Archiv für November, 2008
Wer im medizinischen Bereich arbeitet, der weiß um die besondere Bedeutung der Gesundheitsvorsorge – etwa mit Stammzellen. Sandra Stör, Arzthelferin aus Pfützthal, ist mit dem Thema Stammzellen noch aus einem anderen Grund verbunden – sie hat sich auch als Knochenmarkspenderin registrieren lassen und sich für eine Einlagerung von Nabelschnurblut entschieden. Im Interview berichtet sie über ihre Beweggründe und die Chance, die sie damit genutzt hat.
Warum haben Sie sich dazu entschieden, das Blut aus der Nabelschnur Ihrer Kinder einlagern zu lassen?
Als Arzthelferin bin ich sehr engagiert, wenn es um das Thema Gesundheitsvorsorge geht. Ich bin bei der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) als Knochenmarkspenderin eingetragen und gehe regelmäßig zum Blutspenden. Zudem ist meine Mutter sehr früh an Krebs gestorben. Damals hätte ich alles getan, um ihr zu helfen. Heute gibt es mit der Einlagerung von Nabelschnurblut die Möglichkeit, für meine Kinder vorzusorgen. Deshalb gibt es für mich in diesem Punkt keine Diskussion oder Frage – das Blut muss bewahrt werden. So habe ich die Chance, wenn etwas passiert, auf das Nabelschnurblut zurückzugreifen. weiterlesen »
Initiative ergreifen – Dieses Motto setzte Michaela Santos Marcote bei der Einlagerung des Nabelschnurblutes ihres Sohnes Christian José in die Tat um. Sie informierte sich während ihrer Schwangerschaft über das Thema und trat mit ihrer Entscheidung, das kostbare Gut konservieren zu lassen, an ihre Frauenärztin heran. Heute ist sie froh, diesen Schritt gegangen zu sein und setzt große Hoffnung in die Forschung rund um den therapeutischen Einsatz des Blutes.
Warum haben Sie sich dazu entschieden, das Blut aus der Nabelschnur Ihres Kindes einlagern zu lassen?
Im Vordergrund stand für mich die Tatsache, dass Nabelschnurblut in der Therapie von Krebserkrankungen eingesetzt werden kann. Mein Großcousin ist vor 18 Jahren an Leukämie gestorben. Als nach langer Suche endlich ein geeigneter Knochenmark-Spender gefunden wurde, war es zu spät – er verstarb an der Krankheit. Damals war die Forschung leider noch nicht so weit fortgeschritten wie heute. Während meiner Schwangerschaft gewann diese negative Erfahrung noch einmal an Brisanz. Denn ich wusste, was meine Tante damals durchgemacht hatte und wollte selbst nicht in die Situation kommen, meinen Sohn zu verlieren. Zudem gab es auch in unserem Bekanntenkreis vor einigen Jahren zwei weitere Fälle von Leukämie. Glücklicherweise konnten beide Kinder geheilt werden, aber ihre Geschichten bewegten mich, da sie in meinem direkten Umfeld passierten. weiterlesen »
Die Schweizerin Patrizia Finocchiaro hat das Nabelschnurblut ihrer Tochter Noelia Patrizia vor eineinhalb Jahren bei der Geburt einlagern lassen. Sie war enttäuscht, dass in ihrem Heimatland nur wenige Menschen über dieses Thema Bescheid wussten und sie sich mit kaum einem Gleichgesinnten austauschen konnte. Trotzdem entschied sie sich mit ihrem Mann für die Aufbewahrung. Denn für sie geht die Gesundheit ihrer Tochter vor.
Warum haben Sie sich dazu entschieden, das Nabelschnurblut Ihrer Tochter Noelia Patrizia einlagern zu lassen?
