Zellen zur Therapie von Herzkreislauferkrankungen, besonders dem Herzinfarkt und zur Herstellung von Ersatzgewebe, beispielsweise in der Orthopädie, eignen werden.”

Bildquelle: www.pixelio.de

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