Archiv für März, 2009


30. März 2009

Spenderblut ist bekanntlich knapp – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Wie vor kurzem in der Presse zu lesen war, wollen britische Forscher deshalb nun künstliches Blut herstellen, und zwar aus embryonalen Stammzellen. 2012 sollen die ersten Testpatienten eine Transfusion des Kunstblutes bekommen. Das wirft allerdings einige Fragen auf. Zum einen ist mit dem Einsatz von Embryonen eine ethischen Problematik verbunden. Zum anderen erscheint es zur Zeit kaum möglich, ohne enormen Aufwand so viel Blut herzustellen, dass es für mehr als eine Handvoll Patienten reicht. Deshalb könnte eine sinnvolle Alternative darin bestehen, vermehrt Nabelschnurblut aufzuheben, um es als Blutquelle zu nutzen. Denn es fällt bei jeder Geburt an und wird immer noch in den meisten Fällen im Müll entsorgt. Mit der Einlagerung von Nabelschnurblut ließe sich der allgemeinen Blutknappheit besser begegnen als mit der Herstellung von Kunstblut.


27. März 2009

Noa Liebig - ihre Eltern haben das Nabelschnurblut aufbewahrt.

Das ist die dreijährige Noa Liebig aus Annaburg. Ihre Eltern haben das  Nabelschnurblut einlagern lassen, um für ihre  Zukunft vorzusorgen.


25. März 2009

Dass Gesundheitsvorsorge – nicht nur mit Nabelschnurblut – ein sehr wichtiges Thema ist, daran gibt es keinen Zweifel. Dennoch erinnerten die Experten des Deutschen Ethikrates beim ”Forum Bioethik” in Berlin noch einmal eindringlich daran. Denn für die Gesundheit ist die individuelle Vorsorge mindestens genauso bedeutend wie die medizinische Versorgung, wie auch Stefan Huster von der Uni Bochum betonte. Die Vorbeugung von Krankheiten ist ein sehr weites Feld: Dazu gehört eine gesunde Lebensweise (Stichworte: Ernährung, Bewegung…) ebenso wie beispielsweise Impfungen – und seit zirka zehn Jahren die Einlagerung von Nabelschnurblut. Auf diese Weise kann schon während der Geburt ein Grundstein für die Gesundheitsvorsorge des Nachwuchses gelegt werden.


24. März 2009

Der kleine Oliver Raubold - sein Nabelschnurblut wurde als Vorsorgemaßnahme aufbewahrtFamilie Raubold hat 2004 das Nabelschnurblut ihres Sohnes Oliver einlagern lassen. Im Interview erklären die Eltern, warum sie sich für diesen Schritt entschieden haben und richten einen leidenschaftlichen Appell an alle Mütter, die vor derselben Wahl stehen: ”Entscheidet Euch für diese einmalige Chance!”

Warum haben Sie sich dazu entschieden, das Blut aus der Nabelschnur Ihres Kindes einlagern zu lassen?

Durch die stetige Entwicklung von Wissenschaft und Forschung werden immer bessere Erkenntnisse und Fortschritte erreicht. Das gilt auch auf dem Gebiet der Stammzellmedizin. Wer weiß, was in den nächsten Jahren noch alles erforscht und möglich wird? Diese Optionen wollten wir unserem Kind als Gesundheitsvorsorge erhalten. Die Entnahme seines Nabelschnurblutes war eine einmalige Möglichkeit und könnte seine zweite Chance sein. weiterlesen »


23. März 2009

Nabelschnurblut-Experte: Prof. Holzgreve berichtete über eine zukunftsträchtige Diagnosemöglichkeit bei Bluthochdruck in der Schwangerschaft.Pluripotente Stammzellen haben die Fähigkeit, sich in jede der 200 Zelltypen im Körper zu entwickeln. Im Nabelschnurblut befinden sich wiederum solche, die sich in Blut-, Immun-, Knochen-, Knorpel- und einige weitere Zellarten entwickeln können – jedoch nicht in alle. Das könnte sich vielleicht bald ändern. Auf dem ersten Leipziger Symposium für Pränatal- und Geburtsmedizin trafen sich Frauenärzte aus Sachsen und Thüringen, um über neue Diagnosemethoden oder den Zusammenhang zwischen dem Verhalten der werdenden Mutter und dem noch ungeborenen Kind in ihrem Bauch zu sprechen – Stichwort: Während der Schwangerschaft nicht für zwei essen! Die Vortragsreihe wurde vom Zentrum für Pränatale Medizin in Leipzig – unter der Leitung von Prof. Faber – sowie vom Uniklinikum Leipzig – Abteilung Geburtsmedizin Prof. Stepan ausgerichtet und diente der gynäkologischen Weiterbildung. Einer der Referenten – Prof. Holzgreve – sprach unter anderem davon, dass neben kindlicher DNA auch Stammzellen auf die Mutter übergehen, und dass es sich dabei um pluripotente Stammzellen handeln könnte. Sollte sich diese Vermutung bewahrheiten, könnte Nabelschnurblut in Zukunft einen weiteren Beitrag zur Forschung und persönlichen Vorsorge liefern. Damit zeigte sich wieder einmal, dass derartige Treffen von Experten nötig sind, um Erfahrungen und neue Erkenntnisse auszutauschen. Detailierte Informationen finden Sie hier.


