Archiv für Januar, 2009
Ein weiterer Beweis für die Wirksamkeit von Nabelschnurblut: In Japan litt eine 26-jährige Frau an Wucherflechte, einer Krebsart, bei der Blutzellen entarten und den Körper angreifen. Da Bestrahlung und eine Knochenmarktransplantation nicht halfen, versuchten es die Ärzte mit Stammzellen aus Nabelschnurblut: Zwei Jahre nach der Behandlung ist die junge Frau jetzt ohne Symptome. Die Frage, welche weiteren Krankheiten in Zukunft mit Nabelschnurblut geheilt werden können, erhält damit neue Brisanz.
Marens Meinung zu einem unserer Muttiinterviews:
“Es gibt immer zwei Seiten. In diesem Fall wurde sich sicher nur einseitig informiert. Selten liest man über Erfolgserlebnisse oder Heilungen im Zusammenhang mit Nabelschnurblut. Gerade in diesem Fall, ist das Aufbewahren umtritten, denn das Baby kam etwas zu früh auf die Welt und es war nicht ausreichend Blut aus der Nabelschnur vorhanden. Für mich nur Geldmacherei. Aber es gibt eben naive Eltern.”
Daraufhin antwortete Marion:
Ich habe vor 4 Jahren das Nabelschnurblut meiner Tochter einlagern lassen. Als Naturwissenschaftlerin verfolge ich dieses Thema sehr intensiv und sehe das Potenzial der Stammzellen, im Rahmen von Therapien eingesetzt zu werden, in den nächsten Jahren wachsen. Wenn man bedenkt, dass man vor etwas mehr als 10 Jahren mit der Einlagerung von Nabelschnurblut in Deutschland begonnen hat und heute bereits klinische Studien laufen, in denen Nabelschnurblut zur Behandlung von Kindern mit Diabetes Typ I oder sauerstoffbedingten Hirnschäden erfolgt, dann geht der Fortschritt in sehr großen Schritten voran. Sicherlich wird häufig die Frage gestellt ”Und was kann man heute mit Stammzellen aus Nabelschnurblut machen?â€. Der Einsatz von Stammzellen erfolgt heute im Rahmen klassischer Therapien zum Wiederaufbau von Knochenmark nach Strahlen- oder Chemotherapie. Hier hat sich ja auch in den letzten Jahren gezeigt, dass Nabelschnurblut gleichwertig zu Knochenmark eingesetzt werden kann und sogar Vorteile besitzt. Ich persönlich bin trotzdem sehr froh, dass das Nabelschnurblut meiner Tochter noch nicht angewendet werden musste und kann nur sagen ”Zum Glück ist die Wahrscheinlichkeit einer schwerwiegenden Erkrankung im Kindesalter gering!â€. Letztendlich sollte jeder eine persönliche Entscheidung treffen, ob er Nabelschnurblut für sein Kind einfrieren lässt oder eventuell spendet. Naiv würde ich jedoch die Entscheidung ”Pro Nabelschnurblut†nicht bezeichnen.
Hier lesen Sie das Interview, das den Meinungsaustausch entfacht hat.
Führende Mediziner aus ganz Europa haben in ihrem Jahresbericht wieder einmal die Wichtigkeit neuartiger Therapien betont. Dabei werden Blut- und Gewebestammzellen eingesetzt, die auch aus Nabelschnurblut gewonnen werden. So können mit Nabelschnurblut beispielsweise Muskeln, Knochen oder Knorpel repariert oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen behandelt werden. Ein weiterer wichtiger Punkt in dem Bericht: Die Anzahl an Stammzelltransplantationen von nicht verwandten Spendern war bereits vor zwei Jahren genauso groß wie die von Geschwisterspendern. Nabelschnurblut kann somit nicht nur zur Therapie des eigenen Kindes sondern auch für Verwandte ersten Grades beziehungsweise fremden Nachwuchs eingesetzt werden. Die Konservierung des Blutes aus der Nabelschnur als Privatvorsorge oder Spende wird damit für Eltern immer wichtiger.
