Archiv für Juni, 2009
Michael schrieb zum Artikel: ”Nabelschnurblut einzulagern, ist eine Vorsorge für die Zukunftâ€
“Das ist doch alles Quatsch mit dem Nabelschnurblut. Nur Geschäftemacherei. Wer fällt denn auf sowas rein? Siehe: http://www.stern.de/wissenschaft/medizin/:Nabelschnurblut-Gesch%E4ft-Angst/580360.html”
Vielen Dank für Ihren Kommentar. Ihre Grundaussage ist ja recht deutlich. Doch wenn Ihre einzige Informationsquelle dieser beinah zweieinhalb Jahre alte Beitrag aus dem Stern ist, verkennen Sie zweierlei.
Zum einen ist die Stammzellforschung eine vergleichsweise junge Wissenschaft. Natürlich wird in den Anfängen eines neuen Forschungsfeldes zunächst mit Theorien gearbeitet und da zeigen erst die kommenden Jahre, wie sich diese Theorien in der Praxis umsetzen lassen. Und ja, vieles ist noch im experimentellen Stadium. Warum diskreditieren Sie aber all jene Eltern, die auf diese Form der Prävention bauen? Glauben Sie nicht, dass werdende Eltern mündig genug sind, eine gute Entscheidung zu treffen? Wie viele Beispiele zeigen, wie schnell sich Forschungserfolge einstellen können und vorher für unmöglich Gehaltenes plötzlich Realität wird? Blicken wir auf die letzten Jahre zurück, lassen sich immer mehr Beispiele finden, in denen körpereigene Stammzellen, die aus dem Nabelschnurblut gewonnen wurden, zur erfolgreichen Heilung des Patienten eingesetzt wurden. So werden körpereigene Stammzellen aus Nabelschnurblut in den USA schon seit zwei Jahren erfolgreich zur Heilung von frühkindlichen Hirnschäden und zerebraler Kinderlähmung eingesetzt. weiterlesen »
Im ersten Teil des Interviews mit Silvia Rauen erzählte die Mutter des dreijährigen Felix, warum sie und ihr Mann sich für die Einlagerung des Nabelschnurblutes ihres Sohnes entschieden haben. Erfahren Sie nun im zweiten Teil des Gesprächs mehr über die Entscheidung der Familie und was sie werdenden Eltern mit auf den Weg geben können.
Wie gut wissen Sie über derzeitige und künftige Anwendungsmöglichkeiten der Stammzellen aus dem Blut Bescheid?
Durch die Informationen meiner Nabelschnurblutbank bekomme ich viel davon mit und auch im Fernsehen bin ich schon auf entsprechende Berichte gestoßen. Das Blut wird häufig gegen Leukämie eingesetzt und derzeit befasst sich die Forschung mit Heilungsmöglichkeiten für Diabetes bei Kindern oder Hirnschäden. Ich gehe davon aus, dass auf diesen Gebieten weitere Fortschritte erzielt werden und dass die Bedeutung von Nabelschnurblutübertragungen zunehmen wird. weiterlesen »
Immer wieder gibt es außergewöhnliche Aktionen, die die Menschen zum Spenden von Stammzellen aufrufen. Für den an Leukämie erkrankten Tobias Schöllmann aus Schmallenberg wurde eigens eine Homepage eingerichtet, die zur Knochenmarkspende animieren will. Auf der Suche nach dem genetischen Zwilling sind Betroffene wie der zehnjährige Tobias auf die Spenden möglichst vieler Menschen angewiesen. Insgesamt sind etwa 1,9 Millionen Spender bei der Deutschen Knochenmarkspender-Datei registriert. Dennoch muss beispielsweise jeder fünfte Leukämiepatient auf eine passende Spende warten. Der Grund liegt primär darin, dass die Gewebemerkmale zwischen Spender und Patienten übereinstimmen müssen – und es gibt über 3.000 verschiedene davon. Dass diese zudem noch in millionenfacher Kombination auftreten können, erschwert die Suche nach einem passenden Spender umso mehr. weiterlesen »
Familie Rauen aus Merzkirchen hat das Nabelschnurblut ihres Sohnes Felix aufbewahrt. Im Interview erklärt Silvia Rauen, die Mutter des heute Dreijährigen, warum sie und ihr Mann sich zu diesem Schritt entschlossen haben. Außerdem erzählt sie, welche Fortschritte sie sich von der Forschung mit Nabelschnurblut-Stammzellen erhoffen.
