Archiv für die Kategorie: 'Hinter den Kulissen'
11.08.2009
Ein neues Patientenhandbuch beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema Stammzelltherapie.
Die noch junge Stammzellforschung schürt bei Patienten und Angehörigen große Hoffnungen in Bezug auf die Heilung schwerer rheumatischer und immunologischer Krankheiten. Mithilfe von Nabelschnurblut können beispielsweise im Rahmen einer Stammzelltherapie Krankheiten wie Fanconi-Anämie, Diabetes oder Leukämie behandelt werden. Doch die Forschung steht noch am Anfang und die Sicherheit einiger Stammzelltherapien kann noch nicht in jedem Fall hundertprozentig gewährleistet werden.
Sich selbst ein umfassendes Wissen zum Thema Stammzelltherapie und Einlagerung von Nabelschnurblut anzueignen, ist jedoch für viele Patienten und Eltern mit einem hohen Zeitaufwand verbunden. Das neue Patientenhandbuch klärt nun kurz und bündig über die wichtigsten Fragen zum Thema auf. Denn “nur informierte Patienten können die schwarzen Schafe unter den Anbietern von Stammzelltherapien, die oft nicht nur physische, sondern auch psychische und wirtschaftliche Gefahren mit sich bringen, erkennen.”, wie Prof. Oliver Brüstle, der Sprecher der Biomediziner im nordrhein-westfälischen Stammzellnetzwerk, weiß. weiterlesen »
21.07.2009
Die Regenerative Medizin und die Nabelschnurblutforschung können zunehmend größere Erfolge vorweisen können. Bereits heute werden bei etwa 70 Krankheiten, wie verschiedene Formen von Anämien und Krebs sowie bei genetischen Störungen und Organschäden, die aus dem Nabelschnurblut gewonnenen Stammzellen eingesetzt. Trotz dessen wird zum Beispiel in Europa noch 95 Prozent des Nabelschnurblutes nach der Geburt ungenutzt entsorgt. weiterlesen »
Wie wichtig es ist, das Nabelschnurblut bei der Geburt seines Kindes entnehmen und einlagern zu lassen, wird anhand eines Beispiels aus Israel deutlich. Es geht um einen Jungen, der an einer schweren und seltenen Erbkrankheit leidet – dem Shwachman-Diamond-Syndrom. Folgen dieser Krankheit sind neben einer verkürzten Lebenserwartung, ein höheres Risiko, an Leukämie zu erkranken sowie Minderwuchs und eine schwache Bauspeicheldrüse. Zur Behandlung der Krankheit kam eigentlich nur die Stammzelltherapie infrage. Allerdings wurde das Nabelschnurblut des Jungen bei seiner Geburt nicht eingelagert. Die Wahrscheinlichkeit einen passenden Spender zu finden, bei dem die genetischen Eigenschaftem mit denen des Jungen übereinstimmen, ist äußerst gering. weiterlesen »
Immer wieder gibt es außergewöhnliche Aktionen, die die Menschen zum Spenden von Stammzellen aufrufen. Für den an Leukämie erkrankten Tobias Schöllmann aus Schmallenberg wurde eigens eine Homepage eingerichtet, die zur Knochenmarkspende animieren will. Auf der Suche nach dem genetischen Zwilling sind Betroffene wie der zehnjährige Tobias auf die Spenden möglichst vieler Menschen angewiesen. Insgesamt sind etwa 1,9 Millionen Spender bei der Deutschen Knochenmarkspender-Datei registriert. Dennoch muss beispielsweise jeder fünfte Leukämiepatient auf eine passende Spende warten. Der Grund liegt primär darin, dass die Gewebemerkmale zwischen Spender und Patienten übereinstimmen müssen – und es gibt über 3.000 verschiedene davon. Dass diese zudem noch in millionenfacher Kombination auftreten können, erschwert die Suche nach einem passenden Spender umso mehr. weiterlesen »
Nicht einmal bei fünf Prozent aller Geburten in Europa wird das Nabelschnurblut entnommen. Bedenkt man, welches Potenzial hier ungenutzt bleibt, gilt es die Gründe dafür zu hinterfragen. Zum einen ist es die Tatsache, dass viele Menschen noch nicht hinreichend über diese Thema informiert und sensibilisiert sind. Weiterhin kommt erschwerend hinzu, dass man nicht in jedem Krankenhaus das Nabelschnurblut des neugeborenen Kindes spenden kann. Deswegen ist es für die vielen Patienten, die auf geeignete Stammzellen angewiesen sind, eine gute Nachricht, dass von nun an ein Spende auch in der Kronacher Frankenwaldklink möglich sein wird. weiterlesen »
