Archiv für die Kategorie: 'Erfahrungen'
Marlon Mensing aus Gronau-Epe ist ein Jahr alt. Seine Eltern haben sein Nabelschnurblut bei der Geburt aufbewahrt, um für die Zukunft ihres Kindes vorzusorgen. Das hat auch die Krankenkasse befürwortet, wie die Mutter, Doris Kreimer-Mensing, im Interview berichtet. Außerdem beschreibt sie die positiven Reaktionen auf die Nabelschnurblut-Einlagerung aus ihrem Bekanntenkreis.
Wie sind Sie mit dem Thema Nabelschnurblut in Berührung gekommen – wann haben Sie erstmals von der Möglichkeit erfahren, es aufzubewahren?
Mein Mann und ich sind beide durch Werbeanzeigen in Apothekenzeitschriften darauf aufmerksam geworden. Außerdem fanden wir dort einen Bericht über die Einlagerung von Nabelschnurblut. Ungefähr zur Halbzeit der Schwangerschaft haben wir uns verstärkt mit dem Thema beschäftigt und weitere Informationen über das Internet eingeholt. Ich habe auch mit zwei Ärzten gesprochen – mit meinem Frauenarzt sowie dem Leiter der Klinik, in der ich entbunden habe. Beide haben die Entnahme sehr befürwortet. weiterlesen »
Julian ist für Martina Börner aus Hof ein ganz besonderes Kind. Die Ärzte hatten ihr gesagt, sie könne keine Kinder bekommen. Als Martina Börner dann aber doch schwanger wurde, entschied sie sich ganz bewusst dafür, das Nabelschnurblut ihres heute zwei Jahre alten Sohnes einzulagern. Über ihre Motive spricht die junge Mutter im Interview.
Wie sind Sie auf die Möglichkeit aufmerksam geworden, das Blut aus der Nabelschnur Ihres Kindes aufzubewahren?
Darauf hat mich zuerst meine Hebamme aufmerksam gemacht. Bei einer Übungsstunde zur Geburtsvorbereitung hat sie das Thema angesprochen und mir erzählt, dass sie bereits bei anderen Müttern Nabelschnurblut entnommen hat. Wir haben uns dann länger darüber unterhalten. weiterlesen »
Katharina Wolter hat sich entschieden, das Nabelschnurblut ihrer Tochter Lilli Sophie aufbewahren zu lassen. Was sie zu dieser Entscheidung bewogen hat und was der Schritt für die Familie bedeutete, erklärt die junge Frau im Interview. Anderen werdenden Müttern rät sie zudem, die Gelegenheit zur Vorsorge nicht ungenutzt verstreichen zu lassen.
Wie haben Sie von der Möglichkeit erfahren, das Blut aus der Nabelschnur Ihres Kindes einzulagern?
Zum ersten Mal habe ich davon durch eine Zeitungsanzeige erfahren. Daraufhin habe ich mich selbst über das Thema schlau gemacht, indem ich im Internet recherchiert und mich auch über die Servicerufnummer einer privaten Nabelschnurblutbank informiert habe. Auch der Rat des Chefarztes der Klinik, in der ich entbunden habe, war mir wichtig. Er meinte, das wäre auf jeden Fall eine gute Idee, da es immer möglich sei, dass das Blut noch gebraucht werde. weiterlesen »
Die Medizinerin und dreifache Mutter Gabriela Voß hat sich für eine Einlagerung des Nabelschnurblutes ihrer jüngsten Tochter Maria entschieden. Damit will sie ihr in Zukunft alle Möglichkeiten einer Behandlung mit Stammzellen offen halten. Die Ärztin glaubt, dass Erkrankungen wie Diabetes, Rheuma oder Stoffwechselleiden in naher Zukunft gezielt therapiert werden können.
Frau Voß, ist Ihnen die Entscheidung, das Nabelschnurblut Ihrer Tochter einzulagern, aufgrund Ihres Berufs leichter gefallen?
Das glaube ich schon. Ich behandle viele Krebspatienten und habe etliche Krankheitsverläufe beobachtet. Mit unseren heutigen Methoden versetzen wir die Patienten in Ausnahmezustände. Gerade bei Tumorleiden besteht eine hohe Sterberate und nur bei einigen Karzinomen kann eine Hochdosis-Therapie mit eigenen Stammzellen angewendet werden. Die Stammzellapherese, also das Absammeln der im eigenen Blut enthaltenen Stammzellen, und die Krebstherapie mit Eigenblut haben inzwischen ihren Platz in der Onkologie gefunden. Allerdings ist heutzutage eine Fremdspender-Transplantation gerade bei Leukämie günstiger, weil eine größere Anzahl Krebszellen zerstört werden kann. Wie Krebsleiden jedoch in Zukunft behandelt werden, das ist noch ein offenes Feld. Als besonders belastend habe ich die Situation in der Kinderonkologie empfunden – das geht einem als Mutter durch und durch. Da ist mir klar geworden, welche Angst ich davor habe, dass meiner Familie das auch mal passieren könnte. Ich musste alles ermöglichen, um meinen Kindern, falls sie einmal in eine solche Situation geraten, dann helfen zu können. weiterlesen »
Das Uniklinikum in Leipzig freut sich über die neue Kooperation mit dem Norddeutschen Knochenmark- und Stammzellspender Register (NKR). Sie ermöglicht es Eltern, das Nabelschnurblut ihres Kindes zu spenden und es damit Menschen, weltweit zur Verfügung zu stellen. Damit nimmt Leipzig, nach Angaben der Leipziger Volkszeitung, eine Vorreiterrolle in den neuen Bundesländern ein. Durch die Zusammenarbeit kann das Klinikum nun drei Varianten der Nabelschnurblut-Einlagerung anbieten: die kostenfreie Spende, die gebührenpflichtige Einlagerung zur persönlichen Vorsorge oder die private Einlagerung mit Spende-Option.