Was für ein Gefühl ist es für Sie, Mutter zu sein, und wie empfanden Sie die ersten Tage mit Ihrem Kind?
Es ist schön – rundum schön. Die ersten Tage waren sehr aufregend, denn plötzlich Mutter zu sein, ist eine große Umstellung – aber eine angenehme. weiterlesen »
Nicht einmal bei fünf Prozent aller Geburten in Europa wird das Nabelschnurblut entnommen. Bedenkt man, welches Potenzial hier ungenutzt bleibt, gilt es die Gründe dafür zu hinterfragen. Zum einen ist es die Tatsache, dass viele Menschen noch nicht hinreichend über diese Thema informiert und sensibilisiert sind. Weiterhin kommt erschwerend hinzu, dass man nicht in jedem Krankenhaus das Nabelschnurblut des neugeborenen Kindes spenden kann. Deswegen ist es für die vielen Patienten, die auf geeignete Stammzellen angewiesen sind, eine gute Nachricht, dass von nun an ein Spende auch in der Kronacher Frankenwaldklink möglich sein wird. weiterlesen »
Heidi Rapp aus Albstadt möchte so gut wie möglich für ihren Sohn Philipp vorsorgen. Deshalb hat sie das Nabelschnurblut des Jungen, der heute sechs Jahre alt ist, aufbewahrt. Im Gespräch erzählt sie, was diese Entscheidung für sie bedeutet und wie sie über die Möglichkeit denkt, das Blut zu spenden.
Was hat die Entscheidung, das Blut aus Philipps Nabelschnur einzulagern, für Sie bedeutet?
Ich habe auf diese Weise für den Notfall vorgesorgt. Im unwahrscheinlichen Fall, dass meinem Sohn etwas passiert und dass ihm dadurch geholfen werden kann, dass man auf sein Nabelschnurblut zurückgreift, soll es vorhanden sein. Ich wollte ganz einfach mein Möglichstes tun, um mein Kind abzusichern. weiterlesen »
Das öffentliche Bewusstsein um die Chancen, die im Nabelschnurblut stecken, ist in Europa im Vergleich zu den USA oder Asien kaum ausgeprägt. Nabelschnurblut enthält die zur Behandlung von Krankheiten wie Krebs, Hirn- und Lungenschäden, Herzinfarkt oder Diabetes einsetzbaren adulten Stammzellen. Unmittelbar nach der Geburt kann das Blut aus der Nabelschnur entnommen und über Jahrzehnte konserviert werden. Die Entnahme des Nabelschnurblutes ist dabei ohne jedes Riskiko – weder für Mutter noch für Kind. Dennoch wird in Europa bei nicht einmal fünf Prozent aller Geburten das Nabelschnurblut entnommen. weiterlesen »

Familie Kändler aus Fürstenfeldbruck hat das Nabelschnurblut ihres kleinen Sohns Emilian – inzwischen 3 Jahre alt -Â einlagern lassen.
Stammzellen aus Nabelschnurblut werden seit Ende der 1980er zur Behandlung vieler Krankheiten eingesetzt. Zu diesen gehören unter anderem verschiedene Krebsvarianten und Bluterkrankungen. Nachdem im letzten Beitrag dieser Reihe die Fanconi-Anämie vorgestellt wurde, soll nun mit Leukämie eine weitere Krankheit beschrieben werden, die sich mit Stammzellen aus Nabelschnurblut behandelt lässt und an der jährlich etwa 1.800 Kinder in Deutschland erkranken.
Leukämie ist eine Erkrankung des blutbildenden Systems, um genau zu sein, handelt es sich um eine spezielle Form von Blutkrebs. Sie wurde bereits 1845 von Rudolf Virchow beschrieben. Leukämien bilden unter anderem verstärkt weiße Blutkörperchen in funktionsuntüchtigen Vorstufen aus. Weiße Blutkörper sind normalerweise für die Immunabwehr verantwortlich. Doch diese defekten Zellen breiten sich im Knochenmark aus und verdrängen dort die übliche Blutbildung. Mit anderen Worten, die Leukämiezellen führen zu einer Verringerung der normalen Blutbestandteile und beeinträchtigen auf diese Weise die Funktionen des Blutes, wie zum Beispiel den Transport von Sauerstoff oder eben die Immunabwehr. weiterlesen »


