30. Juni 2008

Nabelschnurblut-MuellerAls Leiter des Außendienstes ist Niko Müller unter anderem für die Beratung von Schwangeren, Ärzten und Hebammen verantwortlich. In einem Interview erzählt er nicht nur Anekdoten aus seinem Arbeitsalltag, sondern informiert auch über die VITAplusSpende. Außerdem erfahren Eltern hier, wie sie an Informationen zum Thema Nabelschnurblut gelangen können.

Können Sie einen Unterschied in der Akzeptanz des Themas ”Einlagerung des Blutes aus der Nabelschnur” zwischen Eltern und Fachleuten feststellen?
Die Akzeptanz wächst bei beiden Stück für Stück. Mit den Eltern sprechen wir ganz individuell bei unseren Elternabenden. Hier beantworten wir ihre Fragen und sagen ihnen, was sie von der Einlagerung erwarten können und was nicht. Dabei merken sie, dass wir kompetent und erfahren sind und keine leeren Versprechungen abgeben. Wenn Eltern wirklich verstehen, dass sie mit der Einlagerung eine Option für die Gesundheit ihres Kindes in den Händen halten, nutzen sie diese.

Wo finden denn solche Elternabende statt?
Hier arbeiten wir eng mit den Geburtskliniken zusammen. Viele Eltern schauen sich die Klinik und besonders den Kreißsaal an, in der sie ihr Kind zur Welt bringen wollen. Sie treten dann mit einer Reihe von Fragen an die Ärzte heran. Und so wie diese dann an den Anästhesisten verweisen, wenn es um Fragen einer PDA (Periduralanästhesie) geht, so wird bei Fragen nach Nabelschnurblut auf uns verwiesen. Wir machen den Eltern ein Angebot, wie sie an weitere Informationen kommen könnten. Es sind dann sowohl größere Veranstaltungen als auch individuelle Beratungsgespräche möglich.

Würden Sie persönlich für Ihre Kinder deren Blut einlagern lassen?
Ja! Es ist völlig risikolos für gute Zwecke nutzbar und muss nicht einmal verändert werden. Denn es passt eins zu eins auf das Kind. Wir wünschen uns, dass irgendwann von jedem Kind Blut eingelagert wird. Stellen Sie sich das doch einmal vor: Niemand hätte mehr das Problem, keinen passenden Spender zu finden! Jederzeit könnte jedem Menschen geholfen werden!

Was ist das Besondere an Ihrer Arbeit bei VITA 34?
Die Begeisterung, die sich durch das gesamte Unternehmen zieht, ist unbeschreiblich. Und diese Begeisterung zeigt sich nicht nur in Worten, sondern auch in Taten: Wenn zum Beispiel eine Außendienstmitarbeiterin mitten in der Nacht von verzweifelten Eltern aus der Geburtsklinik angerufen wird, die vor Aufregung das Entnahmeset zu Hause vergessen haben, sie sich sofort ins Auto zu setzt, um den Eltern das Entnahmeset in die Klinik zu bringen, um ihnen damit die Einlagerung doch noch zu ermöglichen. Es ist sogar schon vorgekommen, dass ein Entnahmeset über die Leitplanke der Autobahn weiter gereicht wurde, weil eine Kollegin im Stau stand, das Set aber unbedingt gebraucht wurde. Das macht VITA 34 aus und die schönste Belohnung in diesen Fällen ist immer der Dank der Eltern!

Viele Ihrer Kritiker raten werdenden Eltern, das Nabelschnurblut lieber an eine öffentliche Bank zu spenden und es damit der gesamten Bevölkerung zugänglich zu machen, anstatt es nur für das eigene Kind aufzubewahren. Wie gehen Sie damit um?
Wir waren lange Zeit dem Vorwurf ausgesetzt, dass die Einlagerung für das eigene Kind der öffentlichen Spende gegenüber stünde. Diesen Gewissenskonflikt können wir den Eltern jetzt durch die Option VITAplusSpende abnehmen. Hier haben sie die Möglichkeit, das Nabelschnurblut für ihr Kind privat einzulagern und gleichzeitig die entsprechenden Gewebe-Daten in einem internationalen Register zu speichern. Wenn das Nabelschnurblut dann für einen anderen Menschen gebraucht wird, gehen wir auf die Eltern zu und fragen sie, ob sie es wirklich spenden wollen. Dann würde es dem eigenen Kind natürlich nicht mehr zur Verfügung stehen. Wenn sich die Eltern dafür entscheiden, dass Blut zu spenden, bekommen sie das Geld für die Einlagerung komplett erstattet und wissen noch dazu, dass sie jemandem helfen konnten. Mit der VITAplusSpende bieten wir die Spende übrigens erstmals bundesweit an. Unsere Kritiker vergessen nämlich auch ganz gern einmal zu erwähnen, dass eine öffentliche Spende nur in wenigen Kliniken in Deutschland überhaupt möglich ist.

Gibt es ein Ereignis, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Ja, das gibt es. Da wir ja auch für die Kontrolle der korrekten Bedingungen bei der Herstellung des Arzneimittels Nabelschnurblut zuständig sind, führen wir regelmäßige Begehungen der Kreißsäle durch. Ich hatte bei einer solchen Begehung in Berlin einmal das Glück, live bei einer Geburt dabei zu sein – was natürlich so nicht geplant war. Ein halbes Jahr später ereignete sich auf einer Baby-Messe etwas Seltsames: Dort kam eine junge Mutter auf mich zu und drückte mir ihr Kind in die Arme und sagte: ”Schauen Sie mal, das ist ein VITA-Baby, das ist I h r VITA-Baby!” Zuerst war ich etwas verwirrt, bis sich herausstellte, dass dies die Mutter war, bei deren Geburt wir dabei sein durften. Sie wollten sich noch einmal für unsere Rücksicht bedanken und uns das kleine Mädchen vorstellen.

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