20. März 2009

screenshot3-video-einlagerungStellen Sie sich vor, Sie bekommen ein Baby. Das Nabelschnurblut wollen Sie bei der Geburt entnehmen lassen, um für die Gesundheit des Kleinen vorzusorgen. Nun möchten Sie gern genau wissen, was weiter damit passiert. Sie möchten es aber nicht nur erzählt bekommen, sondern am liebsten selbst dabei zusehen, wie das Nabelschnurblut eingelagert wird. Kein Problem, denn in einer neuen Video-Reihe im Internet wird alles gezeigt. Die Lieferung, die Verarbeitung, die Kühlung – sehen Sie selbst, wie eine Nabelschnurblutbank arbeitet. Im ersten Film können Sie das Eintreffen des Paketes mit dem Blut aus der Nabelschnur und den Empfang durch das geschulte Personal verfolgen. Zum Video gehts hier.


19. März 2009

Matteo ist ein Vorbild. Vorbild für viele Neugeborene, deren Nabelschnurblut eingelagert wird und Leben retten kann. Die Eltern des kleinen Chemnitzers haben sich entschieden, das Blut der Nabelschnurblutbank der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) zur Verfügung zu stellen. Dem Zeitungsartikel in der Sächsischen Zeitung zu Folge ist sich Mutter Claudia Stefanescu sicher, damit helfen zu können: ”Als ich gehört habe, dass damit Matteo oder anderen Kindern bei einer schweren Krankheit geholfen werden kann, habe ich mich gleich dafür entschieden.”

Doch nicht die DKMS allein bietet Spendemodelle an. Immer häufiger setzen auch – und das geht aus dem Zeitungsartikel nicht hervor – private Nabelschnurblutbanken auf Einlagerung plus Spende. Richtig ist, dass die private Einlagerung mit Kosten verbunden ist – denn damit wird die langjährige Aufbewahrung eigens für den Spender gesichert. Doch alle Eltern, die das Nabelschnurblut in einer privaten Bank einlagern lassen, können zusätzlich spenden. Und auch mit diesem Modell ist die Einlagerung kostenlos, denn das aufgewendete Geld wird – wenn das Blut gebraucht wird und die Eltern es freigegeben – zurück gezahlt.


18. März 2009

Nabelschnurblut wurde in der Zeitschrift Joy thematisiertTatort: Zeitschriftenregal. Anklage: Buntes Frauenmagazin mit Nabelschnurblut-Inhalten. Strafe: Lebenslängliche Weiterführung dieser Maßnahme. Zumindest wünschen wir Redakteure uns das. Denn in der aktuellen Ausgabe des Frauenmagazins Joy wird das Portal für interessierte Eltern beschrieben. Ein toller Erfolg, wenn man bedenkt, dass diese Themenseite rund um Blut aus der Nabelschnur noch nicht mal ein Jahr alt ist.


17. März 2009

Nabelschnurblut - Romina PlanitzerAnnett Planitzers Sohn leidet an Muskelschwund. Diese Erkrankung ist nicht heilbar und endet in den meisten Fällen mit dem Tod. Die junge Mutter ließ das Nabelschnurblut ihrer Tochter einlagern – in der Hoffnung, dass damit die Krankheit ihres Sohnes zumindest gestoppt werden kann. Durch eine Therapie mit Stammzellen aus Nabelschnurblut soll die Eiweißproduktion in seinen Muskelzellen wieder anlaufen.

Frau Planitzer, Sie haben sich für eine Einlagerung des Nabelschnurblutes ihrer Tochter entschieden. Warum?
Als Romina zur Welt kam, waren wir zunächst überglücklich, dass sie gesund ist. Denn ihr älterer Bruder ist sehr krank. Er leidet an Muskeldystrophie Duchenne. Das ist eine Art Muskelschwund, die im Moment noch nicht heilbar ist. Es wird zwar daran geforscht, die Erkrankung medikamentös oder mit Stammzellen zu therapieren, doch leider gibt es noch keinen Durchbruch. Wir hoffen, dass sich das bald ändert und mit dem Nabelschnurblut von Romina zumindest gestoppt werden kann. Sie ist gesund und sehr mobil. Das macht uns viel Freude. Wir beten, dass das auch so bleibt. weiterlesen »


16. März 2009

Werdende Mütter können das Nabelschnurblut ihres Kindes nun in fast jeder Entbindungsklinik entnehmen lassen. Zuletzt kam das Kreiskrankenhaus Gummersbach hinzu, in dem der Lebenssaft der Kleinsten ab sofort für die Öffentlichkeit gespendet werden kann. Das wertvolle Blut für das eigene Kind aufzubewahren, ist nach neuester Zählung in 90 Prozent aller Kreissäle in Deutschland möglich. Heutzutage können Eltern also fast überall die Chance nutzen, für die Zukunft ihres Babys vorzusorgen, indem sie sein Nabelschnurblut einlagern lassen. Dieser Schritt kann später für die Behandlung von Krankheiten wie Typ-1-Diabetes, Anämien oder Tumoren wichtig sein. Deshalb sollte die einmalige Möglichkeit, das Blut aufzubewahren, nicht versäumt werden. Egal ob dies bei einer privaten Einrichtung geschieht oder auf dem Weg der öffentlichen Spende: Zum Wegwerfen ist das Blut aus der Nabelschnur jedenfalls zu schade.

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