Eltern können erneut aufatmen: Von Neugeborenen entnommenes Nabelschnurblut hat einen großen Vorteil gegenüber Knochenmark. Soll beispielsweise innerhalb der Familie das Blut zur Stammzell-Therapie eingesetzt werden, müssen dessen Gewebemerkmale nicht zu 100 Prozent mit denen des Empfängers übereinstimmen. Es reichen 40 bis 50 Prozent aus, um erfolgreich zu transplantieren. Bei einer Knochenmark-Übertragung müssen alle Merkmale stimmen. Deshalb ist selbst bei nahen Verwandten die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass sie als Stammzellspender in Frage kommen. Der Vorteil von Nabelschnurblut liegt somit auf der Hand: Die Suche nach einem Spender verkürzt sich. Die Voraussetzungen dafür bleiben jedoch weiterhin das Sammeln und Aufbewahren des Blutes. Lesen Sie dazu auch die Meinung des Experten Dr. Hans Knabe hier im Interview.
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Großmütter wollen nur das Beste für ihre Enkel: Genau aus diesem Grund war es der Mutter – eine Oma wie sie im Buche steht – von Annika Jaap auch so wichtig, dass das Nabelschnurblut ihres Enkelsohnes Timon eingelagert wird. Nachdem die werdende Mama alle nötigen Informationen gesammelt hatte, war die Entscheidung schnell gefallen. Und: Auch das nächste Kind soll von dieser Vorsorgemöglichkeit profitieren.
Warum haben Sie sich dazu entschieden, das Blut aus der Nabelschnur Ihres Kindes einlagern zu lassen?
Meine Mutter hat mich zuerst auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht. Als sie in Zeitschriften gelesen hatte, welches Potenzial im Nabelschnurblut steckt und sich auch das spanische Kronprinzenpaar für eine Einlagerung entschieden hat, wollte sie das Gleiche für ihren zukünftigen Enkel. Ich war etwa im vierten Monat, als meine Mutter meinem Mann und mir den Vorschlag machte, uns mit dem Thema Stammzellen aus Nabelschnurblut näher zu befassen. Da wir zu dieser Zeit noch keinen Internetzugang hatten, wussten wir nicht genau, wie wir an die Informationen kommen sollten. Aber als ich dann eine Anzeige in einer Zeitschrift sah, ergriff ich die Chance und rief sofort bei der Hotline einer privaten Nabelschnurblutbank an und erhielt schon wenige Tage später einige Broschüren. Bis dahin wussten wir kaum etwas über Nabelschnurblut und waren überrascht, was mit Stammzellen alles möglich ist. Wir dachten immer nur an die Heilung von Krebs, aber tatsächlich gibt es viel mehr Erkrankungen, die auf diesem Weg therapiert werden können. Im Nachhinein denke ich, dass wir uns im Falle einer Krankheit unseres Sohnes große Vorwürfe machen würden, wenn wir uns gegen die Einlagerung entschieden hätten. Wir hatten das Geld zur Verfügung und haben es für die Aufbewahrung des Blutes aus der Nabelschnur verwendet, anstatt es auf ein Sparbuch zu legen. Wir haben uns aus Vernunft dafür entschieden und nicht lange überlegt. weiterlesen »
Der Gynäkologe Prof. Arne Jensen von der Universitätsfrauenklinik in Bochum (Nordrhein-Westfalen) betritt mit seinem Forscherteam jetzt Neuland: Gemeinsam gehen die Mediziner der Frage nach, ob behinderten Kindern mit Stammzellen aus Nabelschnurblut geholfen werden kann. Erste Laborversuche bringen erstaunliche Ergebnisse zu Tage: Als Versuchsobjekte dienten gelähmte Ratten, die mit einem Hirnschaden zur Welt gekommen sind. Dieser wurde durch Sauerstoffmangel bei der Geburt verursacht. Nachdem die Tiere mit Nabelschnurblut behandelt wurden, konnten sie ihre Pfoten wieder ohne Einschränkung benutzen. Wann diese erstaunlichen Ergebnisse auch auf den Menschen übertragbar sind, ist laut Prof. Jensen nur eine Frage der Zeit: ”Da bin ich guter Hoffnung. Vor fünf Jahren konnten wir uns auch nicht vorstellen, dass Hirnschäden überhaupt therapierbar sind.” Eine klinische Studie soll nun den wissenschaftlichen Nachweis für die Wirksamkeit von Nabelschnurblut erbringen. Interessierte Eltern können sich zu diesem Thema ein Video auf der Webseite der Bochumer Klinik ansehen. Hier gehts direkt zum Vodcast.
