3. Juli 2009

sodian-bild-portrait-182Das aus dem Nabelschnurblut gewonnene Zellmaterial spielt für die regenerative Medizin eine immer größere Rolle. In der Herzchirurgie beispielsweise wird intensiv mit Stammzellen geforscht, um neue Möglichkeiten der Behandlung bei schweren Herzkrankheiten zu finden. Ziel der Wissenschaftler ist es, die Zahl der risikoreichen Operationen zu verringern  und letztlich einmal ganz vermeiden zu können.

Besonders wichtig ist es, Behandlungsalternativen für Kinder mit schweren Herzfehlern zu finden. Das Problem momentan ist, dass bei Kindern, anders als bei älteren Patienten, beispielsweise keine Herzklappen aus tierischem Gewebe eingesetzt werden können. Während derartige Herzklappen bei älteren Menschen routinemäßig implantiert werden können, degeneriert bei Kindern das Implantat deutlich schneller und ist nach wenigen Monaten, wenn nicht sogar Wochen nicht mehr funktionstüchtig.

Auf einer Expertenseite für Nabelschnurblut findet sich ein Interview mit Dr. Ralf Sodian, Oberarzt der Uni München. Hier spricht der Herzchirurg unter anderem über diese Schwierigkeiten bei der Behandlung von Kindern, die an Herzerkrankungen leiden. Daneben erklärt Dr. Sodian die Potenziale von Nabelschnurblut für die Herzchirurgie und verdeutlicht, warum es für ihn so wichtig ist, auf diesem Gebiet weiter intensiv zu forschen. Der Privatdozent, der sich seit 1998 mit der künstlichen Herstellung von Gewebe befasst, erklärt später im zweiten Teil des Gesprächs, dass auch der Einsatz von Herzklappen aus Kunststoff bei Kindern problematisch ist. Bei diesen Implantaten muss das Blut stark verdünnt werden. Der Herzchirurg sieht daher den Einsatz von Herzklappen aus Kunststoff als problematisch an, da Kinder viel spielen, Fahrrad fahren und es so häufiger zu kleinen Verletzungen  kommen kann. Durch die Verdünnung des Blutes würden dann bereits kleinere Wunden zu größeren Blutungen führen.

Im Interview wird deutlich, wie wichtig es für Dr. Ralf Sodian ist, dass gerade bei der Erforschung neuer Behandlungsmethoden für Kinder mit schweren Herzfehlern in naher Zukunft Ergebnisse erzielt werden. Für Ihn sind die Stammzellen, die aus dem Nabelschnurblut gewonnen werden können, die Grundlage für mitwachsende Herzklappen.

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1 Kommentar für “Es wird immer versucht, neue bessere Lösungen zu finden”

  1. Nabelschnurblut - Blick hinter die Kulissen » Nabelschnurblut: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse Says:

    [...] durch Leber- und Nierenerkrankungen hervorgerufen werden. In diesem Kontext spricht Lücke auch die Potenziale von Nabelschnurblut an und bietet einen Ausblick an, in welche Richtung sich die Stammzelltherapie als sinnvolle [...]

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