Das Thema Nabelschnurblut enthält mehr und mehr Unterstützung aus der Wissenschaft. Vor kurzem haben acht Stammzellexperten aus fünf europäischen Ländern eine gemeinsame Stellungnahme dazu formuliert. Die Meinung, die die Wissenschaftler und Ärzte der International Tissue Engineering Research Association (ITERA) in ihrem Papier vertreten, ist eindeutig: Die Stammzellen aus dem Blut zu gewinnen und einzulagern, lohnt sich. Die Wissenschaftler, die aus Deutschland, Frankreich, Belgien, der Schweiz und Großbritannien stammen, betonen die immer größeren Möglichkeiten, mit Hilfe der Zellen Krankheiten zu behandeln. Denn die Zahl der Erkrankungen, die mit blut- oder gewebebildenden Stammzellen therapiert werden können, wird mittlerweile mit 85 angegeben – Tendenz steigend. Beide Zelltypen sind im Nabelschnurblut reichlich vorhanden. Aus Sicht der ITERA-Experten spricht deshalb alles dafür, das Blut bei der Geburt eines Babys nicht wegzuwerfen, sondern aufzubewahren. Es kann ohne Risiko für Mutter und Kind entnommen werden, und der Vorgang ist schmerzfrei. Wenn das Nabelschnurblut dann einmal benötigt werden sollte, steht es sofort zur Verfügung. Die Fachleute gehen in ihrem Papier auch auf die Einwände ein, die häufig gegen eine Einlagerung erhoben werden. Insbesondere nehmen sie private Nabelschnurblutbanken gegen den Vorwurf der Geschäftemacherei in Schutz, da die Aufbewahrung eigener Stammzellen eine sinnvolle Investition in die Gesundheitsvorsorge sei. Denn die Anwendungsmöglichkeiten körpereigener Stammzellen dürften künftig stark zunehmen. Daneben betonen die Experten, dass die Spende von Nabelschnurblut für die Allgemeinheit medizinisch ebenso wertvoll sei und dass sich beide Einlagerungsformen heute nicht mehr gegenseitig ausschließen würden. Damit verweisen sie auf neuere Möglichkeiten, die private und öffentliche Aufbewahrung des Blutes aus der Nabelschnur miteinander zu kombinieren. So bieten etwa einige Nabelschnurblutbanken in Deutschland ein Modell an, bei dem Eltern das Blut zwar für das eigene Kind aufbewahren lassen. Benötigt jedoch ein Fremder Nabelschnurblut mit identischen Merkmalen, bekommen die Eltern eine Nachricht und können entscheiden, ob sie das Blut freigeben möchten. In diesem Fall erhalten sie das Geld für die Einlagerung zurückerstattet.
Tags: ITERA, Nabelschnurblut, Stammzellen
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01.05.2009 um 11:21
[...] in dem es um Israel geht. Das Land im Nahen Osten steht der Forschung mit Stammzellen, wie sie im Nabelschnurblut vorkommen, sehr positiv gegenüber – bereits seit Jahren wird sie dort aktiv betrieben. Daher [...]