Eine Entnahme von Nabelschnurblut bei der Geburt könnte nicht nur in Zukunft Leben retten, sondern wird bereits heute für erfolgreiche Therapien eingesetzt. Amerikanischen Ärzten gelang es 2008, zwei todkranken Menschen in Minneapolis (USA) Stammzellen zu transplantieren, die aus dem Nabelschnurblut deutscher Babys stammen. Die Kinder kamen im evangelischen Krankenhaus in Hagen-Haspe (Nordrhein-Westfalen) zur Welt, im Volksmund liebevoll ”Mops” genannt. Dort ist die Einlagerung von Blut aus der Nabelschnur seit Jahren etabliert, und nun trägt das Engagement der Ärzte und vieler junger Familien endlich Früchte. Bei zwei US-Bürgern und einem Franzosen stimmten verschiedenste relevante Merkmale genau mit dem Nabelschnurblut von ”Mops”-Babys überein. ”Darauf ist hier jeder sehr stolz”, lässt die Oberärztin der Hagener Frauenklinik Eva-Maria Fasselt wissen. Ein Grund mehr, weiterhin aktiv die Einlagerung von Blut aus der Nabelschnur zu unterstützen. Denn noch immer werden in deutschen Krankenhäusern im Jahr viele Liter des Blutes ungenutzt entsorgt. Dabei stelle eine Entnahme keineswegs nur eine Option auf eine ungewisse Zukunft dar, wie der Chefarzt des ”Mops” Dr. Jacek Kociszewski erklärt. ”Bereits heute kann mit Nabelschnurblut weltweit Menschen das Leben gerettet werden. Das ist doch wunderbar!”
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Interessante Dinge sind dieser Tage im Fernsehen oder in Zeitungen über Stammzellen – auch aus Nabelschnurblut - zu sehen und zu hören. Am Samstag wird die Wiederholung der ARTE-Dokumentation ”Die Zelle – Lebensretter der Zukunft” auf einsFestival ausgestrahlt. Dort werden Stammzelltherapien und die Regenerative Medizin thematisiert. Speziell um Stammzellen aus Nabelschnurblut ging es diese Woche im Magazin ”Focus”. Der Artikel beschäftigte sich mit der wachsenden Bedeutung, die der Einlagerung von Nabelschnurblut entgegengebracht wird. Denn das besonders junge Zellmaterial aus dem Nabelschnurblut birgt ein großes Potenzial, dass es zu ergründen gilt.
Wer auf der Suche nach Informationen über Nabelschnurblut im Internet unterwegs ist, stolpert früher oder später darüber: Die Anwendung des Blutes sei ”Zukunftsmusik”. Das Gegenteil beweist der neueste Artikel in ”spektrumdirekt”. Dort wird über zwei Nabelschnurblut-Forschungsgruppen berichtet, die entweder kurz vor dem Schritt in klinische Studien stehen oder diesen schon getan haben. Die Untersuchungen an ausgewählten, freiwilligen Patienten ist eine der letzten medizinischen Hürden, die Produkte – auch Nabelschnurblut – vor einer Markteinführung überstehen müssen – neben dem anfallenden Verwaltungsaufwand. Lesen Sie hier den Artikel.
Der Markt für kommerzielle Anbieter der Einlagerung von Nabelschnurblut ist groß. Hinzu kommen noch öffentliche Einrichtungen. Für Eltern stellt sich deshalb oft die Frage, wie kompetent die einzelnen Unternehmen wirklich sind: ”Ist das Nabelschnurblut meines Kindes dort gut aufgehoben?” Um den Anbietern kräftig auf den Zahn zu fühlen, können Eltern selbst aktiv werden und einfach nachfragen. Damit kein Aspekt vergessen wird, können Sie sich auf den Seiten der Parents Cord Blood Foundation inspirieren lassen. Hier gelangen Sie direkt dorthin.
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