Für uns – oder besser gesagt, für unsere Kleine – ist das eine Art Versicherung. Wir können nicht wissen, was in ihrem späteren Leben passiert. Und falls sie doch einmal schwer erkranken sollte, hat sie mit dem eingelagerten Stammzellen aus dem Blut eine große Chance auf Heilung. weiterlesen »
Im Nabelschnurblut befinden sich hochpotente Stammzellen – so weit so gut. Doch was können diese Stammzellen? Eine Sorte der Nabelschnurblutstammzellen bildet unser Blut- und Immunsystem. Eine andere kann sich in Bindegewebe, Knochen- und Knorpelzellen entwickeln. Diese Tatsache nutzte ein internationales Ärzteteam aus, um einer jungen Frau eine neue Luftröhre zu transplantieren. Ein ganzes Organ kann noch nicht gezüchtet werden, deshalb wurde auf ein Spenderorgan zurückgegriffen. Damit das jedoch nicht als fremd erkannt wird, entfernten die Wissenschaftler alle Zellen, bis nur noch ein biologisches Gerüst übrig blieb. Auf dieses Stützskelett siedelten sie dann die körpereigenen, adulten Stammzellen aus dem Knochenmark der Patientin an. Die Stammzellen bildeten daraufhin eine auf die Patientin zugeschnittene Luftröhre, indem sie sich in Knorpel- und Gewebezellen differenzierten. Die Stammzellen aus Knochenmark und Nabelschnurblut sind nahezu identisch – mit dem Unterschied, dass die Vertreter aus Nabelschnurblut besonders jung und damit entwicklungsfreudiger sind. Schon nach wenigen Tagen konnte die junge Mutter das Krankenhaus verlassen und muss zudem auch keine Medikamente nehmen, da ihr Körper das Organ vollends akzeptiert hat.
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Bilder sagen mehr als tausend Worte: Getreu diesem Motto zeigt das Internetportal www.nabelschnurblut-tv.de Berichte von Kindern, deren Erkrankungen mit eigenen oder fremden Nabelschnurblut behandelt wurden. Das Portal gibt damit einen Überblick über Ereignisse, bei denen eingelagerte Stammzellen aus dem wertvollen Blut das Leben von Familien positiv und langfristig verändert. Neben konkreten Anwendungsfällen stellt die Seite auch Interviews mit Wissenschaftlern zum Thema Stammzellen zur Verfügung. Zudem berichten Eltern, die das Nabelschnurblut ihrer Kinder eingelagert haben, von ihren Erfahrungen. Hier gehts zu den Videos.
Janine und Denis Gottschalk aus Lichterfeld vertrauen fest auf die Anwendung von Stammzellen in der Regenerativen Medizin. Aus diesem Grund haben sie das Nabelschnurblut ihrer drei Kinder bei einer privaten Nabelschnurblutbank einlagern lassen. Auch der jüngste Spross, der Anfang 2009 das Licht der Welt erblicken soll, wird von dieser Vorsorgemöglichkeit profitieren.
Warum haben Sie sich dazu entschieden, das Blut aus der Nabelschnur Ihrer Kinder einlagern zu lassen?
Janine Gottschalk: Ich hoffe, dass im Ernstfall Stammzellen die Regeneration von zerstörtem Körpergewebe ermöglichen. Deswegen haben wir uns bei allen drei Kindern dafür entschieden.
Denis Gottschalk: Ich bin auch der Überzeugung, dass es irgendwann möglich ist, aus diesen Stammzellen weitere Möglichkeiten der Anwendung zu entwickeln. Deswegen habe ich das mit der Einlagerung von Anfang an befürwortet. weiterlesen »
Viele werdende Eltern fragen sich, wie sie die Einlagerung des Nabelschnurblutes bezahlen sollen. Ein ähnliches Bild offenbart sich in der Regenerativen Medizin, wo Forschungsreihen finanziert werden müssen, um möglichst bald vielen Menschen helfen zu können. Beide Beispiele zeigen, dass Wissenschaft mit großem finanziellem Aufwand verbunden, aber gleichzeitig dringend notwendig ist. Da die Zukunft in der Regenerativen Medizin liegt, in welcher auch Stammzellen eine zunehmend wichtigere Rolle spielen, müssen Wege für die Finanzierung gefunden werden. Unter dem Titel ”Regenerative Medizin – Hoffnungsträgerin der Zukunft. Wer soll das bezahlen?” treffen sich am Freitag, 14. November 2008, in Berlin Experten aus Forschung, Wirtschaft und Politik. Ziel der von der Gesellschaft für Regenerative Medizin (GRM) organisierten Veranstaltung ist, in diesem Bereich den größtmöglichen Nutzen für den Patienten zu realisieren. Weitere Informationen finden Sie hier.
