Archiv für Dezember, 2008
Es entwickelt sich eine lockere Gesprächsatmosphäre: Einige Pärchen schauen sich Informationsmaterialien an, andere das Nabelschnurblut-Entnahmeset. Inzwischen ist es dunkel geworden und die ersten verlassen die BIO CITY. Eines ist sicher: Das neu erworbene Wissen rund ums Blut und vor allem die Live-Erlebnisse im Labor werden lange für Gesprächsstoff im Bekanntenkreis und Schwangerenvorbereitungskurs sorgen. Ein paar Minuten später begleitet Dr. Erich Kunert das letzte Pärchen nach draußen und verabschiedet sich. ”Der Letzte macht das Licht aus”, scherzt er und verharrt noch einen Moment, um den beiden hinterherzuschauen. Bis zum nächsten Mal – mit neuen werdenden Eltern.
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Vier Jahre lang musste die kleine Neuseeländerin Maia Friedländer mit einem Hirnschaden leben, der durch Sauerstoffmangel bei der Geburt hervorgerufen wurde. Täglich ließ sie lange und aufwendige Therapien über sich ergehen, die aber kaum Erfolge zeigten. Im Sommer war es dann soweit: Sie flog mit ihrer Mutter nach Amerika, um dort mit ihrem eigenen Nabelschnurblut behandelt zu werden. Schon wenige Tage später konnten ihre Eltern deutliche Besserungen feststellen: War Maia vor der Behandlung noch deutlich zurückgeblieben und hatte große Probleme beim Essen und Laufen, verbesserte sich ihr Zustand mit jedem Tag zusehends. Die Therapie wurde von der bekannten Ärztin Dr. Joanne Kurtzberg durchgeführt, die bereits viel Erfahrung in der Anwendung von Nabelschnurblut hat. Inzwischen hat Maia so viele Fortschritte gemacht, dass sie – wie andere Kinder auch – fünf Tage in der Woche die Vorschule besuchen kann.
Immer mehr Einrichtungen – von Forschungszentren bis hin zu Kliniken – lagern Stammzellen, wie sie auch im Nabelschnurblut vorkommen, ein. Eine gezielte Suche kann deshalb oftmals Nerven kosten. Um dem Abhilfe zu schaffen, hat von nun an jeder die Möglichkeit, auf dem Internetportal PhamNet.Bund im ”TFG (Transfusionsgesetz)-§9-Register” nach diesen Institutionen zu suchen. Dabei gelangen Interessierte einfach und schnell an Informationen über den Standort und die Arbeitsweise der Blutstammzell-Einrichtungen. Denn Stammzellen kommen im Nabelschnurblut, im Knochenmark und im peripheren Blut vor und jede dieser Quellen verlangt eine unterschiedliche Veredelung. Die Datenbank ist grundsätzlich für jeden zugänglich, allerdings ist die Ausgabe von detaillierten Informationen kostenpflichtig. Das Register und weitere Informationen finden Sie hier.
”Das Blut wird von einem Kurier in das Labor gebracht, die Mitarbeiter packen das Paket aus und dokumentieren alles sorgfältig. Dann wird das Nabelschnurblut gewogen, um die exakte Menge an Gefrierschutzmittel zu berechnen, die zugegeben wird, um das Blut vor den tiefen Temperaturen zu schützen. Das geschieht in einem komplett keimfreien Raum, der nur durch eine Schleuse zugänglich ist. Ein kleiner Teil des Blutes wird für Tests benutzt. Hier wird die Vitalität untersucht und die Anzahl der Zellen bestimmt”, erklärt Dr. Erich Kunert die einzelnen Arbeitstationen hinter der Glasscheibe. Eine Schwangere flüstert ihrem Mann ins Ohr: ”Das ist viel lebendiger als irgendeine Broschüre.” Mit der Gewissheit, dass das Blut aus der Nabelschnur hier in den Tanks gut aufgehoben ist, verlassen die Eltern die Räumlichkeiten, um sich wieder in Richtung Vortragsraum zu bewegen. Dort steht Dr. Erich Kunert weiteren Fragen Rede und Antwort.
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Einer Forschergruppe der Universitätsklinik Erlangen ist ein wichtiger Durchbruch gelungen: Sie isolierten aus Nabelschnurblut so genannte mesenchymale (gewebebildende) Stammzellen. Diese sind notwendig für die Bildung von Knochen-, Knorpel-, Skelettmuskel- und Herzmuskelzellen. Somit können künftig aus dem Blut aus der Nabelschnur eine Vielzahl an Gewebearten hergestellt werden. Neben der Behandlung von Blutkrankheiten, würden sich die Möglichkeiten für Stammzellen aus Nabelschnurblut damit maßgeblich erweitern. Wissenschaftler hoffen auf diese Art und Weise nicht nur Kiefer- und Gaumenspalten besser behandeln zu können, sondern auch Volkskrankheiten wie Parkinson oder Arthrose. Das Team um Prof. Dr. Holm Schneider und Dr. Jung Park wurde für dieses Ergebnis mit der Goldmedaille der Union of European Neonatal and Perinatal Societies (UENPS) ausgezeichnet.
