Anja und Elmar Im Brahm haben das Nabelschnurblut ihrer kleinen Töchter Helena und Tabea bei deren Geburt aufbewahren lassen. Im Interview erzählt Anja Im Brahm, wie sie zu dieser Entscheidung gelangten. Außerdem erklärt die junge Mutter, weshalb jeder die Möglichkeit nutzen sollte, mit dem Blut aus der Nabelschnur für die Gesundheit seiner Kinder vorzusorgen.
Wie haben Sie zum ersten Mal von der Möglichkeit erfahren, das Nabelschnurblut Ihrer Kinder einzulagern? Und auf welchen Wegen haben Sie sich dann weiter über das Thema schlau gemacht?
Erstmals darauf aufmerksam geworden bin ich, als ich schwanger war. Da habe ich Prospekte gesehen, die bei meiner Frauenärztin auslagen. Nachdem mein Mann und ich mehr erfahren wollten, haben wir weiteres Infomaterial von einer privaten Nabelschnurblutbank angefordert. Dieses hat uns relativ schnell davon überzeugt, das Nabelschnurblut unseres Kindes einlagern zu lassen. Als dann unsere zweite Tochter kam, fiel die Entscheidung nicht mehr schwer. Denn wenn wir es bei einem Kind tun, dann auch beim anderen – so viel stand für uns von vornherein fest.
Haben Sie Ihre Frauenärztin auch direkt auf die Aufbewahrung des Blutes aus der Nabelschnur angesprochen?
Das habe ich. Sie stand dem neutral gegenüber, hat mir also weder zu- noch abgeraten. Somit haben mein Mann und ich die Entscheidung allein getroffen.
Was war Ihre Motivation, das Nabelschnurblut Ihrer Töchter aufzubewahren? Welches war der ausschlaggebende Punkt?
Ausschlaggebend war für uns die Tatsache, dass die Zahl der Krebserkrankungen ständig steigt und dass diese in immer mehr Fällen mit Nabelschnurblut geheilt werden können. Wenn unsere Kinder einmal ernsthaft erkranken sollten – was wir nicht hoffen – dann wäre die Möglichkeit gegeben, auf das Blut zuzugreifen. Diese Vorsorge für die Gesundheit unserer Töchter war es uns wert, die Kosten für die Einlagerung zu tragen – das hatte Vorrang vor Konsumausgaben. Wir wollten nämlich nicht am falschen Ende sparen. Als Vorteil der Aufbewahrung kommt hinzu, dass das Blut für eine lange Zeit konserviert werden kann. Währenddessen entwickelt sich die klinische Forschung rasant, woraus sich in Zukunft immer neue Behandlungsmöglichkeiten mit dem Blut aus der Nabelschnur ergeben werden. Daher haben wir uns für die Einlagerung entschieden, um unseren Kindern alle Optionen zu erhalten.
Wie haben Sie die Entnahme des Blutes erlebt?
Das ist alles gut gelaufen. Die Ärztin im Krankenhaus konnte es problemlos entnehmen. Kurze Zeit später war schon der Kurier da, der es zu einer privaten Nabelschnurblutbank transportiert hat. Alles verlief schnell und glatt. Schon einige Tage danach bekamen wir das Zertifikat über die Einlagerung, das uns bestätigte, dass alles nach Plan gelaufen war. Darin waren alle relevanten Daten und Merkmale des Blutes verzeichnet.
Behalten Sie die Entwicklungen mit Nabelschnurblut im Auge?
Die private Nabelschnurblutbank hält uns immer über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden. Über einen Infobrief erfahren wir davon, wenn wieder einem kranken Kind geholfen werden konnte. Auf demselben Wege werden wir auch über die Fortschritte der Medizin informiert. So wissen wir stets über die aktuellen Möglichkeiten Bescheid, mit dem Blut aus der Nabelschnur Krankheiten zu heilen.
Wie waren die Reaktionen in Ihrem Freundeskreis, als Sie von der Einlagerung erzählt haben?
Das Thema war unseren Freunden bereits hinreichend bekannt. Sie halten die Aufbewahrung für eine gute Sache. Allerdings braucht es bei manchen noch etwas Überzeugungsarbeit, bevor sie sich auch selbst für eine Einlagerung entscheiden würden. Das liegt vor allem an den Kosten. Ich halte dem entgegen, dass man an der Gesundheit seiner Kinder nicht sparen sollte. Eher kann man auf andere Dinge verzichten. Mein Mann und ich empfehlen deshalb allen, die wir kennen, das Nabelschnurblut ihrer Babys aufzubewahren.
Was müsste Ihrer Meinung nach geschehen, um noch mehr Menschen davon zu überzeugen?
Ich denke, dass die Beratung beim Frauenarzt eine wichtige Rolle spielen kann. Hilfreich wäre es auch, wenn das Thema öfter bei Geburtsvorbereitungskursen angesprochen würde. Dabei sollte man den werdenden Eltern vor Augen halten, welche Krankheiten mit Hilfe von Nabelschnurblut bereits geheilt werden können. Es sollte auch jeder wissen, dass mit dem Blut anderen Menschen geholfen werden kann.
Apropos: Haben Sie auch über eine Nabelschnurblutspende an eine öffentliche Bank nachgedacht?
Was das angeht, bin ich mir nicht ganz schlüssig – darüber müsste ich erst gründlich nachdenken und das Für und Wider genau abwägen.
Wie lautet Ihr Fazit zur Konservierung des Blutes aus der Nabelschnur?
Es ist eine gute Sache und es funktioniert schnell und reibungslos. Wir empfehlen deshalb auch jedem, das Blut aufzubewahren. Wenn wir noch ein Kind bekämen, würden wir es wahrscheinlich wieder tun.
Tags: Nabelschnurblut, Nabelschnurblutbank, Stammzell-Transplantation, Stammzellen
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