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Nabelschnurblut – darin liegt für viele Wissenschaftler der Schlüssel, um zukünftig körpereigenes Gewebe herstellen zu können. Das wird in solchen Fällen nötig, wenn Menschen durch Krankheiten oder Unfälle überlebenswichtige Gewebe, wie Haut, Blutgefäße oder die Augenhornhaut verlieren. Um auf die Lebensretter Stammzellen zurück zu greifen, ist es notwendig, dass Eltern Nabelschnurblut ihres Kindes einlagern lassen oder passendes Blut eines Spenders zur Verfügung steht. Bis die Forschung ihre Studien endgültig abgeschlossen hat oder Nabelschnurblut flächendeckend für alle zugänglich ist, sind die Transplantationen von Gewebe eine Alternative. Ähnlich wie die Spende und der Erhalt des Blutes steht auch die Gewebeentnahme, -einlagerung und -transplantation unter gesetzlichen Vorschriften – dem Gewebegesetz. Es dient der Sicherheit der Patienten, da die betreffenden Rahmenbedingungen geregelt sind. Um alle rechtlichen, ethischen und ökonomischen Fragen zu diesem Thema zu klären, veranstaltete die Gesellschaft für Gewebetransplantation am 7. November 2008 eine Expertentagung zu ”Recht, Ethik, Ökonomie in der Gewebespende, Prozessierung und Verteilung”. Weitere Informationen dazu lesen sie hier.
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Werdende Eltern fragen sich kurz vor der Geburt, welche Anschaffungen dringend notwendig sind und vor allem, was sie sich leisten können. Auch die Einlagerung von Nabelschnurblut wird dabei oft diskutiert. Um werdenden Eltern bei der Entscheidung entgegen zu kommen und sie zu unterstützen, bieten private Nabelschnurblutbanken inzwischen vielfältige Finanzierungsmöglichkeiten und Sparoptionen an: So kann die Einlagerung auch in monatlichen oder jährlichen Raten abbezahlt werden. Bei der Vorauszahlung des Gesamtbetrages können Eltern etwa 30 Prozent sparen. Für Familien, die sich mehrere Kinder wünschen und für alle die gleiche Vorsorge treffen wollen, gibt es einen Treuebonus ab dem zweiten Baby. Ein weiteres Hemmnis bei der Einlagerung des Blutes aus der Nabelschnur ist die Wahl zwischen der Vorsorge für das eigene Kind oder es einem fremden Patienten zu geben, der es dringend benötigt. Die Lösung: Neben der Einlagerung in der privaten Nabelschnurblutbank können die Daten auch anonym in eine öffentliche Kartei eingetragen werden. Sollten die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut auf einen fremden Patienten passen, wird die Zustimmung der Eltern benötigt, um das eingelagerte Blut freizugeben. Der Vorteil daran: Die bis dahin gezahlten Gebühren erhält die Familie verzinst zurück.
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Kathrin Bochert hatte gute Gründe, das Nabelschnurblut ihrer Tochter Yasmina einlagern zu lassen. Sie wollte für ihr Kind vorsorgen und ist der festen Überzeugung, dass durch die Fortschritte in der Forschung das eingelagerte Nabelschnurblut immer mehr an Bedeutung gewinnen wird.

