28. Juli 2009
kind-buggy-12828.07.2009

Angeborene Herzfehler bei Neugeborenen stellen eine enorme Beeinträchtigung für die kleinen Patienten dar. Oftmals müssen die Betroffenen bereits im ersten Lebensjahr eine Operation über sich ergehen lassen und zumeist sind weitere Eingriffe notwendig. Dies stellt eine große Beeinträchtigung der Lebensqualität dar. Bei etwa zehn Prozent der mit Herzfehler geborenen Kinder handelt es sich um die Krankheit Fallot’sche Tetralogie. Hier ist insbesondere die rechte Herzkammer betroffen. Eine der Folgen dieser Krankheit ist, dass das Blut nicht in der Lage ist, genügend Sauerstoff aufzunehmen. Die bisher unumgängliche Operation ist jedoch keineswegs in der Lage, den Klappenfehler vollständig zu beheben.

Hoffnung auf eine neue Behandlungsmethode machen die Ergebnisse einer Studie, die Wissenschaftler der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie an der Universität Rostock nun im Fachblatt ”Cell Transplantation” veröffentlicht haben. In dem Experiment wurden Stammzellen aus Nabelschnurblut im Labor isoliert und Schafen in die Herzklappe transplantiert. ”Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung mit Stammzellen haben wir vermutet, dass diese die Folgen der Fallot’schen Tetralogie mildern könnten.”, erklärt Dr. med. Can Yerebakan, der Leiter der Rostocker Forschungsgruppe. Die weltweit erste Untersuchung zu dieser Erkrankung bestätigt nun die Sicherheit des Verfahrens. ”Die Ergebnisse dieser Studie zeigen ein großes Potenzial von Nabelschnurblut-Stammzellen für die Behandlung angeborener Herzfehler”, sagt Yerebakan. Denn im Ergebnis wiesen die mit Stammzellen behandelten Tiere im Vergleich zu den Tieren ohne Stammzellinjektion eine um 20 Prozent verbesserte Funktion der rechten Herzklappe auf.

Da die Wissenschaftler keinerlei Nebenwirkungen der Therapie bei den Versuchstieren beobachten konnten, geht es nun darum, eine klinische Studie vorzubereiten und zu konzipieren. Es werden wohl noch einige Jahre vergehen, ehe diese Stammzelltherapie bei Kindern mit Fallot’scher Tetralogie angewandt werden kann. Dennoch raten die Ärzte werdenden Eltern dazu, dass Nabelschnurblut ihres Kindes einlagern zu lassen, insbesondere dann, wenn der Verdacht auf einen Herzfehler besteht.

Bildquelle: www.sxc.hu

VN:F [1.9.10_1130]
Wie hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0.0/5 (0 Bewertungen abgegeben)

Tags: , , ,

 

Kommentar schreiben

*

 
Babyclub.de Community