Bildquelle: Leipziger Volkszeitung vom 17. Februar 2009
Nicht nur Eltern grübeln über die Entscheidung: Nabelschnurblut einlagern – ja oder nein? Denn es geht darum, Stammzellen zu konservieren, die vielen Menschen das Leben retten können. Deshalb hat sich auch das Norddeutsche Knochenmark- und Stammzellspende-Register (NKR) dazu entschlossen, Nabelschnurblut in die Datenbank aufzunehmen. Für die Geschäftsführerin der gemeinnützigen Gesellschaft, Dr. Marlena Robin-Winn, hat das Blut unbestreitbare Vorteile. Im Interview geht sie nicht nur darauf ein, sondern steht Fragen rund um ihre Arbeit beim NKR und dem Thema Nabelschnurblut- und Blutstammzell-Spende Rede und Antwort. Hier können Sie sich den ersten Teil der Podcast-Reihe anhören.
Bildquelle: www.sxc.hu
Als Familie Glaser das Nabelschnurblut ihres Sohnes Golo vor drei Jahren einlagern ließ, konnte kaum jemand aus dem Bekanntenkreis etwas mit dem Thema anfangen. Trotz des Informationsdefizits recherchierte Renate Glaser eifrig und ist bis heute davon überzeugt, dass die Aufbewahrung des Blutes eine sehr lohnenswerte Sache ist.
Warum haben Sie sich entschieden, das Blut aus der Nabelschnur Ihres Sohnes einlagern zu lassen?
Ich bin der Meinung, dass es im Moment aus medizinischer Sicht die einzig sinnvolle Möglichkeit ist, Krankheiten vorzubeugen. In zehn Jahren kann das ganz anders aussehen, aber zur Zeit sehe ich die Einlagerung als echte Chance. Denn: Wir können heute etwas tun, was sich übermorgen vielleicht als sinnvoll erweist. weiterlesen »
Es entwickelt sich eine lockere Gesprächsatmosphäre: Einige Pärchen schauen sich Informationsmaterialien an, andere das Nabelschnurblut-Entnahmeset. Inzwischen ist es dunkel geworden und die ersten verlassen die BIO CITY. Eines ist sicher: Das neu erworbene Wissen rund ums Blut und vor allem die Live-Erlebnisse im Labor werden lange für Gesprächsstoff im Bekanntenkreis und Schwangerenvorbereitungskurs sorgen. Ein paar Minuten später begleitet Dr. Erich Kunert das letzte Pärchen nach draußen und verabschiedet sich. ”Der Letzte macht das Licht aus”, scherzt er und verharrt noch einen Moment, um den beiden hinterherzuschauen. Bis zum nächsten Mal – mit neuen werdenden Eltern.
Hier gehts zum vorherigen Teil der Reportage.
”Das Blut wird von einem Kurier in das Labor gebracht, die Mitarbeiter packen das Paket aus und dokumentieren alles sorgfältig. Dann wird das Nabelschnurblut gewogen, um die exakte Menge an Gefrierschutzmittel zu berechnen, die zugegeben wird, um das Blut vor den tiefen Temperaturen zu schützen. Das geschieht in einem komplett keimfreien Raum, der nur durch eine Schleuse zugänglich ist. Ein kleiner Teil des Blutes wird für Tests benutzt. Hier wird die Vitalität untersucht und die Anzahl der Zellen bestimmt”, erklärt Dr. Erich Kunert die einzelnen Arbeitstationen hinter der Glasscheibe. Eine Schwangere flüstert ihrem Mann ins Ohr: ”Das ist viel lebendiger als irgendeine Broschüre.” Mit der Gewissheit, dass das Blut aus der Nabelschnur hier in den Tanks gut aufgehoben ist, verlassen die Eltern die Räumlichkeiten, um sich wieder in Richtung Vortragsraum zu bewegen. Dort steht Dr. Erich Kunert weiteren Fragen Rede und Antwort.
Hier gehts zum vorherigen Teil der Reportage und hier geht es weiter.
Einer Forschergruppe der Universitätsklinik Erlangen ist ein wichtiger Durchbruch gelungen: Sie isolierten aus Nabelschnurblut so genannte mesenchymale (gewebebildende) Stammzellen. Diese sind notwendig für die Bildung von Knochen-, Knorpel-, Skelettmuskel- und Herzmuskelzellen. Somit können künftig aus dem Blut aus der Nabelschnur eine Vielzahl an Gewebearten hergestellt werden. Neben der Behandlung von Blutkrankheiten, würden sich die Möglichkeiten für Stammzellen aus Nabelschnurblut damit maßgeblich erweitern. Wissenschaftler hoffen auf diese Art und Weise nicht nur Kiefer- und Gaumenspalten besser behandeln zu können, sondern auch Volkskrankheiten wie Parkinson oder Arthrose. Das Team um Prof. Dr. Holm Schneider und Dr. Jung Park wurde für dieses Ergebnis mit der Goldmedaille der Union of European Neonatal and Perinatal Societies (UENPS) ausgezeichnet.


