Känguruhtücher für frisch gebackene Mütter, Fläschchen, Minizahnbürsten und Wundcreme für Babys Po. Auf dem gemeinsamen Kongress der Geburtsmediziner, Neugeborenen-Experten und Intensivmediziner für Frühgeburten dreht sich alles um das Wohlergehen der kleinsten Patienten vor und nach der Geburt. Die Veranstaltung findet noch heute und morgen auf dem Gelände des Internationalen Congress Centrums (ICC) in Berlin statt und dient allen teilnehmenden Medizinern und Hebammen der Fortbildung. Daneben stellen Unternehmen ihre Produkte rund um den Nachwuchs vor: Beispielsweise Brutkästen und Beatmungssysteme für Frühchen sowie Babynahrung in den vielfältigsten Formen.
Des Weiteren sind Institutionen wie der Deutsche Hebammenverband oder die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vor Ort. Die gestrige Vortragsreihe zur Anwendung von Stammzellen aus Nabelschnurblut bei kranken Kleinkindern fand besonders großen Zuspruch. Den Anfang machte Prof. Dr. med. Simon Hoerstrup. Seine Arbeitsgruppe entwickelt mitwachsende Herzklappen aus Stammzellen des Nabelschnurblutes, Plazentagewebe und Fruchtwasser. Er betonte, dass Kinder mit Herzfehlern in sechs bis acht Wochen aus diesen Materialien Ersatz-Herzklappen bekommen könnten. Seine Forschungen möchte der Mediziner Ende diesen, Anfang nächsten Jahres in die klinische Anwendung bringen. Danach stellte Dr. med. Petra Rauprich die neue Diabetes-Studie mit Nabelschnurblut vor. Patienten-Daten aus den USA und Forschungen aus Deutschland zeigen einen positiven Effekt auf die Erhaltung der insulinproduzierenden Zellen und eine Verbesserung des Stoffwechsels nach der Gabe von Nabelschnurblut. Deshalb werden nun in Deutschland zehn Diabetes-Kinder im Alter von zirka drei Jahren im Rahmen der zweijährigen Studie mit ihrem eigenen Nabelschnurblut behandelt und die Effekte dokumentiert.
Zum Schluss der Vorträge wurde es emotional: Prof. Dr. med. Arne Jensen berichtete über den kleinen Jungen, der im Bochumer Klinikum mit seinem eigenen Nabelschnurblut gegen einen Hirnschaden behandelt wurde (wir haben darüber berichtet). In Videos zeigte der Mediziner die Situation vor und nach der Behandlung. Die erstaunliche Entwicklung, die der Junge seitdem nimmt, rührte einige Zuhörer fast zu Tränen. Alles in allem ist die Veranstaltung eine gute Gelegenheit, sich fachlich auszutauschen und Neues auf dem Gebiet von Baby & Co. zu erfahren.
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