Stammzellen aus Nabelschnurblut werden seit Ende der 1980er zur Behandlung vieler Krankheiten eingesetzt. Zu diesen gehören unter anderem verschiedene Krebsvarianten und Bluterkrankungen. Nachdem im letzten Beitrag dieser Reihe die Fanconi-Anämie vorgestellt wurde, soll nun mit Leukämie eine weitere Krankheit beschrieben werden, die sich mit Stammzellen aus Nabelschnurblut behandelt lässt und an der jährlich etwa 1.800 Kinder in Deutschland erkranken.
Leukämie ist eine Erkrankung des blutbildenden Systems, um genau zu sein, handelt es sich um eine spezielle Form von Blutkrebs. Sie wurde bereits 1845 von Rudolf Virchow beschrieben. Leukämien bilden unter anderem verstärkt weiße Blutkörperchen in funktionsuntüchtigen Vorstufen aus. Weiße Blutkörper sind normalerweise für die Immunabwehr verantwortlich. Doch diese defekten Zellen breiten sich im Knochenmark aus und verdrängen dort die übliche Blutbildung. Mit anderen Worten, die Leukämiezellen führen zu einer Verringerung der normalen Blutbestandteile und beeinträchtigen auf diese Weise die Funktionen des Blutes, wie zum Beispiel den Transport von Sauerstoff oder eben die Immunabwehr.
Die Folgen sind dann unter anderem neben Blässe und stetem Schwächegefühl, Blutungsneigung und eine besondere Anfälligkeit für Infektionen mit Fieber. Zudem kann es zu geschwollenen Lymphknoten oder Milz- und Lebervergrößerung kommen. Leukämie unterscheidet man je nach Verlauf der Krankheit zwischen akuter und chronischer Leukämie. Während die akute Leukämie, wenn man sie nicht behandelt, schon nach einigen Wochen zum Tode führen kann, verläuft die chronische Leukämie anfänglich nicht selten sogar ohne Symptome.
Die bekannteste Behandlungstherapie ist derzeit noch die Chemotherapie. Diese zerstört zwar die betroffenen Zellen, aber eben auch die ”guten” Zellen. Seit Jahrzehnten werden dem Patienten, der auf diese Weise behandelt wurde, Stammzellen transplantiert, damit dieser sich von den Auswirkungen dieser aggressiven Therapie besser erholen kann. Neben dem Knochenmark gewinnt das Nabelschnurblut hier als Quelle der Stammzellen zunehmend an Bedeutung.
Bildquelle: www.sxc.hu
Tags: Einlagerung, Leukämie, Nabelschnurblut, Stammzellen
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4 Kommentare für “Stammzellen aus Nabelschnurblut gegen Leukämie”Kommentar schreiben |
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12.06.2009 um 18:23
[...] Medical Center in den USA werden seit diesem Jahr Kinder mit Hirnschäden mit Stammzellen aus Nabelschnurblut behandelt. Mehr als 60 Behandlungen dieser Art hat Dr. Joanne Kurtzberg bislang durchgeführt, die [...]
07.09.2009 um 10:22
[...] ungenutzt entsorgt. Diese Prozentzahl soll deutlich reduziert werden, um mehr Patienten eine Behandlung mit Stammzellen aus dem Nabelschnurblut zu ermöglichen. Bereits heute können über 70 schwere Krankheiten wie [...]
28.09.2009 um 11:09
[...] jungen Lebens hat der vierjährige Dylan bereits in intensiven Therapien verbracht. Nach einer Behandlung mit dem Stammzellen aus seinem eigenen Nabelschnurblut sind nun erste Verbesserungen sichtbar, die [...]
06.10.2011 um 17:43
[...] sind und sich noch in alle möglichen Zellen und Gewebe verwandeln können. Zum Beispiel kann sich eine Nabelschnurblut Einlagerung bei Leukämie als sehr hilfreich erweisen und ist sehr viel unproblematischer als Transplantation durchzuführen als eine Operation mit [...]