Das öffentliche Bewusstsein um die Chancen, die im Nabelschnurblut stecken, ist in Europa im Vergleich zu den USA oder Asien kaum ausgeprägt. Nabelschnurblut enthält die zur Behandlung von Krankheiten wie Krebs, Hirn- und Lungenschäden, Herzinfarkt oder Diabetes einsetzbaren adulten Stammzellen. Unmittelbar nach der Geburt kann das Blut aus der Nabelschnur entnommen und über Jahrzehnte konserviert werden. Die Entnahme des Nabelschnurblutes ist dabei ohne jedes Riskiko – weder für Mutter noch für Kind. Dennoch wird in Europa bei nicht einmal fünf Prozent aller Geburten das Nabelschnurblut entnommen. weiterlesen »
Pluripotente Stammzellen haben die Fähigkeit, sich in jede der 200 Zelltypen im Körper zu entwickeln. Im Nabelschnurblut befinden sich wiederum solche, die sich in Blut-, Immun-, Knochen-, Knorpel- und einige weitere Zellarten entwickeln können – jedoch nicht in alle. Das könnte sich vielleicht bald ändern. Auf dem ersten Leipziger Symposium für Pränatal- und Geburtsmedizin trafen sich Frauenärzte aus Sachsen und Thüringen, um über neue Diagnosemethoden oder den Zusammenhang zwischen dem Verhalten der werdenden Mutter und dem noch ungeborenen Kind in ihrem Bauch zu sprechen – Stichwort: Während der Schwangerschaft nicht für zwei essen! Die Vortragsreihe wurde vom Zentrum für Pränatale Medizin in Leipzig – unter der Leitung von Prof. Faber – sowie vom Uniklinikum Leipzig – Abteilung Geburtsmedizin Prof. Stepan ausgerichtet und diente der gynäkologischen Weiterbildung. Einer der Referenten – Prof. Holzgreve – sprach unter anderem davon, dass neben kindlicher DNA auch Stammzellen auf die Mutter übergehen, und dass es sich dabei um pluripotente Stammzellen handeln könnte. Sollte sich diese Vermutung bewahrheiten, könnte Nabelschnurblut in Zukunft einen weiteren Beitrag zur Forschung und persönlichen Vorsorge liefern. Damit zeigte sich wieder einmal, dass derartige Treffen von Experten nötig sind, um Erfahrungen und neue Erkenntnisse auszutauschen. Detailierte Informationen finden Sie hier.
Tatort: Zeitschriftenregal. Anklage: Buntes Frauenmagazin mit Nabelschnurblut-Inhalten. Strafe: Lebenslängliche Weiterführung dieser Maßnahme. Zumindest wünschen wir Redakteure uns das. Denn in der aktuellen Ausgabe des Frauenmagazins Joy wird das Portal für interessierte Eltern beschrieben. Ein toller Erfolg, wenn man bedenkt, dass diese Themenseite rund um Blut aus der Nabelschnur noch nicht mal ein Jahr alt ist.
Für Patienten kommt die Suche nach einem passenden Stammzellspender oft nur schleppend voran. Um die Wartezeit zu verkürzen, bietet sich konserviertes und damit schnell verfügbares Nabelschnurblut an. Denn eine neue Studie zeigt: Der Einsatz des kostbaren Blutes bietet ähnlich gute Erfolgschancen und ein vergleichbar geringes Rückfallrisiko wie eine nicht vollständig passende Knochenmarkspende. Denn wenn kein Spender mit hundertprozentig übereinstimmenden Gewebemerkmalen gefunden wird, muss man leichte Abweichungen in Kauf nehmen. In diesem Fall hat Nabelschnurblut die Nase vorn, da seine Übertragung ein deutlich geringeres Risiko einer Abwehrreaktion mit sich bringt. Deshalb dürfte künftig wesentlich häufiger mit dem wertvollen Blut gearbeitet werden.
Das Uniklinikum in Leipzig freut sich über die neue Kooperation mit dem Norddeutschen Knochenmark- und Stammzellspender Register (NKR). Sie ermöglicht es Eltern, das Nabelschnurblut ihres Kindes zu spenden und es damit Menschen, weltweit zur Verfügung zu stellen. Damit nimmt Leipzig, nach Angaben der Leipziger Volkszeitung, eine Vorreiterrolle in den neuen Bundesländern ein. Durch die Zusammenarbeit kann das Klinikum nun drei Varianten der Nabelschnurblut-Einlagerung anbieten: die kostenfreie Spende, die gebührenpflichtige Einlagerung zur persönlichen Vorsorge oder die private Einlagerung mit Spende-Option.
Bildquelle: Leipziger Volkszeitung vom 17. Februar 2009

