Yvonne Sieben aus Rehburg-Loccum wurde vor rund dreieinhalb Jahren Mutter von Victoria und ließ bei der Geburt deren Nabelschnurblut einlagern. Auf diese Weise möchte sie für ihre Tochter, aber auch für die beiden älteren Halbgeschwister vorsorgen, falls sie einmal eine schwere Krankheit bekommen sollten. Wie sie sich über das Thema Nabelschnurblut schlau gemacht hat und was ihre Freunde und Bekannten von der Einlagerung halten, berichtet Yvonne Sieben im Interview.
Sind Sie schon vor der Schwangerschaft mit der Nabelschnurblut-Thematik in Berührung gekommen?
Ja, ich hatte bereits davon gelesen, und mir war die Möglichkeit, das Blut bei einer Geburt zu entnehmen, dadurch immer im Hinterkopf geblieben. Als ich dann schwanger war, habe ich mir Informationsmaterial angesehen, das beim Frauenarzt auslag, und im Internet über das Thema recherchiert.
Mit welchem Ergebnis?
Nachdem ich mich genauer informiert hatte, hielt ich die Einlagerung für eine sehr gute Idee. Außerdem ist die Aufbewahrung bei meiner Nabelschnurblutbank nicht allzu teuer, wenn ich die Kosten in Relation zum gesamten Einlagerungszeitraum von 20 Jahren betrachte. Victoria hat zudem zwei ältere Halbgeschwister. Und vielleicht kann das Blut aus ihrer Nabelschnur auch ihnen helfen könnte, falls sie einmal eine schwere Krankheit bekommen sollten.
Welche Gründe haben für Sie den Ausschlag gegeben, sich für eine Einlagerung des Nabelschnurblutes zu entscheiden?
In meiner Familie gab es bereits mehrere Fälle von Krebserkrankungen. Deshalb wollte ich für meine Kinder vorsorgen, falls auch ihnen einmal etwas passiert. Das könnte es uns zum Beispiel ersparen, längere Zeit auf einen Knochenmarkspender warten zu müssen.
Haben Sie Ihren Freunden und Bekannten erzählt, dass Sie Victorias Nabelschnurblut aufbewahrt haben?
Das habe ich jedem erzählt, der es wissen wollte. Sie fanden es alle gut. Nicht jeder konnte sich allerdings vorstellen, auch selbst das Nabelschnurblut eines eigenen Kindes einzulagern, denn einigen war das zu teuer. Allerdings bietet meine Nabelschnurblutbank eine Ratenzahlung an.
In manchen Zeitungskommentaren heißt es, die Einlagerung von Nabelschnurblut sei ein Geschäft mit der Angst von Eltern. Wie stehen Sie zu dieser Aussage?
Damit kann ich nichts anfangen. Jeder muss selbst wissen, was er für die Absicherung seines Kindes tun möchte. Und es ist ja nicht so, dass ich das Blut deshalb hätte einlagern lassen, weil ich ständig Angst um meine Tochter hätte – dann dürfte ich sie auch nicht über die Straße gehen lassen. Aber ich halte die Aufbewahrung des Blutes aus der Nabelschnur für eine sinnvolle Vorsorgemaßnahme.
Würden Sie das Blut wieder einlagern lassen, wenn Sie noch einmal ein Kind bekommen sollten? Und was würden Sie anderen werdenden Müttern raten, die noch zweifeln, ob die Einlagerung sinnvoll ist?
Ich selbst würde es jederzeit wieder tun. Auch allen Schwangeren kann ich nur dazu raten. Ich sehe keine Nachteile, die Entnahme des Blutes tut nicht weh – und was die finanzielle Seite betrifft, gibt es zumindest die Möglichkeit der Ratenzahlung. Manchmal gibt zudem die Krankenkasse einen Zuschuss – ich habe damals leider nicht daran gedacht, nachzufragen.
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