Der Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz (BGV) hat eine neue Broschüre zu Stammzellen aus Nabelschnurblut herausgegeben. Hintergrund ist, dass Informationen zu den vielseitigen Zellen gerade für Eltern bisher schwer zugänglich waren. In dem Faltblatt werden zehn häufig gestellte Fragen beantwortet. Beispielsweise: Was ist das Besondere am Blut aus der Nabelschnur? Wofür kann es verwendet werden? Soll ich das Nabelschnurblut spenden oder für mein Kind aufbewahren? Das Prospekt kann hier kostenlos heruntergeladen oder aber vom Postboten gebracht werden.
Pünktlich zum Weihnachtsfest gibt es ein Geschenk für die nabelschnurblut4you.de – ein modernes funktionelles Design. Aus gegebenen Anlass wurde die Seite komplett überarbeitet und damit benutzerfreundlicher gestaltet. Gewünschte Artikel – Erfahrungen mit der Einlagerung von Nabelschnurblut oder klinischen Anwendungen von Stammzellen – werden leichter gefunden und Informationen damit schneller zugänglich. Was halten Sie vom neuen Gesicht der nabelschnurblut4you.de? Wir sind auf Ihre Meinung zu Design oder Benutzung gespannt. Also schreiben Sie uns Ihren Kommentar!
Weihnachtliche Grüße aus der nabelschnurblut4you-Redaktion
Den Anfang macht an diesem Abend ein Vortrag zum Thema ”Stammzellen aus Nabelschnurblut”. Was steckt dahinter? Die werdenden Eltern lauschen gespannt dem Referenten Dr. Erich Kunert. Er erklärt, dass VITA 34 sich nicht nur auf die Einlagerung von Blut aus der Nabelschnur spezialisiert hat, sondern gleichzeitig an dessen Verwendung im Kampf gegen Krankheiten forscht. Dabei zeigt er, wo im Körper adulte Stammzellen zur Therapie eingesetzt werden können. Zum Schluss geht er auf den Ablauf ein, der nötig ist, um das Blut für die Langzeitlagerung vorzubereiten: ”Auf die Theorie folgt die Praxis”, beendet Dr. Erich Kunert seinen Vortrag und bittet seine Zuhörer, ihm in das ”Gläserne Labor” zu folgen. Ein paar Schritte weiter ist der Name Programm: Hinter vollverglasten Wänden arbeitet teils in grüner Schutzkleidung, Mundschutz und Handschuhe gehülltes Fachpersonal mit Nabelschnurblut, hantiert mit allerlei für Eltern seltsame, für den Profi alltägliche Gerätschaften, um das Nabelschnurblut zu untersuchen und es für dessen Lagerung im Stickstofftank und den ”Dornröschenschlaf”, wie es Dr. Erich Kunert nennt, vorzubereiten.
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Maren ist erst ein Jahr alt und leidet schon an einer schweren Krankheit. Es handelt sich um eine seltene Immunschwäche, bei der ihr Körper schutzlos allen Keimen, Bakterien und Pilzen ausgesetzt ist (Quelle: BILD). Nur eine Stammzelltransplantation kann ihren Zustand verbessern. Deshalb wartet das kleine Mädchen an der Berliner Charité derzeit auf einen passenden Spender. “Könnten Stammzellen aus Nabelschnurblut die Chance auf eine Genesung vergrößern?” – Dieser Frage gehen unsere Redakteure nach. Bekannt ist, dass das wertvolle Blut gut verträglich ist, auch wenn nicht alle Gewebemerkmale übereinstimmen. Eine Chance für Maren? Unsere Redakteure werden den Fall begleiten und Experten zum Thema “Stammzellen aus Nabelschnurblut für Maren” befragen. Wir halten Sie auf dem Laufenden.
Stammzellen – ein kontroverses Thema, vor allem in religiösen Kreisen. Nicht selten gehen Laien davon aus, dass es sich bei Stammzelltherapien um Genmanipulation oder Forschung an Embryonen handelt, die aus kirchlicher Sicht verwerflich sind. Aber Stammzelle ist nicht gleich Stammzelle. Sie kommt auch im Nabelschnurblut vor und kann aus diesem ohne moralische Bedenken gewonnen werden. Diesen Vorteil hat die katholische Kirche erkannt und in einem aktuellen Dokument deutlich unterstrichen. ”Dignitas persones” – zu deutsch ”Die Würde des Menschen” ist eine Veröffentlichung, die aus katholischer Sicht beschreibt, wie wichtig Forschung in der Biomedizin ist, sofern kein menschliches Lebewesen dabei zerstört wird. Bei Nabelschnurblut ist diese wichtige Voraussetzung gewährleistet. Nach Aussagen der Glaubensgemeinschaft ist ein weiterer Grund, sich in Forschung und Anwendung für Stammzellen aus Nabelschnurblut oder Knochenmark zu entscheiden, dass mit diesem Material bisher deutlich bessere Ergebnisse erzielt wurden, als mit ethisch bedenklichen embryonalen Zellen. Mehr Informationen erhalten Sie hier.
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